EUR/USD legt leicht zu, steuert aber auf zweiten Wochenverlust in Folge zu – Fed-Vorsicht und Hormus-Risiken bleiben bestehen

by VT Markets
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Jun 26, 2026

EUR/USD zeigte sich am Freitag fester und notierte nahe 1,1400, nachdem das Paar zuvor in der US-Sitzung bis auf 1,1434 gestiegen war. Dennoch steuerte es auf den zweiten Wochenverlust in Folge zu, da die Spannungen rund um die Straße von Hormus sowie ein restriktiver Ausblick der US-Notenbank (Fed) die Dollarschwäche begrenzten. Der Dollar stabilisierte sich, nachdem der US-Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE) am Donnerstag auf eine relativ gedämpfte Kerninflation hindeutete und damit die Erwartungen an eine kurzfristige Zinserhöhung der Fed dämpfte – auch wenn die Inflation weiterhin über dem 2%-Ziel der Notenbank liegt.

Der US-Dollar-Index (DXY) bewegte sich um 101,26, nachdem er zu Wochenbeginn etwa 101,80 erreicht hatte. Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran führten nach einem 60-tägigen Memorandum of Understanding Anfang des Monats noch nicht zu einer finalen Vereinbarung; zugleich bekräftigte Iran, dass eine sichere Passage eine Koordination mit den eigenen Behörden erfordere, und trieb Pläne für Transitgebühren voran. In Europa passten die Märkte ihre Erwartungen an einen weiteren Schritt der Europäischen Zentralbank (EZB) an, nachdem die Energiepreise nachgaben. Die Commerzbank rechnete jedoch mit einer zusätzlichen Zinserhöhung im September und prognostizierte, dass die Inflation bis zum Jahresende bei rund 3% verharren werde.

EUR/USD tut sich schwer in einem Umfeld aus starkem Dollar und geopolitischen Spannungen

Wir sehen das Währungspaar EUR/USD unter Druck, aktuell mit Kursen nahe 1,0850. Zwar verbucht das Paar leichte Tagesgewinne, doch der übergeordnete Trend wird durch einen robusten US-Dollar belastet. Die fragile Lage im Nahen Osten, mit erneuten Spannungen rund um wichtige Schifffahrtsrouten, stützt weiterhin die Safe-Haven-Nachfrage nach dem Dollar.

Unserer Einschätzung nach wird die Fed vorsichtig bleiben, was den Dollar stützen dürfte. Jüngste Daten des Bureau of Labor Statistics zeigen, dass die Inflation bei Kern-Dienstleistungen hartnäckig hoch bleibt und auf annualisierter Basis bei 3,5% liegt – damit bleibt die Gesamtinflation deutlich über dem 2%-Ziel. Das spricht aus unserer Sicht dafür, dass der Markt für den Rest des Jahres zu viele Zinssenkungen einpreist.

EZB-Lockerung und strategische Überlegungen für EUR/USD

Auf der anderen Seite des Atlantiks erwarten wir, dass die Europäische Zentralbank ihren Lockerungszyklus fortsetzt. Die jüngsten Einkaufsmanagerdaten (PMI) für das verarbeitende Gewerbe im Euroraum fielen mit 48,2 enttäuschend aus, signalisieren eine wirtschaftliche Schrumpfung und geben der EZB zusätzlichen Spielraum für weitere Zinssenkungen. Diese geldpolitische Divergenz zur Fed ist ein wesentlicher Belastungsfaktor für EUR/USD.

Vor diesem Hintergrund erwägen wir Strategien, die von einem fallenden EUR/USD profitieren oder zumindest das Aufwärtspotenzial begrenzen. Der Kauf von Put-Optionen auf den Euro könnte ein effizienter Weg sein, um sich für eine Bewegung in Richtung 1,0600 in den kommenden Wochen zu positionieren. Das erhöhte geopolitische Risiko hat zudem die implizite Volatilität steigen lassen, wodurch Optionen in diesem unsicheren Markt ein geeignetes Instrument zur klaren Risikodefinition sind.

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