EUR/USD hielt am Freitag moderate Gewinne, tat sich jedoch schwer, darauf aufzubauen, da sich der US-Dollar nach dem schwächer als erwarteten US-Arbeitsmarktbericht vom Donnerstag stabilisierte. Die Handelsbedingungen blieben zudem gedämpft, weil die US-Märkte wegen des Unabhängigkeitstags geschlossen waren. Das Paar lag bei rund 1,1438, nachdem es ein Tageshoch von 1,1462 erreicht hatte, und steuerte damit auf ein Ende einer zweiwöchigen Verlustserie zu. Der US-Dollar-Index (DXY) bewegte sich in der Nähe von 100,76, nachdem er zuvor ein Zweiwochentief bei 100,56 markiert hatte.
Die Märkte justierten die Erwartungen an die US-Notenbank (Fed) und die Europäische Zentralbank (EZB) neu. Schwache US-Arbeitsmarktdaten reduzierten die kurzfristige Einpreisung einer Fed-Zinserhöhung, während bereits zuvor schwächere Inflationsdaten aus der Eurozone neue Fragen aufwarfen, ob die EZB in diesem Jahr noch einmal nachlegen wird. Gleichwohl liegt die Inflation weiterhin über dem 2%-Ziel beider Notenbanken, wodurch weitere Straffungsschritte im Spiel bleiben; zudem deutet die Marktbepreisung weiterhin auf eine Fed-Zinserhöhung später in diesem Jahr hin. Als relevante EUR/USD-Marken wurden 1,150–1,153 als potenzieller Deckel genannt, mit 1,16–1,17 als höherer Zone.
Zögerliche Notenbanken und EUR/USD-Entwicklung
Wir sehen den EUR/USD nahe 1,1440 – eine direkte Folge des schwächeren US-Arbeitsmarktberichts, der kurz vor dem Feiertag veröffentlicht wurde. Die Non-Farm-Payrolls für Juni wiesen einen Zuwachs von nur 155.000 Stellen aus, gegenüber erwarteten 190.000; zugleich stieg die US-Arbeitslosenquote leicht auf 4,1%. Das hat dazu geführt, dass die Märkte die Wahrscheinlichkeit einer unmittelbar bevorstehenden Fed-Zinserhöhung weitgehend auspreisen, was dem Euro vorübergehend Auftrieb gibt.
Gleichzeitig ist auch der Ausblick in Europa eingetrübt: Die vorläufigen Inflationsdaten für Juni in der Eurozone fielen mit 2,4% schwächer aus als erwartet. Damit hat die EZB weniger Argumente für eine weitere Zinserhöhung, was ein Tauziehen zwischen den beiden Währungen auslöst. Wir halten die zentrale Frage der kommenden Wochen für, welche Notenbank der Markt als zögerlicher wahrnimmt.
Handelsausblick und strategische Überlegungen
Aus Trading-Sicht deutet das darauf hin, dass der Aufwärtsimpuls des Paares vorerst begrenzt ist, und wir erwarten signifikanten Widerstand im Bereich 1,1500–1,1530. Wir prüfen, kurz laufende EUR/USD-Call-Optionen mit Ausübungspreisen oberhalb von 1,1550 zu verkaufen, um Prämien zu vereinnahmen – in der Annahme, dass das Paar in einer Handelsspanne bleibt. Diese Strategie stützt sich auf die Einschätzung, dass ein nachhaltiger Ausbruch unwahrscheinlich ist, bevor Ende Juli klarere Inflationsdaten vorliegen.
Die Lage erinnert an das volatile, richtungsarme Trading im Jahr 2023, als die Märkte die Notenbankerwartungen fortlaufend neu bepreisten und dadurch scharfe, aber kurzlebige Bewegungen auslösten. Während das unmittelbare Risiko darin besteht, dass die Überzeugung einer EZB-Zinserhöhung schneller schwindet als jene hinsichtlich der Fed, bleiben wir dennoch vorsichtig, zu stark auf fallende Kurse zu setzen. Einen deutlicheren Rücksetzer in Richtung 1,1300 würden wir als potenzielle Gelegenheit ansehen, länger laufende Call-Optionen für eine Rally später im Sommer zu kaufen.
Beginnen Sie jetzt mit dem Trading — klicken Sie hier, um Ihr echtes VT Markets-Konto zu erstellen.