EUR/USD-Ausblick geprägt von auseinanderlaufenden Konjunkturdaten und Notenbank-Signalen
EUR/USD rutschte am Donnerstag im frühen asiatischen Handel in Richtung 1,1420, nachdem ein weicheres Inflationsprofil in der Eurozone den Euro belastete, während sich der US-Dollar trotz schwächerer US-Arbeitsmarktdaten für Juni fester zeigte. EZB-Präsidentin Christine Lagarde wird am Freitag sprechen; die Märkte richten den Blick auf den geldpolitischen Ausblick nach den jüngsten Preisdaten und einer Neubewertung der Zinserwartungen.
Die Gesamtinflation (CPI) in der Eurozone fiel im Juni laut Eurostat auf 2,8% im Jahresvergleich nach 3,2% im Mai, während die Kerninflation auf 2,4% von 2,6% nachgab. Reuters zufolge preisen die Märkte eine Wahrscheinlichkeit von eins zu drei für eine EZB-Zinserhöhung im Juli ein; ein Schritt bis Oktober gilt als vollständig eingepreist. Währungshüter, darunter der maltesische Zentralbankchef Alexander Demarco, erklärten, die EZB solle angesichts des schneller als erwarteten Ölpreisrückgangs nicht zu weiteren Anhebungen drängen. Lagarde sagte, die Erhöhung im Juni sei angemessen gewesen, und verwies auf die Beobachtung von Zweitrundeneffekten.
In den USA stiegen die Nonfarm Payrolls im Juni um 57.000 und lagen damit unter der Konsensschätzung von 110.000, wie BLS-Daten am Donnerstag zeigten. Die Arbeitslosenquote sank leicht auf 4,2% von 4,3%, nachdem ein Bericht vom Vortag einen geringeren als erwarteten Anstieg der privaten Beschäftigung im Juni ausgewiesen hatte.
Wesentliche Währungstreiber: Konjunkturelle Divergenz und geldpolitischer Ausblick
Wir beobachten, dass das Währungspaar EUR/USD die Marke von 1,0750 testet, da der US-Dollar an Stärke gewinnt. Der Haupttreiber ist die Divergenz zwischen einer robusten US-Wirtschaft und einem fragileren Ausblick in der Eurozone. Hintergrund ist der heute, am 3. Juli 2026, veröffentlichte neue US-Arbeitsmarktbericht, der die Entscheidungen der Zentralbanken maßgeblich beeinflussen dürfte.
Inflationsdaten aus der Eurozone zu Beginn dieser Woche zeigten, dass die Gesamtinflation leicht auf 2,3% nachgab, die Kernrate jedoch mit 2,8% hartnäckig hoch bleibt. Damit entsteht eine schwierige Lage für die Europäische Zentralbank, die Inflationsbekämpfung und Wachstumssicherung austarieren muss. Der Markt preist inzwischen weniger als eine 20%ige Wahrscheinlichkeit für eine weitere EZB-Zinserhöhung in diesem Jahr ein, was den Euro belastet.
Demgegenüber zeigte der jüngste US-Bericht zu den Nonfarm Payrolls, dass die Wirtschaft im Juni kräftige 215.000 Stellen geschaffen hat und damit deutlich über der Prognose von 180.000 lag. Diese robusten Arbeitsmarktdaten geben der US-Notenbank mehr Argumente, an ihrer „higher for longer“-Zinsstrategie festzuhalten. Diese geldpolitische Divergenz verleiht dem US-Dollar spürbaren Rückenwind.
Volatilitätsstrategien und Abwärtsrisiko für EUR/USD
Angesichts der erhöhten Unsicherheit und des Potenzials für abrupte Bewegungen halten wir die Volatilität für falsch bepreist. Wir prüfen den Kauf von EUR/USD-Straddles mit Laufzeiten bis Ende Juli, um von einer größeren Kursbewegung nach den anstehenden Notenbanksitzungen zu profitieren. Diese Strategie ermöglicht Gewinne sowohl bei einem deutlichen Ausbruch nach oben als auch nach unten.
Der Weg des geringsten Widerstands scheint für das Paar derzeit jedoch abwärts zu führen. Entsprechend erwägen wir zusätzlich den Kauf von Put-Optionen, um auf eine Bewegung in Richtung der wichtigen Unterstützung bei 1,0600 in den kommenden Wochen zu setzen. Historisch führen Phasen ausgeprägter geldpolitischer Divergenz – wie etwa 2022 – häufig zu anhaltenden Mehrwochen-Trends.
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