EUR/USD legte am Montag leicht zu, nachdem das Paar sich von 13-Monats-Tiefs nahe 1,1320 erholt hatte, konnte einen Ausbruch über 1,1400 jedoch nicht behaupten. Die Risikoneigung blieb fragil, da die Unsicherheit über die Waffenruhe zwischen den USA und Iran sowie über den Status der Straße von Hormus anhielt, nachdem Iran Gespräche mit Oman angeführt hatte und die US Navy die Bedrohungslage in der Wasserstraße auf „signifikant hoch“ anhob. Der Fokus richtete sich zudem auf geldpolitische und datengetriebene Impulse, darunter eine Rede von EZB-Präsidentin Christine Lagarde in Sintra (Portugal) sowie anstehende US-Inflations- und Arbeitsmarktdaten, die die Erwartungen an die Geldpolitik der Federal Reserve prägen könnten.
Aus technischer Sicht wurde das Paar als in einer korrektiven Erholung beschrieben, während der übergeordnete Abwärtstrend intakt bleibt; der RSI (14) erholte sich in den Bereich der mittleren 50er, und der MACD drehte in positives Terrain. Die Kursentwicklung blieb unter der früheren Unterstützung um 1,1430 gedeckelt, wodurch der Widerstand zunächst bei 1,1500 und danach in der Zone 1,1620–1,1660 im Fokus bleibt. Auf der Unterseite liegt eine erste Unterstützung bei 1,1320; ein tieferer Rückgang könnte das Tief von Ende Mai 2025 bei 0,1210 wieder ins Spiel bringen.
Anhaltender Abwärtstrend inmitten geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheit
Angesichts des aktuellen Datums, dem 29. Juni 2026, sehen wir die jüngste Erholung im EUR/USD als korrektive Bewegung innerhalb eines größeren Abwärtstrends – nicht als Trendwende. Die geopolitische Unsicherheit rund um die Straße von Hormus sorgt für ein „Risk-off“-Umfeld, das typischerweise den US-Dollar stärkt. Wir positionieren uns daher für eine potenziell erneute Euro-Schwäche in den kommenden Wochen.
Wir beobachten, dass die einmonatige implizite Volatilität im EUR/USD in der vergangenen Woche auf 6,8% gestiegen ist, was die Nervosität des Marktes sowohl wegen der fragilen Waffenruhe als auch wegen der anstehenden US-Konjunkturdaten widerspiegelt. Historisch haben vergleichbare Phasen geopolitischer Anspannung – etwa während der Spannungen 2019 – zu Volatilitätssprüngen und einer Flucht in den „sicheren Hafen“ US-Dollar geführt. Dadurch werden Optionsstrategien besonders attraktiv für das Risikomanagement.
Optionsstrategien bei EUR/USD-Schwäche
Vor diesem Hintergrund prüfen wir den Kauf von Put-Optionen mit einem Ausübungspreis unterhalb der Unterstützung bei 1,1320, mit dem Ziel einer Bewegung in Richtung der Tiefs von Ende Mai 2025 um 1,1210. Dieser Ansatz bietet ein klar definiertes Risiko bei einem Trade, der von einem Rückgang des EUR/USD-Wechselkurses profitiert. Die anstehenden US-Arbeitsmarktdaten werden hierfür ein entscheidender Katalysator sein.
Für Trader, die weniger von einem scharfen Rückgang überzeugt sind, kann ein Bear-Call-Spread eine effiziente Strategie sein, um Prämien zu vereinnahmen. Wir würden erwägen, eine Call-Option mit einem Strike nahe dem Widerstand bei 1,1500 zu verkaufen und zugleich einen günstigeren Call mit höherem Strike zu kaufen, um das Risiko zu begrenzen. Diese Position profitiert davon, dass das Paar unter 1,1500 bleibt – was mit den jüngsten US-Daten im Einklang steht, wonach die Non-Farm Payrolls in den vergangenen drei Quartalen durchgehend über den Erwartungen lagen, was auf anhaltende Konjunkturstärke hindeutet und die Fed stützt.
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