EUR/GBP gab im frühen europäischen Handel am Montag leicht nach und notierte bei rund 0,8625, da die Erwartungen an weitere Maßnahmen der Europäischen Zentralbank nachließen. Die EZB hatte ihren Einlagensatz auf der Juni-Sitzung um 25 Basispunkte auf 2,25% angehoben, doch die anschließende Kommunikation verringerte das Gefühl der Dringlichkeit für zusätzliche Straffungen. Die Märkte justierten zudem parallel zu weicheren Ölpreisen neu, und das ECB-Watchtool wies eine Wahrscheinlichkeit von 94,0% für unveränderte Zinsen aus, während das jährliche EZB-Forum später am Montag die kurzfristigen geldpolitischen Erwartungen maßgeblich prägen dürfte.
Pfund-spezifische Faktoren wirkten in die entgegengesetzte Richtung: Der politische Übergang im Vereinigten Königreich und schwächere inländische Konjunkturdaten gelten als mögliche Belastungsfaktoren für das GBP, was das Währungspaar stützen könnte. Der Guardian berichtete, der frühere Bürgermeister von Greater Manchester werde am Montag seine Vision für das Vereinigte Königreich vorstellen. Keir Starmer sagte vergangene Woche, er werde als Vorsitzender der regierenden Labour Party zurücktreten, und der Nachfolgefahrplan könnte dazu führen, dass Andy Burnham bereits am 17. Juli als Premierminister eingesetzt wird, sofern kein Herausforderer auftritt.
Zunehmende geldpolitische Divergenz und Marktausblick
Das Währungspaar EUR/GBP handelt per heute, 29. Juni 2026, mit einem leichten Abwärtsbias nahe 0,8450. Wir führen dies auf die zunehmende geldpolitische Kluft zwischen einer vorsichtigen Europäischen Zentralbank und einer restriktiver ausgerichteten Bank of England zurück. Händler sollten sich vor dem EZB-Jahresforum in Sintra in dieser Woche auf weiteres Abwärtspotenzial einstellen.
Jüngste Inflationsdaten aus dem vergangenen Monat zeigten, dass die Gesamtinflationsrate in der Eurozone auf 2,1% abkühlte, während der Wert im Vereinigten Königreich mit 2,8% hartnäckig höher bleibt. Diese Divergenz liefert der Bank of England einen Grund, ihren höheren Leitzins von 4,5% beizubehalten, während von der EZB erwartet wird, ihren eigenen Satz bei 3,0% zu belassen. Dieser fundamentale Inflationsunterschied ist der zentrale Treiber unseres bärischen Ausblicks für den Euro.
Die Marktbepreisung über Zinsswaps impliziert inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von 85%, dass die EZB die Zinsen über den Sommer hinweg unverändert lässt. Wir richten den Blick auf die Eröffnungsbemerkungen von Präsidentin Lagarde auf dem Forum, um Hinweise auf die künftige Ausrichtung zu erhalten – doch der Markt scheint sich vorerst bereits festgelegt zu haben. Diese Überzeugung deutet darauf hin, dass es einer unerwartet restriktiven Überraschung bedürfte, um den aktuellen Trend des Paares umzukehren.
Politische Risiken und Handelsstrategien
Gleichzeitig behalten wir potenzielle Gegenwinde für das Pfund im Blick. Politische Reibungen rund um das anstehende Autumn Statement im Vereinigten Königreich, kombiniert mit einem jüngsten Rückgang des Einkaufsmanagerindex (PMI) für den Dienstleistungssektor unter die wichtige Marke von 50, könnten die Stärke des Sterling begrenzen. Das könnte dem EUR/GBP-Kurs eine Art Boden verleihen und einen plötzlichen, scharfen Einbruch weniger wahrscheinlich machen.
Ein Blick auf historische Muster zeigt, dass Phasen klarer geldpolitischer Divergenz – wie 2022 – bei diesem Währungspaar häufig zu anhaltenden, mehrwöchigen Trends geführt haben. Wir sind der Ansicht, dass Händler Strategien in Betracht ziehen sollten, die von einem allmählichen Abgleiten nach unten profitieren, mit einem potenziellen Ziel am Unterstützungsniveau von 0,8400. Der Kauf von EUR/GBP-Put-Optionen mit Laufzeit Juli oder August könnte eine maßvolle Möglichkeit sein, sich für diese erwartete Bewegung zu positionieren.
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