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EUR/CAD steigt in Richtung 1,6230, da die EZB Kurs hält und der ölgetriebene Kanadische Dollar nachgibt

by VT Markets
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Jul 3, 2026

EUR/CAD setzte seine Aufwärtsbewegung eine zweite Sitzung in Folge fort und notierte am Freitag während der europäischen Handelsstunden nahe 1,6230, nachdem der Euro im Vorfeld der HCOB-PMI-Veröffentlichungen für Deutschland und die Eurozone fester tendierte. Das Aufwärtspotenzial der Gemeinschaftswährung wurde jedoch durch nachlassenden Inflationsdruck begrenzt, der den Währungsraum näher an Preisstabilität heranführt. Die Märkte preisen für eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) im Juli nur noch eine Wahrscheinlichkeit von rund einem Drittel ein.

Zusätzlichen Rückenwind erhielt das Währungspaar durch einen schwächeren Kanadischen Dollar, nachdem die globalen Ölpreise nachgaben. Auslöser waren nachlassende Spannungen im Nahen Osten infolge diplomatischer Fortschritte zwischen den USA und dem Iran. In Doha geführte Gespräche unter Vermittlung Katars und Pakistans reduzierten die geopolitische Risikoprämie, die zuvor die Energiepreise gestützt hatte. Dies wirkte über sinkende, energiegetriebene Inflation in Kanada auf die Erwartungen einer eher dovishen Ausrichtung der Bank of Canada (BoC).

Die kanadischen Industriedaten boten nur wenig Entlastung: Der S&P Global Manufacturing PMI stieg im Juni leicht auf 53 von 52,9 im Mai und signalisiert damit eine moderate Expansion. Dennoch belastete der Rückgang des Rohölpreises weiterhin das Währungsumfeld, wodurch der Kanadische Dollar insbesondere gegenüber dem US-Dollar anfällig blieb.

Auseinanderlaufende Zentralbankerwartungen stützen bullischen EUR/CAD-Ausblick

Wir sehen eine klare Divergenz in den geldpolitischen Erwartungen, die das Währungspaar EUR/CAD in den kommenden Wochen weiter nach oben treiben dürfte. Die Bank of Canada (BoC) gerät angesichts sinkender Inflation zunehmend unter Druck, die Zinsen zu senken, während die Europäische Zentralbank (EZB) offenbar klar auf Hold bleibt. Diese fundamentale Spreizung ist der zentrale Treiber unseres bullischen Ausblicks für das Cross.

Die Argumente für einen stabilen Euro werden durch die jüngste Eurostat-Flashschätzung gestützt, die die Inflation im Juni bei 2,1% ausweist und damit knapp über dem EZB-Ziel hält. Das untermauert die Markteinschätzung, dass eine Zinserhöhung zwar vom Tisch ist, eine Zinssenkung aber ebenfalls nicht unmittelbar bevorsteht. Damit erhält der Euro eine solide Basis gegenüber einem nachgebenden Kanadischen Dollar.

In Kanada hingegen fiel die Inflation laut jüngstem Bericht von Statistics Canada zuletzt auf 1,9% und rutschte damit erstmals seit über einem Jahr unter das 2%-Ziel der BoC. Entsprechend preisen Overnight-Index-Swaps inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von 85% für eine Zinssenkung der BoC bis zur September-Sitzung ein. Diese wachsende Erwartung stellt einen erheblichen Gegenwind für die kanadische Währung dar.

Die Schwäche des Kanadischen Dollars wird durch den anhaltenden Rückgang der Energiepreise verstärkt; WTI-Rohöl fiel unter die wichtige Unterstützungsmarke von 65 US-Dollar je Barrel. Das ist eine direkte Folge nachlassender geopolitischer Spannungen und belastet unmittelbar Kanadas exportgetriebene Wirtschaft. Vergleichbare Phasen dauerhaft niedriger Ölpreise – etwa 2015–2016 – gingen mit einer deutlichen Underperformance des „Loonie“ einher.

Positionierung und Strategie für weiteres Aufwärtspotenzial

Vor diesem Hintergrund positionieren wir uns für eine Fortsetzung der Bewegung in Richtung 1,6400, indem wir EUR/CAD-Call-Optionen kaufen. Konkret betrachten wir August- und September-Laufzeiten mit Ausübungspreisen um 1,6300, um die erwartete Aufwärtsdrift abzubilden. Das aktuell vergleichsweise niedrige Volatilitätsniveau macht dies zu einem effizienten Weg, um an weiterem Aufwärtspotenzial zu partizipieren und das Risiko zugleich klar zu begrenzen.

Zur Kostenkontrolle und zur Abfederung möglicher kurzfristiger Rücksetzer setzen wir zusätzlich auf Bull-Call-Spreads. Dabei wird ein Call mit niedrigerem Strike gekauft und gleichzeitig ein weiterer Call mit höherem Strike verkauft. Diese Strategie senkt die Nettoprämie und bietet eine kosteneffiziente Möglichkeit, von einem moderaten Anstieg des Paares zu profitieren, wie von uns erwartet.

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