Dollar sinkt: Zähe PCE-Inflation erschwert Fed-Zinssenkungen, Yen-Interventionsrisiken rücken in den Fokus

by VT Markets
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Jun 26, 2026

Der US-Dollar-Index (DXY) gab wieder in Richtung 101,40 nach, nachdem US-Daten auf anhaltenden Preisdruck bei zugleich robuster Aktivität hindeuteten. Der PCE-Preisindex stieg im Mai im Jahresvergleich auf 4,1% nach 3,8% im April und entsprach damit den Prognosen, während der Kern-PCE bei 3,4% YoY verharrte. Gleichzeitig sanken die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf 215.000, und das BIP für das erste Quartal wurde auf eine annualisierte Rate von 2,1% von zuvor 1,6% nach oben revidiert. Damit zeigte sich der Dollar gegenüber den wichtigsten Währungen schwächer: EUR/USD legte leicht in Richtung 1,1370 zu, nachdem sich das GfK-Verbrauchervertrauen in Deutschland auf -29,2 verbessert hatte, und GBP/USD zog in Richtung 1,3200 an.

In Asien bewegte sich USD/JPY um 161,80, da die US-japanischen Renditedifferenzen den Yen weiter unter Druck setzten; der Fokus richtet sich nun auf den Tokioter CPI für Juni und mögliche Signale für die BoJ-Politik. AUD/USD stieg in Richtung 0,6910, obwohl Australiens Beschäftigungszuwachs im Mai um 40,3 Tsd. zulegte und die Arbeitslosenquote auf 4,4% von 4,5% sank. WTI erholte sich angesichts neuer Sorgen rund um die Straße von Hormus nach Berichten, wonach ein Schiff nahe Oman getroffen worden sein soll, auf etwa 71,90 US-Dollar je Barrel, während Gold über 4.030 US-Dollar sprang, als Dollar und Treasury-Renditen nachgaben. Der Kalender am Freitag umfasst zudem das finale Verbrauchervertrauen der University of Michigan.

Geldpolitik der Federal Reserve und Positionierung am Devisenmarkt

Auf Basis der heutigen Konjunkturdaten halten wir den Pfad der Federal Reserve für kompliziert; entsprechend dürfte die Zinsvolatilität hoch bleiben. Die Kombination aus zäher Inflation und starkem Wachstum deutet darauf hin, dass die Markterwartung zügiger Zinssenkungen verfrüht sein könnte. Wir berücksichtigen dies in der Positionierung, indem wir Optionen prüfen, die vor dem Risiko schützen, dass die Fed die Zinsen länger hoch halten muss, als derzeit eingepreist ist.

Der leichte Rücksetzer des US-Dollar wirkt eher wie eine kurzfristige Reaktion als wie der Beginn eines neuen Trends – angesichts der soliden US-Datenlage. Wir sehen die aktuellen Niveaus in EUR/USD und GBP/USD als potenzielle Verkaufsgelegenheiten. Put-Optionen auf diese Währungen könnten eine kosteneffiziente Möglichkeit sein, sich auf eine Erholung des Dollar in den kommenden Wochen vorzubereiten.

Da USD/JPY nahe 161,80 handelt, ist das Risiko einer direkten Intervention durch die Bank of Japan inzwischen extrem hoch. Wir glauben, dass der Kauf kurzfristiger, aus dem Geld liegender Put-Optionen auf USD/JPY ein attraktives Chancen-Risiko-Profil bietet, um von einem plötzlichen, kräftigen Rückgang zu profitieren. Die anstehenden Tokioter Inflationsdaten werden ein entscheidender Katalysator sein, der eine solche Bewegung auslösen könnte.

Rohstoffausblick: Öl und Gold

Erneute geopolitische Spannungen in der Straße von Hormus haben einen Boden unter die Ölpreise gelegt und machen den Markt anfällig für Angebotsschocks. Wir prüfen den Kauf von Call-Spreads auf WTI-Rohöl, da sich damit von einer möglichen Aufwärtsbewegung profitieren lässt, bei klar definiertem Risiko. Die jüngsten EIA-Daten, die auf knappere US-Lagerbestände hindeuten, stützen zusätzlich die Einschätzung, dass jede Störung eine überproportionale Preiswirkung haben könnte.

Der Sprung von Gold über 4.030 US-Dollar wirkt überzogen, da das fundamentale Umfeld hoher Zinsen weiterhin Gegenwind für das unverzinsliche Metall bedeutet. Zwar reagierte der Markt darauf, dass die Inflation den Erwartungen entsprach, doch das absolute Niveau von 4,1% liegt weiterhin deutlich über dem Ziel der Fed. Wir erwägen, Call-Optionen auf höheren Ausübungspreisen zu verkaufen und damit darauf zu setzen, dass diese Rally ausläuft, sobald der Fokus wieder auf einer restriktiven Geldpolitik liegt.

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