Der Dollar gab über Nacht nach, während der Yen zulegte: USD/JPY fiel von 162,83 bis auf 160,64, bevor das Paar bei 161,28 gehandelt wurde. Auslöser waren schwächer als erwartete US-Arbeitsmarktdaten (Non-Farm Payrolls): Die Beschäftigung stieg lediglich um 57.000 Stellen, während der Konsens bei +113.000 lag; zudem wurden die Werte der Vormonate nach unten revidiert. Die Daten verringerten die Wahrscheinlichkeit einer kurzfristigen Fed-Zinserhöhung, lassen aber das Gesamtbild am Arbeitsmarkt sowie den Inflationspfad weiter offen.
Zudem rückten mögliche Devisenmarktinterventionen japanischer Behörden in den Fokus, nachdem die Kursbewegung darauf hindeutete, dass das Finanzministerium (MoF) Dollar verkauft haben könnte, um eine weitere Yen-Schwäche zu begrenzen – eine offizielle Bestätigung gab es jedoch nicht. Reuters zufolge könnten die Verantwortlichen künftig darauf verzichten, ihre Absichten im Vorfeld zu signalisieren – im Gegensatz zur Intervention vom 30. April, der deutliche Warnungen vorausgingen. Mit Blick auf bevorstehende US-Feiertage und erwartete, dünnere Liquidität bleibt der Markt auf weiteres Interventionsrisiko fokussiert, ebenso auf die anstehenden CPI- und PCE-Veröffentlichungen sowie den Ausblick des FOMC.
—Marktreaktion auf schwache Payroll-Daten und mögliche Intervention
Der Dollar hat nach dem sehr schwachen Non-Farm-Payrolls-Bericht für Juni 2026 deutlich nachgegeben: Es kamen nur 57.000 Stellen hinzu, gegenüber Erwartungen von 113.000. In Kombination mit dem Verdacht einer Intervention japanischer Behörden hat dies USD/JPY kräftig von Niveaus oberhalb von 162 nach unten gedrückt. Wir werten das als klares Signal, dass der Aufwärtsimpuls des Paares vorerst gebrochen ist.
Auch wenn diese schwache Beschäftigungszahl eine kurzfristige Fed-Zinserhöhung vom Tisch nimmt, ist sie kein Garant für spätere Zinssenkungen, da Inflation weiterhin das zentrale Thema bleibt. Da der jüngste Kern-PCE für Mai 2026 bei 2,8% stabil geblieben ist, gehen wir davon aus, dass die Federal Reserve weitere Inflationsdaten abwarten wird, bevor sie eine geldpolitische Kursänderung signalisiert. Dadurch entsteht ein schwer einzuordnendes Umfeld, in dem schlechte Konjunkturdaten nicht zwingend gute Nachrichten für die Märkte sind.
—Strategische Anpassungen und Interventionsrisiken
Wir müssen äußerst wachsam bleiben, was das Risiko weiterer Interventionen betrifft, die nun offenbar ohne die Vorwarnungen stattfinden, wie wir sie 2024 gesehen haben. Dieser Taktikwechsel des Finanzministeriums soll Unsicherheit schaffen und Spekulanten in Phasen niedriger Liquidität – etwa rund um den anstehenden US-Feiertag – treffen. Ähnliche unbestätigte Bewegungen gab es Ende April und Anfang Mai 2024, die später als Teil eines Rekord-Stützungsprogramms in Höhe von 9,79 Billionen Yen offengelegt wurden.
Als Reaktion passen wir unsere Strategien an, um uns in den kommenden Wochen gegen weiteres Abwärtsrisiko in USD/JPY abzusichern. Dazu gehört der Kauf von Put-Optionen, um bestehende Long-Positionen zu schützen oder auf eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung in Richtung 160 zu setzen. Der Anstieg der einmonatigen impliziten Volatilität deutet darauf hin, dass der Optionsmarkt stärkere Ausschläge einpreist – was diese Absicherungen verteuert, sie aber notwendig macht.
Mit dem näher rückenden US-Feiertag (Independence Day) dürfte die Marktliquidität sehr gering sein, was potenzielle Bewegungen durch offizielle Intervention zusätzlich verstärken kann. Wir glauben, dass das unmittelbare Ziel darin besteht, die stark aufgebauten spekulativen Long-Positionen aus dem Markt zu drängen. Entsprechend wären wir sehr vorsichtig, neue Long-Positionen in USD/JPY zu eröffnen, bis diese Phase erhöhten Risikos vorüber ist.
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