Der deutsche Verbraucherpreisindex stieg im Juni im Jahresvergleich um 2,3% und lag damit unter der Markterwartung von 2,5%. Der Wert deutet auf ein schwächeres Inflationsumfeld hin als erwartet, gemessen am jüngsten Jahresvergleich.
Die negative Überraschung bedeutet, dass der Gesamtindex langsamer zulegte, als es der Konsens für den Monat eingeplant hatte. Eine weitere Aufschlüsselung wurde in der Veröffentlichung nicht bereitgestellt.
EZB-Politik und Marktpositionierung
Dass der deutsche Verbraucherpreisindex bei 2,3% liegt, ist eine deutliche Verfehlung gegenüber der Prognose von 2,5%. Das untermauert unsere Einschätzung, dass disinflationäre Kräfte in der größten Volkswirtschaft der Eurozone an Dynamik gewinnen. Wir gehen davon aus, dass diese Daten die Europäische Zentralbank in den kommenden Wochen zu einem taubenhafteren Ton zwingen werden.
Folglich richten wir den Blick auf Zinsfutures, da der Markt die Wahrscheinlichkeit einer früheren Zinssenkung rasch neu einpreist. Overnight-Index-Swaps signalisieren nun eine 45%ige Chance für eine Senkung bis zur Septembersitzung, nach 20% erst in der vergangenen Woche. Damit erscheint der Kauf von Dezember-Euribor-Futures als attraktive Strategie, um einer möglichen geldpolitischen Wende der EZB zuvorzukommen.
Implikationen für Währungen, Aktien und Anleihen
Wir werten diese Nachricht als belastend für den Euro, der gegenüber dem Dollar bereits unter die wichtige Marke von 1,0750 gerutscht ist. Da die US-Inflationsdaten im Vergleich weiterhin relativ robust bleiben, dürfte sich die geldpolitische Divergenz zwischen Fed und EZB ausweiten. Wir prüfen daher den Kauf von EUR/USD-Put-Optionen mit dreimonatiger Laufzeit, um von einem möglichen Rückgang in Richtung 1,0600 zu profitieren.
Die Aussicht auf niedrigere Finanzierungskosten sollte europäischen Aktien Rückenwind geben, insbesondere dem deutschen DAX. Der Index bewegte sich zuletzt in einer engen Handelsspanne, und dies könnte der Auslöser für einen Ausbruch nach oben sein. Wir positionieren uns dafür über den Kauf von Call-Optionen auf den DAX und zielen auf eine Bewegung in Richtung der Marke von 19.000 Punkten, die zuletzt im ersten Quartal erreicht wurde.
Diese disinflationäre Veröffentlichung ist zudem klar positiv für Staatsanleihen. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen ist nach der Nachricht bereits um 10 Basispunkte auf 2,45% gefallen. Um uns für weiter sinkende Renditen zu positionieren, bauen wir unsere Long-Positionen in deutschen Bund-Futures aus.
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