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Commerzbank sieht nachlassende US-Inflation durch fallende Energiepreise; Fed dürfte stillhalten, Dollar anfällig

by VT Markets
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Jun 26, 2026

Die Commerzbank erwartet, dass die US-Inflation nachlässt, da Öl- und Benzinpreise fallen und damit der Druck auf die US-Notenbank (Fed) sinkt, die Geldpolitik weiter zu straffen. Im Basisszenario geht die Bank davon aus, dass die Fed die Zinsen unverändert lässt – auch wenn die Marktbepreisung auf zusätzliche Straffung hindeutet – und rechnet damit, dass die Inflationswerte im Juni unter denen vom Mai liegen.

Zum geldpolitischen Pfad: Die Commerzbank-Prognose unterstellt keine Zinserhöhungen; Zinssenkungen werden ab dem Sommer 2027 eingeplant. Zudem erwartet sie erneut Abwärtsdruck auf den US-Dollar, sobald der Konflikt mit dem Iran endet und eine Lockerung einsetzt. Die Bank ergänzt, dass die Währung auf Basis der Kaufkraftparität (PPP) überbewertet erscheine.

Disconnect Between Market Expectations And Fed Policy

Angesichts der Tatsache, dass der Markt weiterhin potenzielle Zinsschritte nach oben einpreist, sehen wir in den kommenden Wochen eine Chance. Aktuelle Daten zu Fed-Funds-Futures deuten auf eine Wahrscheinlichkeit von über 60% für eine weitere Zinserhöhung bis September 2026 hin – eine Einschätzung, die wir für falsch halten. Diese Diskrepanz zwischen Marktbepreisung und der wahrscheinlichen Realität einer pausierenden Federal Reserve ist der Punkt, auf den wir den Fokus richten sollten.

Der Hauptgrund für unsere Sicht ist der jüngste Rückgang der Energiepreise, der sich direkt auf den nächsten Inflationsbericht auswirken wird. Rohöl ist seit Mai von über 90 US-Dollar je Barrel auf aktuell rund 82 US-Dollar gefallen, und der jüngste EIA-Bericht wies einen überraschenden Lageraufbau aus. Das sollte sich in einem niedrigeren Verbraucherpreisindex (CPI) für Juni niederschlagen und damit den Druck auf die Fed reduzieren, die Geldpolitik weiter zu straffen.

Daher betrachten wir Zinsderivate, die davon profitieren würden, wenn die Fed stillhält. Das umfasst Überlegungen zu Positionen, die gegen die derzeit in den September- und Dezember-Kontrakten eingepreisten Zinserhöhungen setzen. Optionen auf SOFR-Futures mit Laufzeit bis zum Spätsommer könnten eine kosteneffiziente Möglichkeit bieten, sich für dieses Szenario zu positionieren.

Implications For The US Dollar

Wir erwarten zudem, dass der US-Dollar unter Druck gerät, sobald der Markt die Fed-Erwartungen nach unten anpasst. Der Dollar-Index (DXY) notiert nahe 108 – ein Niveau, das historisch ohne anhaltend restriktive Geldpolitik schwer zu halten war. Wir sollten den Kauf von Put-Optionen auf den DXY oder Call-Optionen auf Währungspaare wie EUR/USD in Erwägung ziehen.

Diese Dollar-Schwäche wird durch fundamentale Faktoren zusätzlich untermauert, da Modelle auf Basis der Kaufkraftparität zeigen, dass der Dollar gegenüber den wichtigsten Handelspartnern deutlich überbewertet ist. Historisch gilt: Endet ein restriktiver Fed-Zyklus unerwartet, korrigiert ein überbewerteter Dollar oft schnell und kräftig. Wir erwarten, dass sich dieses Muster wiederholt, sobald der Markt erkennt, dass keine weiteren Zinserhöhungen mehr kommen.

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