Chinas RatingDog Services PMI ging im Juni leicht auf 54,1 zurück, nach 54,4 im Mai, blieb damit jedoch klar im Bereich einer kräftigen Expansion oberhalb der 50,0er-Schwelle auf der 0–100-Skala. Die Dienstleistungsexporte legten im zweiten Monat in Folge zu und wuchsen so stark wie zuletzt im Oktober 2024. AUD/USD lag trotz der weicheren China-Zahlen im Tagesverlauf um 0,08% höher bei 0,6930. Auf dem Währungs-Scoreboard des Tages gewann der Australische Dollar 0,09% gegenüber dem US-Dollar, stieg um 0,07% gegen den Euro und legte um 0,18% gegenüber dem japanischen Yen zu; gegenüber dem Yen war er der stärkste Performer.
Der PMI wird aus Umfragen unter Top-Entscheidern in Unternehmen des Privatsektors sowie Staatsunternehmen erstellt und wird mit Blick auf Implikationen für Wachstum, Handel und Rohstoffkanäle verfolgt, die für Australien relevant sind – er ist jedoch kein direkter Input für RBA-Entscheidungen. Technisch blieb AUD/USD unter dem 20-Tage-Simple-Moving-Average und dem 100-Tage-Durchschnitt, bei einem Relative Strength Index (14) nahe 39. Als Widerstände wurden 0,6975, anschließend 0,7073 und 0,7105 genannt, während Unterstützung um 0,6847 gesehen wurde. Das Inflationsziel der RBA wurde mit 2–3% angegeben; Eisenerzexporte mit 118 Mrd. US-Dollar pro Jahr auf Basis von Daten aus 2021.
Chinas Dienstleistungsstärke und positive australische Fundamentaldaten
Wir sehen in den jüngsten Daten zum chinesischen Services PMI trotz des leichten Rückgangs einen robust expandierenden Dienstleistungssektor. Es handelt sich um den drittstärksten Wert seit fast drei Jahren, was den Australischen Dollar fundamental stützt, da China Australiens wichtigster Handelspartner ist. Die Ausweitung der Dienstleistungsexporte mit dem schnellsten Tempo seit Ende 2024 untermauert diese positive Einschätzung aus unserer Sicht zusätzlich.
Trotz dieses ermutigenden fundamentalen Umfelds zeigt das Währungspaar AUD/USD technische Schwäche. Der Kurs notiert derzeit unter seinem 20-Tage- sowie 100-Tage-Durchschnitt, was darauf hindeutet, dass das kurzfristige Momentum abwärts gerichtet ist. Wir müssen daher in den kommenden Wochen die positiven Konjunktursignale aus China gegen dieses bärische Chartbild abwägen.
Zur Untermauerung unserer Einschätzung verweisen wir darauf, dass sich die Eisenerzpreise – ein zentraler australischer Export – zuletzt stabilisiert haben und nach einem volatilen zweiten Quartal um 115 US-Dollar je Tonne handeln. Zudem dürfte die Reserve Bank of Australia angesichts der jüngsten australischen Inflationsdaten für Q2 2026 von 3,4% vorerst kaum Zinssenkungen signalisieren. Dieses Umfeld bildet einen Boden für den Aussie-Dollar und macht das rein bärische technische Bild weniger eindeutig.
Technische und fundamentale Risiken in AUD/USD ausbalancieren
Angesichts des Konflikts zwischen Fundamentaldaten und Technik sind wir der Ansicht, dass Händler Optionen zur Risikosteuerung in Betracht ziehen sollten. Der Kauf von AUD/USD-Put-Optionen mit einem Strike unterhalb der wichtigen Unterstützung bei 0,6850 könnte ein pragmatischer Hedge gegen einen Bruch nach unten sein. Diese Strategie würde sich auszahlen, wenn die bärischen technischen Signale die positiven Nachrichten aus China überlagern.
Alternativ würde ein Ausbruch von AUD/USD über den ersten Widerstand nahe 0,6975 anzeigen, dass die fundamentale Stärke die Oberhand gewinnt. In diesem Szenario würden wir den Kauf von Call-Optionen prüfen, um von einer potenziellen Bewegung in Richtung 0,7073 zu profitieren. Dieser Ansatz ermöglicht die Partizipation an Aufwärtspotenzial bei gleichzeitig klar definiertem Risiko.
Historisch gesehen gingen in Phasen chinesischer Konjunkturerholung wie 2021 starke PMI-Daten häufig einer deutlichen AUD-Aufwertung voraus. Wir erwarten, dass die Volatilität zunimmt, während der Markt entscheidet, ob er den starken China-Daten oder den schwächeren AUD/USD-Techniksignalen folgt. Die aktuelle Stärke im Cross AUD/JPY, der nun auf dem höchsten Stand seit Anfang 2015 liegt, deutet zudem darauf hin, dass sich die Schwäche des Aussie derzeit vor allem gegenüber dem US-Dollar konzentriert.
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