Chicago-PMI sinkt im Juni auf 56,7 und untermauert schwächeres US-Wachstum sowie weniger restriktive Fed-Erwartungen

by VT Markets
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Jun 30, 2026

Der US-Chicago-PMI gab im Juni auf 56,7 nach und lag damit unter der Konsensprognose von 58,1. Der Index blieb oberhalb der 50er-Schwelle, die Expansion von Kontraktion trennt, was auf anhaltendes Wachstum der regionalen Unternehmensaktivität hindeutet – allerdings in einem langsameren Tempo als erwartet.

Die Enttäuschung gegenüber den Erwartungen könnte die Wahrnehmung der Dynamik in der Industrie- und Dienstleistungspipeline des Mittleren Westens dämpfen. Die Märkte dürften den Wert zusammen mit anderen kurzfristigen Indikatoren einordnen, um zu beurteilen, ob die breitere Aktivität abkühlt oder sich nach früherer Stärke lediglich normalisiert.

Breiterer Konjunkturabschwung und Strategieanpassungen

Das Verfehlen der Erwartungen beim Chicago PMI deutet darauf hin, dass die Industrie schneller abkühlt als antizipiert. Das spricht für eine mögliche Verlangsamung des breiteren Wirtschaftswachstums auf dem Weg ins dritte Quartal. Wir werten dies als klares Signal, unsere Strategien für die kommenden Wochen anzupassen.

Wir haben diesen Abkühlungstrend auch andernorts gesehen: Der nationale ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe fiel im vergangenen Monat ebenfalls auf 51,3 und signalisiert damit eine breitere Abschwächung. Das passt zum jüngsten Arbeitsmarktbericht, in dem sich das Lohnwachstum auf eine Jahresrate von 3,8% verlangsamte und damit den Druck auf die US-Notenbank minderte. Dieses Muster aus moderaterem Wachstum und nachlassender Inflation untermauert unsere Einschätzung.

Vor diesem Hintergrund erhöhen wir den Abwärtsschutz in Aktienportfolios. Wir kaufen Put-Optionen auf den S&P 500 (SPY) mit Laufzeiten bis Ende Juli und August. Damit sichern wir uns gegen einen möglichen Marktrücksetzer ab, während Anleger eine potenziell nachlassende Konjunktur einpreisen.

Wir erwarten einen Anstieg der Marktvolatilität aus dem derzeit gedämpften Niveau heraus. Entsprechend gehen wir Long-Positionen in VIX-Futures ein, da die Unsicherheit typischerweise steigt, wenn Wachstumserwartungen nach unten revidiert werden. Historisch haben selbst kleinere Konjunkturüberraschungen dieser Art kurzfristige VIX-Spitzen vorausgehen können – wie im vierten Quartal 2025 zu beobachten war.

Politische Reaktion, Währung und Rohstoff-Positionierung

Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Federal Reserve im dritten Quartal ist nun gesunken. Wir positionieren uns für niedrigere Renditen, indem wir Long in 10-jährige Treasury-Note-Futures (ZN) gehen. Am Federal-Funds-Futures-Markt wird inzwischen nur noch eine Wahrscheinlichkeit von unter 20% für eine Zinserhöhung bis September eingepreist – nach 45% noch in der vergangenen Woche.

Eine weniger aggressive Fed dürfte den US-Dollar belasten. Wir eröffnen Short-Positionen im U.S.-Dollar-Index (DXY) gegenüber einem Korb wichtiger Währungen. Besonders dem Euro trauen wir Stärke zu, da die Europäische Zentralbank einen stabileren geldpolitischen Pfad signalisiert hat.

Die Abkühlung in der Industrie wirkt sich direkt auf die Nachfrage nach Industriemetallen aus. Wir reduzieren unser Engagement in Kupfer-Futures. Gold hingegen sehen wir in diesem Umfeld aus Konjunkturunsicherheit und potenziell niedrigeren Realrenditen als attraktiven sicheren Hafen.

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