Der Chicago-Einkaufsmanagerindex (PMI) in den USA stieg im Juni auf 56,7 und blieb damit unter der Markterwartung von 58,1. Der Wert lag dennoch weiterhin im expansiven Bereich und deutet auf anhaltendes Wachstum der Geschäftsbedingungen in der Region Chicago hin.
Das schwächer als erwartete Ergebnis signalisiert zum Ende des zweiten Quartals ein geringeres Aktivitätstempo als angenommen. Die Märkte werden abwägen, ob die Juni-Abweichung lediglich temporäre Volatilität in den regionalen Daten widerspiegelt oder auf eine breitere Abkühlung der US-Industrie und angrenzender Sektoren hindeutet.
Marktreaktionen und Portfoliostrategien
Da die Chicago-PMI-Daten für Juni schwächer als erwartet ausgefallen sind, werten wir dies als klares Signal nachlassender wirtschaftlicher Dynamik. Zwar deutet der Wert von 56,7 weiterhin auf Expansion hin, die Verfehlung spricht jedoch für eine Abkühlung der Industrieaktivität. Das könnte im dritten Quartal Gegenwind für die Unternehmensgewinne bedeuten.
Vor diesem Hintergrund wollen wir in den kommenden Wochen Absicherung nach unten in unseren Aktienportfolios aufbauen. Der Kauf von Put-Optionen auf den S&P 500 oder auf spezifische Industrie-Sektor-ETFs bietet eine direkte Absicherung gegen einen möglichen Marktrückgang. Untermauert wird diese Einschätzung durch den jüngsten nationalen ISM-Industriebericht, in dem die Komponente „New Orders“ auf den tiefsten Stand seit sechs Monaten gefallen ist.
Die Unsicherheit, die diese Erzählung eines nachlassenden Wachstums erzeugt, dürfte zu höherer Marktvolatilität führen. Wir erwarten, dass der VIX, der zuletzt um 14 pendelte, wieder in Richtung der Spanne 18 bis 20 steigen könnte. Wir erwägen den Kauf von VIX-Call-Optionen als kosteneffiziente Möglichkeit, von einem erwarteten Anstieg der Marktschwankungen zu profitieren.
Politische Implikationen und Währungsausblick
Diese wirtschaftliche Abschwächung macht es äußerst unwahrscheinlich, dass die Federal Reserve weitere Zinserhöhungen in Betracht zieht. Vielmehr sehen wir, dass der Markt zunehmend eine „dovishe“ Ausrichtung der Notenbank einpreist – zumal die Kern-PCE-Inflation zuletzt auf 2,5% nachgegeben hat. Entsprechend positionieren wir uns für sinkende Zinsen über den Kauf von Dezember-SOFR-Futures, die an Wert gewinnen, wenn die Fed eine Pause oder einen Kurswechsel signalisiert.
Historisch gingen Phasen schwächerer Industriedaten häufig einer geldpolitischen Wende der Fed voraus – ähnlich wie 2019. Damals führte eine Abschwächung der PMI-Werte zu drei Zinssenkungen, was letztlich Risikoanlagen stützte. Wir achten auf ähnliche Hinweise in den anstehenden Reden von Fed-Vertretern.
Schließlich führt eine dovishere Fed typischerweise zu einem schwächeren US-Dollar. Wir werden nach Gelegenheiten suchen, den Dollar gegenüber anderen wichtigen Währungen zu verkaufen – potenziell über Futures oder Optionen auf den Euro. Die konjunkturelle Abkühlung spricht zudem für eine geringere Nachfrage nach Industrie-Rohstoffen, weshalb wir unsere Long-Positionierung in Kupfer reduzieren.
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