Brent rutscht unter 80 US-Dollar, da Hoffnung auf Wiederöffnung der Straße von Hormus auf Zweifel an Sicherheitsrisikoaufschlag trifft

by VT Markets
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Jun 26, 2026

Brent ist deutlich zurückgekommen, nachdem die Märkte auf Erwartungen reagierten, dass die Straße von Hormus nach einem US‑Iran‑Deal wieder geöffnet wird. Seit Anfang Mai ist die Referenzsorte laut dem FX‑Strategieteam von OCBC um mehr als 30 USD/Barrel gefallen und notiert nun unter 80 USD/Barrel. Später legten die Ölpreise über Nacht wieder leicht zu, da Zweifel an der Tragfähigkeit des Abkommens aufkamen und damit eine Sicherheitsrisikoprämie im Spiel blieb.

OCBC beließ seine Brent‑Prognose für Ende 2026 bei 80 USD/Barrel und erwartet für 2027–28 ein allmähliches Abgleiten in eine Spanne im niedrigen 60‑USD‑Bereich. Kurzfristig rechnet das Institut damit, dass potenzielle Angebotsstörungen weitere Abwärtsbewegungen begrenzen. Auslöser war ein Angriff auf ein Frachtschiff in der Straße von Hormus, bei dem die Brücke beschädigt wurde. Ein Bericht des Wall Street Journal deutet darauf hin, dass Iran verantwortlich sein könnte, dies ist jedoch unbestätigt.

Fragile Marktstimmung trotz Optimismus über Wiederöffnung der Meerenge

Per 26. Juni 2026 ist Brent deutlich unter 80 USD je Barrel gefallen, wir sehen dies jedoch als fragile Situation. Der Markt wirkt übermäßig optimistisch hinsichtlich der Wiederöffnung der Straße von Hormus. Wir sind der Ansicht, dass die verschwundene Sicherheitsrisikoprämie sehr schnell zurückkehren könnte.

Der jüngste Angriff auf ein Frachtschiff ist ein klares Warnsignal, dass die Lage nicht stabil ist. Obwohl die Meerenge technisch geöffnet ist, liegt der Tankerverkehr Berichten zufolge weiterhin 15% unter dem Vorkrisenniveau, da Versender auf zusätzliche Sicherheitsgarantien warten. Rund 21 Millionen Barrel Öl passieren diesen Nadelöhr‑Korridor täglich, sodass jede Störung unmittelbare globale Auswirkungen hat.

Marktnervosität und strategische Positionierung

Anzeichen dieser Nervosität zeigen sich nun am Optionsmarkt. Der CBOE Crude Oil Volatility Index (OVX) ist zwar von seinem Mai‑Hoch zurückgekommen, bleibt mit 45 jedoch erhöht und liegt damit deutlich über seinem Fünfjahresdurchschnitt von 35. Auch die Preise für Call‑Optionen mit Verfall in den nächsten 60 Tagen beginnen anzuziehen – ein Hinweis darauf, dass Trader zunehmend gegen einen plötzlichen Preissprung absichern.

Vor diesem Hintergrund würden wir davon abraten, in den kommenden Wochen auf weitere deutliche Preisrückgänge zu setzen. Stattdessen sollten Trader Strategien in Betracht ziehen, die von Preisstabilität oder einer abrupten Aufwärtsbewegung profitieren. Der Kauf weit aus dem Geld liegender Call‑Optionen könnte ein wirksamer, kostengünstiger Weg sein, um sich für eine mögliche, durch Angebotsängste getriebene Rally in Richtung unseres Jahresendziels von 80 USD zu positionieren.

Diese Fragilität ist nicht neu, und die Geschichte zeigt, wie schnell solche Situationen eskalieren können. Ein Blick auf die Angriffe auf saudische Anlagen im Jahr 2019 genügt: Damals sprang Brent an einem einzigen Tag um fast 20%. Das текущige Umfeld wirkt ähnlich angespannt – trotz der diplomatischen Fortschritte.

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