BNY-Analyst Geoff Yu hebt Indonesien als ein klares Cross-Asset-Signal in EM APAC hervor, nachdem fiskalische Sorgen im März zu kräftigen Abflüssen sowohl aus Staatsanleihen als auch aus der indonesischen Rupiah (IDR) geführt hatten. In der Notiz zitierte Daten zeigen allein in diesem Monat Abflüsse von mehr als 200 Mio. US-Dollar – das entspricht fast 50% der Abflüsse seit Jahresbeginn. Der Bericht verweist zudem auf begrenzte Hedge-Quoten bei Carry-getriebenen Positionen, da die Absicherungskosten hoch sind; dadurch fielen die FX-Ströme kleiner aus als jene im Rentenbereich.
Seit Ende Mai hat sich das Muster auseinanderentwickelt. Die FX-Ströme hätten sich stabilisiert, während die Zuflüsse/Abflüsse in IDR-denominierten Anleihen sich weiter verschlechtert hätten. iFlows Carry-Index zeigt, dass die FX-Carry-Liquidation an Momentum verliert – eine Dynamik, die eine Erholung der IDR gestützt und die kurzfristige Relative-Value-Attraktivität eher in Richtung Währung als in Richtung indonesischer Staatskredit- oder Duration-Exposure verschoben hat.
Stabilisierung der Rupiah und makroökonomischer Hintergrund
Wir sehen eines der klarsten Cross-Asset-Signale in der Region aus Indonesien. Während fiskalische Bedenken im März starke Abflüsse sowohl aus Anleihen als auch aus der Rupiah ausgelöst hatten, ist nun eine deutliche Divergenz zu beobachten: Die FX-Ströme haben sich stabilisiert, der Anleihemarkt bleibt jedoch schwach.
Die jüngste Stabilisierung der Rupiah wird durch die in dieser Woche veröffentlichten Inflationsdaten gestützt. Der Verbraucherpreisindex (CPI) für Juni lag bei 2,8% – unter den Konsensschätzungen und komfortabel innerhalb der Zielbandbreite der Bank Indonesia. Das verschafft der Zentralbank geldpolitischen Spielraum, was für die Währungsstabilität positiv ist, selbst wenn ausländische Investoren bei Staatsanleihen weiter zögern.
Taktische Chancen in IDR und strategische Überlegungen
Damit ergibt sich eine bessere taktische Chance im IDR-Devisenmarkt als im Sovereign-Credit-Segment. Wir gehen davon aus, dass der Verkaufsdruck aus der Auflösung von Carry-Trades weitgehend ausgelaufen ist, was der Rupiah eine Erholung ermöglicht. Entsprechend betrachten wir Strategien, die in den kommenden Wochen von einer stärkeren IDR profitieren.
Der Kauf kurzfristiger IDR-Call-Optionen gegen den US-Dollar bietet eine Möglichkeit mit definiertem Risiko, um auf diese potenzielle Erholung zu setzen. Der Ansatz partizipiert an weiteren Aufwertungen der Währung und begrenzt zugleich mögliche Verluste, falls die Nervosität am Anleihemarkt wieder zunimmt. Das Muster erinnert an den EM-Ausverkauf 2018, als sich Währungen deutlich früher stabilisierten, bevor die Anleiherenditen zu fallen begannen.
Für komplexere Positionierungen ziehen wir Strukturen in Betracht, die long in IDR-Volatilität gehen und gleichzeitig neutral oder short in Futures auf indonesische Staatsanleihen positioniert sind. Das spielt die Divergenz zwischen der sich stabilisierenden Währung und dem anhaltenden Stress im Kreditmarkt direkt aus. Diese Trades zielen darauf ab, von Bewegungen in der Rupiah zu profitieren, ohne eine Richtungsmeinung zu Staatsanleihekursen einzugehen.
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