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Abwicklung von Yen‑Carry‑Trades hält AUD/JPY stabil, drückt NZD/JPY vor BoJ‑Zinserhöhung nach unten

by VT Markets
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Sep 18, 2026

AUD/JPY setzte seine Rallye in eine vierte Sitzung fort und notierte nahe 111,00, während NZD/JPY um 89,50 lag – dem schwächsten Stand seit Februar; beide Paare bleiben damit deutlich unter den Niveaus von August. Die Märkte sind darauf positioniert, dass die Bank of Japan ihren Leitzins am Freitag auf 1,25% anhebt – den höchsten Stand seit 1993 – und damit die Kalkulation klassischer Funding-Trades verschärft, bei denen Yen zu rund 1% aufgenommen werden, um höher rentierende AUD (4,35%) oder NZD (2,75%) zu kaufen. Auf dieser Basis läge der Carry nach der Entscheidung bei etwa 3,10% für AUD und 1,50% für NZD; bei 89,42 entspricht der NZD-Carry grob etwa einem und einem Drittel Yen pro Jahr, während AUD/JPY etwa dreieinhalb Yen bietet – gegenüber Kursrückgängen seit August von mehr als sechs Yen (von ~95,00) bei NZD/JPY und fünf Yen (von ~115,00) bei AUD/JPY.

Auch die Positionierung hat sich verschoben: CFTC-Daten zeigen, dass große Spekulanten in der Woche bis zum 8. September von netto short 92,2 Tsd. Yen-Kontrakten auf netto long 10,8 Tsd. drehten – ein Swing von rund 103 Tsd. und die größte wöchentliche Veränderung seit Anfang August. Neuseelands BIP stieg im Q2 um 0,2% gegenüber einer Prognose von 0,1%, nach zuvor 0,9%, während die RBNZ am 2. September die Zinsen auf 2,75% anhob; die Inflation lag bei 4,1% (Headline) und 2,9% (ohne Kraftstoffe). In Australien beließ die RBA den Satz im August bei 4,35% vor der Sitzung am 29. September; die Kerninflation lag bei 3,6%. AUD/JPY blieb über seinem 200-Tage-Durchschnitt nahe 110,00, während NZD/JPY mehr als zwei Yen unter seinem eigenen notierte. Vor dem Statement am Freitag um 03:00 GMT und der Pressekonferenz um 06:30 GMT spricht Bullock um 23:30 GMT; zudem wird Japans August-CPI (ohne frische Lebensmittel) mit 1,8% erwartet, während Neuseelands Handelsdaten um 22:45 GMT kommen – bei Öl um 97,50 US-Dollar. Die Märkte preisen eine Anhebung um 25 Basispunkte mit etwa 97% Wahrscheinlichkeit sowie gut neun Zehntel Prozentpunkt weiterer Erhöhungen über 12 Monate ein. Genannte technische Marken: Widerstände bei AUD/JPY bei 111,00 und 111,50, Unterstützungen nahe 110,00 und knapp über 109,50; NZD/JPY gedeckelt bei 89,50, darüber 90,00, Unterstützungen bei 89,00 und 88,96; der Stoch RSI liegt nahe 13 für AUD/JPY und nahe 5 für NZD/JPY.

Implikationen für den Carry-Trade und die Marktpositionierung

Wir erleben eine massive Verschiebung an den Devisenmärkten, während die Bank of Japan ihre stark erwartete Zinsentscheidung für morgen vorbereitet. Die Märkte haben eine Anhebung um 25 Basispunkte auf 1,25% eingepreist – das wären die höchsten Finanzierungskosten in Tokio seit 1993. Diese bevorstehende Entscheidung hat bereits einen historischen Rückbau des beliebten Yen-Carry-Trades ausgelöst und zwingt uns, unsere Derivate-Strategien rasch anzupassen.

Aktuelle CFTC-Daten zur Positionierung zeigen, dass spekulative Anleger zuletzt einen der größten Richtungswechsel in der Statistik vollzogen und eine Netto-Short-Position von über 92.000 Kontrakten in eine Netto-Long-Position drehten. Damit ist der breitere Markt inzwischen stark auf eine Seite des Trades konzentriert und entsprechend anfällig, falls die Währungshüter einen vorsichtigeren Ausblick liefern als erwartet. Zudem fließt angesichts japanischer Renditen zehnjähriger Staatsanleihen nahe Dreidekadenhochs institutionelles Inlands-Kapital schrittweise aus Australien und Neuseeland zurück in den Heimatmarkt.

Ausblick für Derivate-Strategien und Event-Risiken

Für Derivatehändler mit Blick auf den Australischen Dollar empfehlen wir, bei AUD/JPY eine bullishe Grundtendenz beizubehalten, solange die zentrale Unterstützung bei 110,00 hält. Der tägliche Stochastic RSI bewegt sich derzeit mit 13 nahe einem stark überverkauften Bereich und signalisiert ein ausgeprägtes technisches Potenzial für eine Aufwärtskorrektur. Verteidigt das Paar dieses Niveau, sollten kurzfristig Aufwärtsziele bei 111,50 und 112,50 in den kommenden Wochen angesteuert werden.

Dagegen sollte der Neuseeland-Dollar mit Vorsicht behandelt und bei NZD/JPY eine bearishe Grundhaltung beibehalten werden, solange 90,00 als Widerstand fungiert. Neuseelands schwaches Wachstum von lediglich 0,2% und ein sich ausweitendes Handelsdefizit, belastet durch hohe globale Ölpreise, machen den Kiwi deutlich fragiler als sein australisches Pendant. Gelingt keine Rückeroberung der 90,00, dürfte das Paar in Richtung der Unterstützungsziele bei 89,00 und 88,50 nachgeben.

Zudem sollten wir die anstehende Rede von RBA-Gouverneurin Bullock sowie die Veröffentlichung der japanischen nationalen CPI-Daten genau beobachten, um die unmittelbare Volatilität vor dem Hauptereignis einzuschätzen. Politischer Druck von Premierministerin Sanae Takaichi für eine lockerere Geldpolitik könnte die Zentralbank leicht zwingen, in ihrer Guidance eine heikle, vorsichtige Balance zu finden. Jede dovishe Formulierung in der morgigen Pressekonferenz könnte eine rasche Bewegung von zwei Yen in den Crosses auslösen – striktes Risikomanagement bleibt daher zwingend.

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