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Volumenspreadanalyse: Angebots- und Nachfragesignale lesen

by VT Markets
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Aug 6, 2026

Die Volume-Spread-Analyse (VSA) ist eine Methode der Chartanalyse. Sie liest an jeder Kurskerze drei Daten: das Volumen (Handelsaktivität), die Spanne zwischen Hoch und Tief (Kerzenspanne) und den Schlusskurs innerhalb dieser Spanne. Damit soll erkennbar werden, ob große Marktteilnehmer („professionelles Geld“, also vor allem Banken und Fonds) eher kaufen oder verkaufen. Die Idee geht auf Richard Wyckoff zurück und wurde später durch Tom Williams bekannter. In Forex, Gold und Index-CFDs nutzt man meist Tick-Volumen statt „echtem“ Börsenvolumen: Tick-Volumen zählt Kursänderungen, nicht gehandelte Kontrakte. Dieser Leitfaden erklärt die wichtigsten VSA-Signale und die Anwendung in MetaTrader 4 und MT5.

Wichtigste Punkte:

Viele Trader schauen nur auf den Kurs und übersehen, wie stark die Bewegung „unterfüttert“ ist. Schließt eine Kerze grün, wird oft automatisch angenommen: Käufer haben die Kontrolle. Das stimmt nicht immer.

VSA prüft genau diese Annahme. Sie vergleicht, wie viel Aktivität in einer Kerze stattgefunden hat, mit der tatsächlich zurückgelegten Strecke. Kernfrage: Passt der Einsatz (Volumen) zum Ergebnis (Spanne)?

Der Leitfaden erklärt Logik, Kernsignale und die Anwendung in MetaTrader 4 und MetaTrader 5. Dazu gibt es Beispielrechnungen und einen realistischen Lernweg.

VSA ist eine Methode zum Lesen von Charts. Sie untersucht die Beziehung zwischen Volumen, Kerzenspanne und der Lage des Schlusskurses. Ziel ist, Verschiebungen von Angebot und Nachfrage zu erkennen (Angebot = Verkaufsdruck, Nachfrage = Kaufdruck). Die Methode ist nicht rein mechanisch: Man bildet eine Einschätzung Kerze für Kerze.

VSA geht auf Richard Wyckoff zurück, der Anfang des 20. Jahrhunderts das Zusammenspiel von Kurs und Volumen analysierte. Seine Beobachtung: Märkte durchlaufen Phasen der Akkumulation (große Käufer bauen Positionen auf) und Distribution (große Verkäufer bauen Positionen ab).

Tom Williams, früher Händler in einem Syndikat (Zusammenschluss großer Marktteilnehmer), entwickelte die Ideen weiter und machte sie in Master the Markets als benannte Kerzenmuster nutzbar.

On-Balance-Volume und Money-Flow-Indikatoren bündeln Daten über viele Kerzen. Dadurch geht oft verloren, was in einzelnen Kerzen passiert. VSA behandelt jede Kerze als eigenes Ereignis.

Viele Indikatoren reagieren verzögert. Das direkte Lesen der Kerze nicht. VSA bewertet Volumen immer zusammen mit der Spanne. Viele Volumen-Tools lassen die Spanne weg.

Große institutionelle Orders lassen sich kaum „unsichtbar“ ausführen. Große Stückzahlen brauchen Zeit und verändern das Verhältnis zwischen Volumen und Spanne.

Woher weiß man, ob Volumen eher Kauf oder Verkauf ist? Das reine Volumen ist neutral: jeder Trade hat Käufer und Verkäufer. Der Schlusskurs gibt den Hinweis. Hohes Volumen mit Schluss nahe dem Tief deutet darauf hin, dass Verkäufer den Kaufdruck abgefangen haben. Hohes Volumen mit Schluss nahe dem Hoch spricht für das Gegenteil.

Die Mechanik ist immer gleich: Einsatz gegen Ergebnis.

Volumen ist der Einsatz. Die Spanne ist das Ergebnis. Stimmen beide überein, ist die Bewegung meist „echt“. Passen sie nicht zusammen, wird Druck abgefangen (Absorption: große Gegenseite nimmt Orders auf).

Beispiel EUR/USD:

Einsatz und Ergebnis passen – die Bewegung wirkt glaubwürdig. Ändert sich nur ein Wert, kippt die Aussage: Wenn dieselben 4.200 Volumen nur eine 12-Pip-Spanne erzeugen, ist der Einsatz viel größer als das Ergebnis. Dann verkauft jemand in die Käufe hinein.

Der Schlusskurs macht aus der Spanne ein Urteil. Rechnen Sie die Lage als Anteil der Spanne.

Gold-Kerze: Hoch 2.400, Tief 2.380, Schluss 2.382:

Ohne Kontext ist kein Signal zuverlässig. Akkumulation ist eine Phase, in der große Käufer innerhalb einer Handelsspanne Angebot aufnehmen – meist nach einem Rückgang. Distribution ist das Gegenstück nach einem Anstieg: große Verkäufer geben Positionen ab.

Eine positive Kerze in der Akkumulation kann ein Einstiegshinweis sein. In der Distribution ist dieselbe Kerze oft eine Falle.

Diese Muster sind Begriffe – keine festen Regeln.

Stärkesignale sind Kerzen, bei denen Verkaufsdruck sichtbar wird, aber keinen weiteren Abwärtsweg schafft.

Eine Test-Kerze läuft noch einmal in ein früheres Verkaufsgebiet – bei niedrigem Volumen. Niedriges Volumen mit starkem Schluss heißt: Angebot ist weg. Steigt das Volumen wieder, ist der Bereich weiter umkämpft. Tests bestätigen, sie lösen nicht automatisch Trades aus.

Arbeiten Sie immer dieselben fünf Schritte in derselben Reihenfolge ab. Direkt zu Schritt vier zu springen ist ein typischer Anfängerfehler.

Vergleichen Sie die aktuelle Spanne mit den letzten 20 Kerzen.

Legen Sie eine 20-Perioden-Linie (gleitender Durchschnitt) über das Volumen-Histogramm (Balken unten im Chart) und ordnen Sie ein:

Teilen Sie die Spanne in Drittel.

Eine Kerze ist nur eine Arbeitshypothese. Bestätigung kommt oft innerhalb von ein bis drei Kerzen.

Gute VSA-Anwendung heißt, das Verhalten der Daten je Markt zu kennen: Tick-Volumen in Forex (statt Börsenvolumen), VSA bei Gold und Index-CFDs, passende Zeitfenster und die Bedeutung der Handelszeiten.

Der Devisenmarkt ist nicht zentral an einer Börse, es gibt daher keine einheitliche Volumenzahl. MetaTrader zeigt meist Tick-Volumen: gezählt werden Kursänderungen in einer Periode, nicht gehandelte Kontrakte.

Bei großen Währungspaaren bildet Tick-Volumen die Aktivität meist ausreichend gut ab. Bei VT Markets zeigen MT4 und MT5 das Tick-Volumen im Histogramm als Anzahl der Kursänderungen je Zeitraum.

Höhere Zeiteinheiten bündeln mehr Aktivität pro Kerze. Das macht Signale meist belastbarer.

Unterhalb von 15 Minuten wird Tick-Volumen oft sehr unruhig, die Signalqualität sinkt.

Vergleichen Sie Kerzen nur mit Kerzen derselben Handelsphase. Die Überschneidung London/New York liefert oft die beste Lesbarkeit. Ausschläge kurz vor dem täglichen Rollover besser ausblenden. Doppelt so hohes Volumen in Asien kann schlicht der frühe Start europäischer Händler sein.

VSA ist eine Lesart des Marktes. Der Vergleich hilft, den Nutzen einzuordnen: VSA versus Volumenprofil, VSA versus Orderflow und Footprint-Charts sowie das Zusammenspiel mit Price Action.

Volumenprofil zeigt, wie viel Volumen auf welchen Kursniveaus in einem Zeitraum lag (Value-Areas, Volumen-Knoten). Das ist eher „strukturorientiert“. VSA ist „verhaltensorientiert“ und liest Absicht Kerze für Kerze. Viele Trader nutzen Volumenprofil für Zonen und VSA für das Timing der Reaktion.

Orderflow und Footprint-Charts zeigen innerhalb einer Kerze, wie viele Abschlüsse zu Geld- und Briefkursen stattfanden (ausgeführte Käufe/Verkäufe). Das ist deutlich feiner, braucht aber meist Börsendaten und Spezialsoftware. VSA liefert eine grobe Annäherung mit Daten, die fast jede Chartplattform bietet.

VSA ersetzt Price Action (reines Lesen von Kursmustern) nicht, sondern filtert sie. Entsteht etwa ein Pin-Bar am Widerstand bei extrem hohem Volumen und schwachem Schluss, passen Kurs- und Volumensignal zusammen. Genau diese Übereinstimmung ist gesucht.

VSA am Chart ist vor allem eine Frage des Setups: Volumen-Histogramm plus Durchschnitt, Umsetzung in MetaTrader 4/5 und TradingView sowie der Unterschied zwischen manuellem Lesen und automatischen Labels.

Beide Plattformen liefern Tick-Volumen standardmäßig. Nutzen Sie den встроuten Volumes-Indikator, ziehen Sie einen gleitenden Durchschnitt auf das Histogramm und stellen Sie „Apply to“ auf „First Indicator’s Data“ (Durchschnitt wird auf das Volumen, nicht auf den Kurs gelegt). Bei VT Markets ist das schnell eingerichtet.

TradingView hat eine Volumenanzeige mit optionalem Durchschnitt und viele Community-Skripte, die Kerzen automatisch beschriften. Nutzen Sie den Kursfeed des Instruments, das Sie wirklich handeln, und prüfen Sie, ob er zu den Brokerkursen passt.

Ein VSA-Indikator kann typische Muster markieren und so das Lernen beschleunigen. Er kann aber den Kontext (Akkumulation/Distribution, Schlüsselzonen) nicht zuverlässig bewerten – dort liegt der Vorteil:

VSA ist hilfreich, aber leicht falsch anzuwenden: fehlender Kontext, subjektive Einordnung, Verzerrungen durch Nachrichten und Kurslücken, zu häufiges Handeln von „Lehrbuch“-Mustern und die Rolle innerhalb einer Gesamtstrategie.

Der häufigste Fehler ist, eine Kerze isoliert zu bewerten. Eine No-Demand-Kerze in einem stabilen Aufwärtstrend ist oft nur eine ruhige Pause.

Auch erfahrene Leser können dieselbe Kerze unterschiedlich einordnen. „Groß“ und „klein“ sind relative Begriffe. Feste Schwellenwerte (wie in den fünf Schritten) reduzieren das Rätselraten.

Anfänger sehen Upthrusts überall. Echte Upthrusts sind selten und entstehen an wichtigen Marken nach einer längeren Bewegung. Wenn Sie mehrere pro Tag in einem Markt „finden“, sind die Kriterien zu weich.

VSA ist ein Filter, keine komplette Strategie. Sie gehört zu einem klaren Trendrahmen, einer Regel für Positionsgröße (wie groß der Trade ist) und einem festen Risiko pro Trade. Profis nutzen VSA oft, um Trades abzulehnen.

VSA lernt man durch strukturierte Übung: Checkliste, Training im Demokonto und ein realistischer Zeitplan.

Schreiben Sie eine einseitige Checkliste und handeln Sie nicht ohne sie.

Markieren Sie pro Woche 20 Charts, ohne zu handeln. Speichern Sie jede Situation als Screenshot und prüfen Sie das Ergebnis fünf Kerzen später. Ein Demokonto erlaubt dieses Training mit Live-Kursen ohne Kosten; reine Rückblicke wirken oft „leichter“, weil man die Unsicherheit in Echtzeit nicht spürt.

Die meisten Trader brauchen sechs bis zwölf Monate, bis die Methode Ergebnisse spürbar verbessert. Das ist normal: Es ist eine Lesefähigkeit, die Wiederholung braucht. Vertiefung: How to Know When You’re Ready to Move from Demo to Live.

Q1: Was ist die Volume-Spread-Analyse?

Eine Methode der Chartanalyse, die pro Kurskerze Volumen, Spanne (Hoch minus Tief) und den Schlusskurs innerhalb dieser Spanne bewertet. Ziel ist zu erkennen, ob große Marktteilnehmer eher Positionen aufbauen (Akkumulation) oder abbauen (Distribution).

Q2: Funktioniert VSA im Forex?

Ja. Im Forex gibt es kein einheitliches Börsenvolumen. Viele Plattformen zeigen Tick-Volumen, also die Anzahl der Kursänderungen. Bei den wichtigsten Währungspaaren spiegelt es die Aktivität meist gut genug wider, um die Grundprinzipien anzuwenden.

Q3: Worin liegt der Unterschied zwischen VSA und Volumenprofil?

VSA liest pro Kerze das Zusammenspiel aus Volumen, Spanne und Schlusskurs, um die wahrscheinliche Absicht im Markt abzuleiten. Das Volumenprofil zeigt, wie viel Volumen auf welchen Kursniveaus in einem Zeitraum lag (Wertzonen, Bereiche mit besonders viel Handel). VSA ist verhaltensorientiert, Volumenprofil strukturorientiert.

Q4: Welche Zeiteinheit ist am besten für VSA?

Grundsätzlich jede. Sauberer sind Signale oft in höheren Zeiteinheiten, weil mehr Aktivität in einer Kerze steckt. Viele Trader nutzen Tages- oder 4-Stunden-Charts für den Kontext und suchen Bestätigung im 1-Stunden- oder 15-Minuten-Chart.

Q5: Ist VSA für Anfänger geeignet?

Die Grundlagen sind zugänglich, weil man nur einen Kurschart und ein Volumen-Histogramm braucht. Die Auswertung ist aber interpretativ, daher braucht es Übung am Chart, um Signale im Kontext zu bewerten. Ein Demokonto ist der übliche Einstieg.

VSA liefert keine fertigen Signale. Sie hilft, jede Kerze zu hinterfragen, bevor Kapital eingesetzt wird. Das trennt reaktives von vorausschauendem Handeln.

Starten Sie mit einem Markt und einer Zeiteinheit. Nutzen Sie Volumen-Histogramm und die Fünf-Schritte-Checkliste und sammeln Sie kommentierte Screenshots. Nach einigen Monaten wiederholen sich die „Spuren“ im Chart.

Eröffnen Sie ein Live-Konto oder ein Demokonto bei VT Markets. Üben Sie mit realen Spreads und Ausführung im Forex, in Gold, Index-CFDs und weiteren Märkten auf MetaTrader 4 und MetaTrader 5.

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