Die Volume-Spread-Analyse (VSA) ist eine Methode der Technischen Analyse. Sie bewertet bei jeder Kurskerze drei Punkte: das Volumen, die Handelsspanne (Abstand zwischen Hoch und Tief) und den Schlusskurs innerhalb dieser Spanne. Ziel ist zu erkennen, ob große Marktteilnehmer („Smart Money“, also Banken/Fonds) eher kaufen oder verkaufen. Der Ansatz geht auf Richard Wyckoff zurück und wurde später durch Tom Williams bekannt. In Forex, Gold und Index-CFDs wird meist Tick-Volumen genutzt – also die Zahl der Kursänderungen – statt der tatsächlich gehandelten Kontrakte. Dieser Leitfaden erklärt die wichtigsten VSA-Signale und die Anwendung auf MetaTrader-4- und MT5-Charts.
Wichtigste Punkte:
- Die Volume-Spread-Analyse liest pro Kerze drei Dinge: Volumen, Spanne von Hoch zu Tief und den Schlusskurs.
- Sie soll zeigen, ob große Marktteilnehmer kaufen oder verkaufen – nicht nur, ob der Kurs steigt oder fällt.
- Sie funktioniert bei Forex, Gold und Index-CFDs mit Tick-Volumen (zählt Kursänderungen statt gehandelter Kontrakte).
- Signale sind nur im Kontext aussagekräftig. Dieselbe Kerze kann bullisch oder bärisch sein – je nachdem, was davor passiert ist.
- VSA ist eine Lesetechnik, kein Automat. Erfahrung am Chart ist entscheidend.
Viele Trader sehen nur den Kurs und übersehen die Aktivität dahinter. Eine grün schließende Kerze wirkt wie Käuferkontrolle – oft stimmt das nicht.
VSA prüft genau diese Annahme. Sie vergleicht, wie viel Aktivität (Volumen) in einer Kerze steckt, mit dem Ergebnis (Spanne). Die zentrale Frage lautet: Passt der Aufwand zum Ergebnis?
Dieser Leitfaden erklärt die Logik, die wichtigsten Signale und die Anwendung auf MetaTrader 4 und MetaTrader 5 – mit Rechenbeispielen und einem realistischen Lernplan.
Was ist die Volume-Spread-Analyse?

Die Volume-Spread-Analyse ist eine Methode zum Lesen von Charts. Sie untersucht das Zusammenspiel aus Volumen, Kerzenspanne und Schlusskurslage. Damit soll erkennbar werden, ob sich Angebot und Nachfrage (Verkaufsdruck und Kaufinteresse) im Hintergrund verschieben. Das ist keine starre Regeltechnik: Man baut die Einschätzung Kerze für Kerze auf.
Die drei Datenpunkte: Volumen, Spanne und Schlusskurs
- Volumen: Aktivität während der Kerze. Wichtig ist der Vergleich mit einem gleitenden Durchschnitt (z. B. 20 Kerzen), nicht die absolute Zahl.
- Spanne (Spread): Abstand zwischen Hoch und Tief. Eine weite Spanne bedeutet, der Kurs konnte gut laufen. Eine enge Spanne deutet auf Gegenwehr hin (Kurs wird „abgedrückt“).
- Schlusskurs: Wo der Kurs innerhalb der Spanne schließt. Das ist oft das entscheidende Detail, wird aber häufig ignoriert.
Ursprung: von Wyckoff zu Tom Williams
VSA geht auf Richard Wyckoff zurück, der Anfang des 20. Jahrhunderts untersuchte, wie Kurs und Volumen gemeinsam laufen. Daraus leitete er Marktphasen ab: Akkumulation (große Käufer bauen Positionen auf) und Distribution (große Verkäufer geben Positionen ab).
Tom Williams (ehemaliger Händler in einem Handelshaus) machte den Ansatz durch Master the Markets populär und beschrieb wiederkehrende Kerzenmuster mit festen Namen.
Unterschied zu klassischen Volumenindikatoren
On-Balance Volume (OBV) und Money-Flow-Indikatoren fassen viele Kerzen zu einer Linie zusammen. Dabei gehen Details einzelner Kerzen verloren. VSA betrachtet jede Kerze als eigenes Ereignis.
Viele Indikatoren reagieren verzögert. Das Lesen einzelner Kerzen ist direkter. VSA setzt Volumen immer in Beziehung zur Spanne – viele Volumenindikatoren tun das nicht.
Kernannahme: Großes Geld hinterlässt Spuren
Große institutionelle Orders (z. B. von Banken oder Fonds) lassen sich nicht „unsichtbar“ ausführen. Große Größen brauchen Zeit und verändern das Verhältnis von Volumen zu Spanne deutlich stärker als kleine Orders.
Woran erkennt man, ob Volumen eher Kauf oder Verkauf bedeutet? Volumen allein ist neutral, weil jeder Trade Käufer und Verkäufer hat. Entscheidend ist der Schlusskurs: Hohes Volumen nahe dem Tief kann bedeuten, dass Verkaufsdruck die Käufer absorbiert hat. Hohes Volumen nahe dem Hoch spricht eher für das Gegenteil.
Wie die Volume-Spread-Analyse funktioniert
Das Prinzip ist immer gleich: Aufwand gegen Ergebnis.
„Aufwand vs. Ergebnis“ einfach erklärt
Volumen ist der Aufwand. Die Spanne ist das Ergebnis. Passen beide zusammen, wirkt die Bewegung „echt“. Passen sie nicht, wird Druck absorbiert (aufgesogen) – oft ein Warnsignal.
Beispiel EUR/USD:
- Hoch 1,0850, Tief 1,0800: Spanne 50 Pips (ein Pip ist bei den meisten Forex-Paaren die vierte Nachkommastelle).
- Die durchschnittliche Spanne der letzten 20 Kerzen beträgt 25 Pips: diese Kerze ist doppelt so groß.
- Volumen 4.200 gegenüber einem 20-Kerzen-Durchschnitt von 1.800: rund 2,3-mal so hoch.
Aufwand und Ergebnis passen zusammen, die Bewegung wirkt glaubwürdig. Ändert man einen Wert: Wenn dieselben 4.200 Volumen nur 12 Pips Spanne erzeugen, ist der Aufwand viel größer als das Ergebnis – jemand hat gegen die Bewegung verkauft.
Spanne im Verhältnis zum Volumen lesen
- Hohes Volumen, weite Spanne: echte Beteiligung, oft Fortsetzung.
- Hohes Volumen, enge Spanne: Absorption, häufig Wendebereich.
- Niedriges Volumen, weite Spanne: dünner Markt (wenig Liquidität), leicht umkehrbar.
- Niedriges Volumen, enge Spanne: Desinteresse, oft Pause vor einer klaren Bewegung.
Warum der Schlusskurs zeigt, wer „gewonnen“ hat
Der Schlusskurs macht aus der Spanne ein Urteil. Praktisch ist eine Prozentrechnung.
Beispiel Gold-Kerze mit Hoch 2.400, Tief 2.380 und Schluss 2.382:
- Spanne: 2.400 minus 2.380 ergibt 20 US-Dollar.
- Schlusskurslage: (2.382 − 2.380) = 2; 2 geteilt durch 20 = 10 %.
- Bewertung: Schluss im unteren 10-%-Bereich bei weiter Spanne und hohem Volumen ist ein klares Schwächesignal.
Kontext: Akkumulation und Distribution
Kein Signal ist ohne Kontext belastbar. Akkumulation bedeutet: große Käufer nehmen Verkaufsangebot innerhalb einer Seitwärtszone auf – meist nach einem Rückgang. Distribution ist das Spiegelbild nach einem Anstieg: große Verkäufer geben Bestände ab.
Eine bullische Kerze in der Akkumulation kann relevant sein. Dieselbe Kerze in der Distribution ist oft eine Falle.
Wichtige VSA-Signale und ihre Bedeutung
Diese Muster sind Begriffe, keine festen Handelsregeln.
Schwächesignale: No Demand, Upthrust, Buying Climax
- No-Demand-Kerze („keine Nachfrage“): steigende Kerze mit enger Spanne und Volumen niedriger als in den zwei Kerzen davor.
- Upthrust („Fehlausbruch nach oben“): Kurs läuft über ein jüngstes Hoch, schließt dann nahe dem Tief bei hohem Volumen. Späte Käufer sitzen fest.
- Buying Climax („Kaufspitze“): ungewöhnlich breite steigende Kerze mit dem höchsten Volumen seit Wochen – oft am Ende eines langen Anstiegs.
Stärkesignale: No Supply, Spring, Stopping Volume, Selling Climax
Stärkesignale sind Kerzen, in denen Verkaufsdruck sichtbar ist, der Kurs aber nicht weiter fällt.
- No-Supply-Kerze („kein Angebot“): fallende Kerze mit enger Spanne und ungewöhnlich niedrigem Volumen. Verkäufer fehlen.
- Spring / Shakeout („Ausstopper“): Kurs rutscht unter eine Unterstützung, dreht dann und schließt wieder innerhalb der Range.
- Stopping Volume („Stopp-Volumen“): sehr hohes Volumen in einer fallenden Kerze, die im mittleren oder oberen Drittel schließt.
- Selling Climax („Verkaufsspitze“): Panikverkäufe bei extremem Volumen, gefolgt von einer deutlichen Erholung bis zum Schluss.
Tests und Retests
Eine Test-Kerze läuft in einen Bereich zurück, in dem zuvor stark verkauft wurde – bei niedrigem Volumen. Niedriges Volumen mit starkem Schluss kann bedeuten, dass das Verkaufsangebot weg ist. Steigt das Volumen wieder, ist der Bereich weiter umkämpft. Tests bestätigen, sie sind selten ein direkter Einstiegsauslöser.
Kombinationen aus Volumen und Spanne im Überblick
| Volumen | Spanne | Schlusskurslage | Wahrscheinliche Lesart |
| Sehr hoch | Weit | Nahe Tief, nach Aufwärtstrend | Buying Climax oder Upthrust |
| Sehr hoch | Eng | Nahe Hoch, nach Rückgang | Stopping Volume |
| Niedrig | Eng | Nahe Hoch, im Aufwärtstrend | No Supply, bullisch |
| Niedrig | Eng | Nahe Tief, in einer Rally | No Demand, bärisch |
| Durchschnitt | Weit | Nahe Hoch, Ausbruch über Widerstand | Echter Ausbruch |
| Hoch | Weit | In der Mitte, am Widerstand | Absorption, abwarten |
VSA-Chart Schritt für Schritt lesen
Arbeiten Sie immer dieselben fünf Schritte ab. Der häufigste Anfängerfehler ist, sofort bei Schritt vier zu beginnen.
Schritt 1: Gesamtbild festlegen
- Trend im höheren Zeitfenster bestimmen.
- Offensichtliche Unterstützungen, Widerstände und Seitwärtszonen markieren.
- Einschätzen, ob der Markt eher akkumuliert oder distribuiert.
Schritt 2: Spanne mit den letzten Kerzen vergleichen
Vergleichen Sie die aktuelle Spanne mit den letzten 20 Kerzen.
- Über 1,5-mal dem Durchschnitt: weit
- Unter 0,7-mal dem Durchschnitt: eng
Schritt 3: Volumen mit dem Durchschnitt vergleichen
Legen Sie einen 20-Perioden-Durchschnitt über das Volumen-Histogramm (Balkenanzeige des Volumens) und ordnen Sie ein:
- Unter 0,7-mal dem Durchschnitt: niedrig
- 0,7 bis 1,3-mal: durchschnittlich
- 1,3 bis 2-mal: hoch
- Über 2-mal: extrem hoch
Schritt 4: Schlusskurs einordnen
Teilen Sie die Spanne in Drittel.
- Oberes Drittel: Käufer hatten die Kontrolle
- Unteres Drittel: Verkäufer hatten die Kontrolle
- Mittleres Drittel: unklar, abwarten
Schritt 5: Bestätigung in den Folgekerzen abwarten
Eine einzelne Kerze ist nur eine Annahme. Bestätigung kommt oft innerhalb von ein bis drei Kerzen.
- Nach einem Schwächesignal: auf eine No-Demand-Kerze beim nächsten Erholungsversuch achten.
- Nach einem Stärkesignal: auf einen niedrigen Volumen-Test achten, der hält.
- Wenn die nächsten Kerzen widersprechen: Einschätzung verwerfen.
VSA in Forex, Indizes und Rohstoffen anwenden
Gute VSA-Anwendung hängt davon ab, wie sich Daten je Markt verhalten. Dazu gehören Tick-Volumen vs. echtes Volumen, VSA bei Gold und Index-CFDs, passende Zeitfenster und die Bedeutung von Handelszeiten.
Tick-Volumen vs. echtes Volumen im Forex
Der Forex-Markt ist dezentral organisiert, es gibt keine einheitliche, börsenweite Volumen-Zahl. MetaTrader zeigt daher Tick-Volumen: gezählt werden Kursänderungen, nicht die Zahl der gehandelten Kontrakte.
Bei wichtigen Währungspaaren bildet Tick-Volumen die Aktivität meist ausreichend nah ab, damit die Methode funktioniert. Bei VT Markets ist Tick-Volumen in MT4 und MT5 verfügbar; das Volumen-Histogramm spiegelt die Aktivität über die Anzahl der gemessenen Kursänderungen je Zeitraum.
VSA bei Gold und Index-CFDs
- XAUUSD: auf Upthrusts an runden Marken achten, dort liegen oft viele Stop-Loss-Aufträge (automatische Ausstiegsorders).
- Index-CFDs: „Klimax“-Volumen tritt häufig in der ersten Stunde der Kassasitzung auf (wenn die Börse offiziell öffnet).
- Öl: Lagerdaten-Veröffentlichungen verzerren Volumen; diese Kerzen sind oft schwer interpretierbar.
Zeiteinheit wählen: klarere Signale
Höhere Zeiteinheiten bündeln mehr Aktivität pro Kerze, daher sind Signale oft belastbarer.
| Handelsstil | Kontext-Chart | Signal-Chart |
| Swing | Wöchentlich | Täglich |
| Daytrading | Täglich | 1 Stunde |
| Aktiv intraday | 4 Stunden | 15 Minuten |
Unterhalb von 15 Minuten wird Tick-Volumen oft „rauschig“ (viel Zufall), die Signalqualität sinkt.
Liquidität je Session: Timing ist entscheidend
Vergleichen Sie Kerzen nur mit Kerzen aus derselben Session. Die Überschneidung London/New York liefert meist die beste Bildqualität. Spikes kurz vor dem täglichen Rollover (Wechsel des Handelstags) sind oft verzerrt. Doppeltes Durchschnittsvolumen in Asien kann schlicht frühe Aktivität aus Europa sein.
VSA im Vergleich zu anderen Methoden
VSA ist eine Lesart des Marktes. Der Vergleich mit anderen Ansätzen hilft, die Einordnung zu klären: VSA vs. Volume Profile, VSA vs. Order Flow/Footprint und die Kombination mit Price Action.
VSA vs. Volume Profile
Volume Profile zeigt, wie viel Volumen in einem Zeitraum auf welchen Kursniveaus umgesetzt wurde. Das ist „strukturell“ (wo liegen Schwerpunkte). VSA ist „verhaltensorientiert“: Absicht wird Kerze für Kerze gelesen. Viele nutzen Profile für wichtige Niveaus und VSA für das Timing der Reaktion.
VSA vs. Order Flow und Footprint-Charts
Order Flow und Footprint-Charts zeigen innerhalb einer Kerze die ausgeführten Käufe/Verkäufe (Bid/Ask, also zu Geld/Brief gehandelte Abschlüsse). Das ist detaillierter, braucht aber Börsendaten und Spezialsoftware. VSA liefert eine gröbere Annäherung mit Daten, die fast jede Chartsoftware bietet.
Wie VSA zu Price Action passt
VSA ersetzt Price Action nicht (Price Action bedeutet: Handel auf Basis von Kursverhalten/Chartmustern ohne viele Indikatoren). VSA wirkt als Filter. Entsteht z. B. ein Pin Bar am Widerstand bei extrem hohem Volumen und schwachem Schluss, bestätigen sich Kurs- und Volumensignal. Genau diese Übereinstimmung ist wertvoll.
Plattformen, Charts und VSA-Indikatoren
VSA auf dem Chart ist vor allem eine Setup-Frage: Volumen-Histogramm plus Durchschnitt, Anwendung in MetaTrader 4/5 und TradingView sowie der Unterschied zwischen manuellem Lesen und automatischen Markierungen.
Volumen-Histogramm und Volumen-Durchschnitt einrichten
- Kerzen- oder Balkenchart ohne unnötige Elemente.
- Volumen-Histogramm im unteren Fenster.
- 20-Perioden gleitender Durchschnitt auf dem Volumen.
- Horizontale Linien an wichtigen Swing-Hochs und -Tiefs (lokale Wendepunkte).
VSA in MetaTrader 4 und MetaTrader 5
Beide Plattformen zeigen Tick-Volumen standardmäßig. Fügen Sie den Indikator „Volumes“ hinzu, ziehen Sie einen gleitenden Durchschnitt auf das Histogramm und stellen Sie „Apply to“ auf „First Indicator’s Data“ (Daten des ersten Indikators). Mit einem MetaTrader-5-Konto bei VT Markets ist das schnell eingerichtet.
VSA in TradingView
TradingView bietet eine Volumenanzeige mit optionalem Durchschnitt sowie Community-Skripte, die Kerzen automatisch benennen. Nutzen Sie den Chart des Instruments, das Sie wirklich handeln, und prüfen Sie, ob der Kursfeed zu Ihrem Broker passt.
Manuelles Lesen vs. automatische Markierungen
Ein VSA-Indikator kann typische Muster markieren und so das Lernen beschleunigen. Was er nicht zuverlässig kann: den Kontext bewerten – und dort liegt der Vorteil.
- Automatische Labels anfangs als Lernhilfe nutzen.
- Immer prüfen: Liegt die Kerze in Akkumulation oder Distribution?
- Viele Labels sind ohne Kontext nicht brauchbar.
- Später auf manuelles Lesen umstellen.
Grenzen und typische Fehler bei VSA
VSA ist nützlich, aber leicht falsch angewendet: Signale brauchen Kontext, Bewertungen sind teils subjektiv, Nachrichten und Kurslücken verzerren, und zu häufiges Handeln „aus dem Lehrbuch“ schadet.
Warum Signale ohne Kontext scheitern
Der häufigste Fehler ist, eine Kerze isoliert zu lesen. Eine No-Demand-Kerze in einem stabilen Aufwärtstrend ist oft nur eine ruhige Pause.
Subjektivität
Zwei erfahrene Leser können dieselbe Kerze unterschiedlich bewerten. „Weit“ und „eng“ sind relative Begriffe. Feste Schwellenwerte (wie in den fünf Schritten) reduzieren das Rätselraten.
Nachrichten und Liquiditätslücken
- Volumen-Spitzen bei Datenveröffentlichungen zeigen oft Positionierung, nicht klare Absicht.
- Kurslücken (Gaps: Sprünge ohne Handel dazwischen) machen die Spannenrechnung unzuverlässig.
- Dünne Feiertagssessions erzeugen falsche „Klimax“-Signale.
- Die erste Kerze nach großen Nachrichten ist oft kaum sinnvoll lesbar.
Zu häufiges Handeln von Lehrbuchmustern
Anfänger sehen überall Upthrusts. Echte Upthrusts sind selten und erscheinen an wichtigen Niveaus nach einer längeren Bewegung. Wenn Sie mehrere pro Tag im selben Markt finden, sind die Kriterien meist zu locker.
VSA im Gesamtsystem
VSA ist ein Entscheidungsfilter, keine komplette Strategie. Sinnvoll ist die Kombination mit Trendregeln, Positionsgröße (wie groß eine Position sein darf) und einem festen Risiko pro Trade. Profis nutzen VSA oft, um Trades zu vermeiden.
So beginnen Sie mit dem Lernen der Volume-Spread-Analyse
VSA lernt man durch strukturierte Übung: Checkliste bauen, im Demokonto trainieren, Fortschritt realistisch planen.
Eine Signal-Checkliste erstellen
Schreiben Sie eine einseitige Checkliste und handeln Sie nicht ohne sie.
- Wie ist der Kontext: Akkumulation oder Distribution?
- Ist die Spanne weit, normal oder eng im Vergleich zu den letzten 20 Kerzen?
- Ist das Volumen niedrig, normal, hoch oder extrem hoch?
- Wo liegt der Schlusskurs innerhalb der Spanne?
- Bestätigt oder widerspricht die nächste Kerze?
Üben im Demokonto
Markieren Sie pro Woche 20 Charts, ohne zu handeln. Speichern Sie zu jedem Signal einen Screenshot und prüfen Sie nach fünf Kerzen das Ergebnis. Ein Demokonto zeigt das unter Live-Bedingungen (Spreads, Ausführung) – historisches „Replay“ wirkt oft zu einfach, weil die Unsicherheit in Echtzeit fehlt.
Realistische Lernkurve
| Phase | Dauer | Fokus |
| Erkennen | Woche 1 bis 4 | Kerzenmuster im Nachhinein korrekt benennen |
| Kontext | Monat 2 bis 3 | Muster den Marktphasen zuordnen |
| Anwendung | Monat 4 bis 6 | Demotrading mit Checkliste |
| Integration | Monat 6 bis 12 | VSA in eine vollständige Strategie einbauen |
Die meisten Trader brauchen sechs bis zwölf Monate, bis die Methode die Ergebnisse spürbar verbessert. Das ist normal: Es ist eine Lesetechnik und braucht Wiederholung. Mehr dazu: How to Know When You’re Ready to Move from Demo to Live.
Häufige Fragen (FAQs)
Q1: Was ist Volume-Spread-Analyse?
Eine Methode der Technischen Analyse, die pro Kerze Volumen, Spanne (Hoch bis Tief) und die Lage des Schlusskurses auswertet. Sie soll zeigen, ob große Marktteilnehmer eher aufbauen (Akkumulation) oder abbauen (Distribution), statt nur die Kursrichtung zu verfolgen.
Q2: Funktioniert Volume-Spread-Analyse im Forex?
Ja. Da Forex dezentral ist, gibt es kein einheitliches Gesamtvolumen. Viele Plattformen zeigen Tick-Volumen (Anzahl der Kursänderungen statt Kontrakte). Bei großen Währungspaaren passt Tick-Volumen meist ausreichend gut zur tatsächlichen Aktivität, um VSA sinnvoll anzuwenden.
Q3: Worin liegt der Unterschied zwischen VSA und Volume Profile?
VSA liest je Kerze das Verhältnis aus Volumen, Spanne und Schlusskurs, um die Absicht zu schätzen. Volume Profile zeigt, wie viel Volumen auf welchen Kursniveaus in einem Zeitraum gehandelt wurde (Wertbereiche und Zonen mit viel Aktivität). VSA ist verhaltensorientiert, Volume Profile ist strukturell.
Q4: Welche Zeiteinheit ist für VSA am besten?
Grundsätzlich jede. Klarer werden Signale oft in höheren Zeiteinheiten, weil je Kerze mehr Aktivität enthalten ist. Viele nutzen Tages- oder 4-Stunden-Chart für den Kontext und suchen Bestätigung in 1 Stunde oder 15 Minuten.
Q5: Ist VSA für Anfänger geeignet?
Vom Werkzeug her ja: Es reicht ein Kurschart plus Volumen-Histogramm. Da VSA aber Interpretation erfordert, brauchen Anfänger viel Praxis, um Signale im Kontext zu bewerten. Ein Demokonto ist der übliche Einstieg.
Angebot und Nachfrage mit VT Markets lesen
Die Volume-Spread-Analyse liefert nicht einfach „fertige“ Signale. Sie hilft, jede Kerze kritisch zu prüfen, bevor Kapital eingesetzt wird. Diese Disziplin trennt oft reaktive von vorausschauenden Tradern.
Starten Sie mit einem Instrument und einer Zeiteinheit. Nutzen Sie das Volumen-Histogramm, arbeiten Sie die Fünf-Schritte-Checkliste ab und sammeln Sie Screenshots mit Notizen. Mit der Zeit wiederholen sich typische Muster.
Ein Live-Konto eröffnen oder ein Demokonto eröffnen bei VT Markets. Üben Sie mit realen Spreads (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs) und realer Ausführung in Forex, Gold, Index-CFDs und weiteren Märkten auf MetaTrader 4 und MetaTrader 5.