Kernaussagen:
- Bei der Volumenanalyse wird gemessen, wie viele Kontrakte, Lots (standardisierte Handelsgröße im Derivate- und Forex-Handel) oder Aktien den Besitzer wechseln. So wird sichtbar, wie stark ein Kursimpuls „getragen“ ist – etwas, das der Preis allein nicht zeigt.
- Steigende Kurse bei steigendem Volumen bestätigen einen Trend. Steigen die Kurse, während das Volumen sinkt, ist das oft ein Warnsignal: Die Bewegung wird schwächer.
- On-Balance Volume (OBV, ein laufender Saldo aus Volumen an Auf- und Abwärtstagen) und VWAP (Volume Weighted Average Price, volumengewichteter Durchschnittspreis) sind die meistgenutzten Werkzeuge. Beide sind in MetaTrader 4 und MetaTrader 5 enthalten.
- Bei VT Markets können Trader die Volumenanalyse direkt in MT4- und MT5-Charts für Devisen, Indizes, Rohstoffe und Aktien nutzen.
Viele Einsteiger suchen monatelang nach dem perfekten Einstiegssignal. Sie stapeln gleitende Durchschnitte, passen den Relative-Stärke-Index (RSI, ein Schwungkraft-Indikator) an und fügen nach jedem Fehltrade einen weiteren Oszillator (Indikator, der um einen Mittelwert schwankt) hinzu.
Dabei wird ein Werkzeug am unteren Rand vieler Charts oft übersehen: Volumenanalyse. Sie zeigt, wie viel Handelsaktivität eine Kursbewegung trägt. Volumen ist der „Treibstoff“ hinter jeder Kerze (Candlestick, Darstellung von Eröffnung, Hoch, Tief, Schluss). Ohne Volumen ist ein Ausbruch nur eine Vermutung.
Die Größenordnung ist entscheidend. Am globalen Devisenmarkt werden laut BIZ-Triennial Survey 2025 täglich über 9,6 Billionen US-Dollar umgesetzt. In so einem Markt ist es zentral, ob eine Bewegung breite Teilnahme hat.
Dieser Leitfaden erklärt die Volumenanalyse von Grund auf. Sie lernen, was sie bedeutet, wie man sie liest und wie Sie sie in eine Strategie auf MetaTrader 4 und 5 einbauen.
Was ist Volumenanalyse im Trading?

Volumenanalyse bedeutet, das Handelsvolumen zu untersuchen – also wie viele Kontrakte, Lots oder Aktien in einem Zeitraum gehandelt wurden. Ziel ist, die Stärke hinter einer Kursbewegung zu beurteilen: Der Preis zeigt die Richtung, das Volumen zeigt, wie viel Überzeugung dahintersteht.
Man kann es so sehen: Der Preis ist die Schlagzeile, das Volumen ist die Menge dahinter. Eine Aussage mit wenigen Teilnehmern verpufft – mit vielen kann sie etwas bewegen. Das Volumen ist diese „Menge“.
Die wichtigste Beziehung:
- Hohes Volumen + steigender Kurs = starker Kaufdruck, intakte Aufwärtsbewegung.
- Hohes Volumen + fallender Kurs = starker Verkaufsdruck, intakte Abwärtsbewegung.
- Niedriges Volumen + steigender Kurs = schwache Rally, oft anfällig für Stopp oder Rücklauf.
- Niedriges Volumen + fallender Kurs = eher „weiches“ Nachgeben, weniger Überzeugung.
Warum Volumenanalyse wichtiger ist als viele Indikatoren
Viele Indikatoren werden nur aus dem Preis berechnet – also aus denselben Daten anders gerechnet. Volumen ist ein zusätzlicher, unabhängiger Faktor. Es bestätigt, was der Preis signalisiert, oder widerspricht frühzeitig.
Wenn Preis und Volumen zusammenpassen, steigt die Qualität des Signals. Wenn nicht, kommt oft ein Warnhinweis, bevor es im Chart offensichtlich ist.
Kurzer Hinweis: Volumen im Devisenmarkt
Forex ist dezentral organisiert, es gibt also keine einzelne Börse, die das „echte“ Gesamtvolumen meldet. MetaTrader 4 und 5 zeigen deshalb das Tick-Volumen (Anzahl der Kursänderungen pro Zeitraum).
Tick-Volumen ist nicht identisch mit tatsächlich gehandelten Kontrakten. Es bildet die Aktivität aber oft ausreichend gut ab: mehr Ticks = mehr Handel = mehr Beteiligung. Bei Aktien und Index-CFDs (CFD = Differenzkontrakt, Derivat auf Kursbewegungen) entspricht das Volumen meist der gehandelten Menge.
Wie liest man Volumen im Trading-Chart?
Der Einstieg gelingt über das Volumen-Histogramm. In MetaTrader 4 und 5 sind das die vertikalen Balken unter dem Kurschart. Jeder Balken steht für die Aktivität einer Kerze.
Wichtig ist der Vergleich, nicht der absolute Wert. Ein einzelner Balken sagt wenig. Entscheidend ist, wie er im Verhältnis zu den vorherigen Balken steht.
So gehen Sie vor:
- Basislinie festlegen: Nutzen Sie einen 20-Perioden-Durchschnitt des Volumens (gleitender Durchschnitt), um „normal“ vs. „überdurchschnittlich“ zu sehen.
- Balken gegen den Durchschnitt prüfen: Ist ein Balken zwei- bis dreimal so hoch, zeigt das auffällig stärkere Beteiligung.
- Volumen mit der Kerze abgleichen: Kam die große Bewegung mit großem Volumen? Dann hat sie eher Substanz. Ohne Volumen ist Vorsicht angebracht.
- Spitzen beobachten: Ein Balken, der etwa 300 % oder mehr über dem Durchschnitt liegt, deutet oft auf Nachrichten, Ausbruch oder Übertreibung hin.
- Divergenzen suchen: Macht der Kurs ein neues Hoch, während das Volumen fällt, lässt die Dynamik nach.
Ein einfaches Beispiel
Angenommen, EUR/USD lag in den letzten 20 Stunden im Schnitt bei 1.000 Ticks pro Stundenkerze. Die nächste Kerze schließt deutlich im Plus – bei 3.200 Ticks.
Rechnung:
3.200 ÷ 1.000 = 3,2-faches Volumen.
Eine Bewegung mit 3,2-mal normaler Aktivität gilt als „getragen“. Das spricht dafür, dass echte Käufer – nicht nur dünne Liquidität (wenig verfügbare Gegenangebote) – den Kurs bewegen.
Wie bestätigt man mit Volumen einen Trend?
Ein Trend ist nur so stabil wie die Beteiligung dahinter. Mit Volumen einen Trend zu bestätigen, ist ein Kernpunkt der technischen Analyse (Chartanalyse). Das hilft, späte Einstiege in auslaufende Bewegungen zu vermeiden.
Grundregel: In einem gesunden Trend nimmt das Volumen in Trendrichtung zu und sinkt bei Gegenbewegungen.
Checkliste für einen Aufwärtstrend:
- Volumen steigt, wenn der Kurs neue Hochs markiert.
- Volumen fällt bei kleinen Rücksetzern (Pullbacks, kurze Gegenbewegung), Verkäufer wirken weniger überzeugend.
- Neue Hochs entstehen mit solider Beteiligung, nicht mit ausdünnender Aktivität.
Umgekehrt beim Abwärtstrend: Volumen steigt in Abwärtswellen und nimmt bei Erholungen ab.
Volumen zur Bestätigung eines Ausbruchs lesen
Ausbrüche (Breakouts) sind ein Bereich, in dem Volumen besonders nützlich ist. Ein Ausbruch über einen Widerstand mit zwei- bis dreifachem Durchschnittsvolumen hält eher. Ein Ausbruch bei flachem oder unterdurchschnittlichem Volumen ist oft ein Fehlausbruch.
Die Tabelle zeigt typische Kombinationen:
| Kursverhalten | Volumen | Signal |
| Ausbruch über Widerstand | 2x bis 3x Durchschnitt | Wahrscheinlich echter Ausbruch |
| Ausbruch über Widerstand | Unter Durchschnitt | Wahrscheinlich Fehlausbruch |
| Neues Hoch im Aufwärtstrend | Volumen sinkt | Bärische Divergenz (Warnsignal), Dynamik nimmt ab |
| Scharfe Umkehrkerze | Extremer Volumenspike | Mögliche Übertreibung, Trendwende möglich |
Gute Volumenanalyse macht daraus klare Regeln statt Bauchgefühl.
Volumenanalyse vs. Price Action: Wo liegt der Unterschied?
Viele sehen das als Gegensatz. Praktisch ergänzen sich beide. Price Action (reines Lesen von Kursbewegungen) und Volumenanalyse beantworten unterschiedliche Fragen – zusammen werden Entscheidungen belastbarer.
- Price Action zeigt, was der Markt macht: Richtung, Struktur, Unterstützungen und Widerstände.
- Volumenanalyse zeigt, wie stark diese Bewegung „getragen“ ist.
Price Action zeigt die Bewegung. Volumen entscheidet, ob man ihr eher traut. Eine bullische Ausbruchskerze sieht optisch gleich aus – ob mit hohem oder niedrigem Volumen. Relevanter ist die Variante mit Unterstützung durch Volumen.
So wirken beide zusammen
Beispiel: GBP/USD steigt über einen wichtigen Widerstand. Price Action liefert das Signal. Dann prüfen Sie das Volumen.
- Kommt die Ausbruchskerze mit hohem Volumen, wirkt der Move substanzieller.
- Entsteht sie bei geringem Volumen, ist das Signal unsauber – Bestätigung abwarten.
So filtern Sie schwache Signale. Price Action ohne Volumen ist nur ein Teil des Bildes.
| Price Action | Volumenanalyse |
| Frage: Was macht der Kurs? | Frage: Wie stark ist die Bewegung? |
| Zeigt Richtung und Struktur | Zeigt Überzeugung und Beteiligung |
| Kann Fehlausbrüche liefern | Hilft, Fehlausbrüche zu filtern |
| Hauptsignal | Bestätigung |
Welche Indikatoren werden für Volumenanalyse genutzt?

Indikatoren machen Rohdaten aus Volumenbalken leichter lesbar. Eine „perfekte“ Volumenkennzahl gibt es nicht. Entscheidend ist, das passende Werkzeug zu wählen und es mit der Kursstruktur zu prüfen.
Drei Werkzeuge reichen vielen Tradern – alle sind in MetaTrader 4 und 5 verfügbar.
On-Balance Volume (OBV)
OBV ist ein laufender Zähler: Es addiert das Volumen, wenn der Kurs höher schließt, und zieht es ab, wenn der Kurs tiefer schließt.
Regel:
- Schlusskurs höher als gestern: OBV = vorheriges OBV + heutiges Volumen.
- Schlusskurs niedriger als gestern: OBV = vorheriges OBV − heutiges Volumen.
Steigt OBV, während der Kurs seitwärts läuft, deutet das auf versteckten Kaufdruck hin. Fällt OBV, während der Kurs steigt, kann die Dynamik nachlassen.
Volume Weighted Average Price (VWAP)
VWAP ist der volumengewichtete Durchschnittspreis einer Handelssitzung. Viele professionelle Marktteilnehmer nutzen ihn als Referenz, ob sie im Tagesverlauf eher „günstig“ oder „teuer“ kaufen – gemessen an der tatsächlichen Aktivität.
Liegt der Kurs über VWAP, ist die Tendenz eher positiv. Liegt er darunter, eher negativ. Intraday-Trader nutzen VWAP oft als dynamische Unterstützung oder als Widerstand.
Volumen-Durchschnitt und Money Flow Index
Ein Volumen-Durchschnitt glättet das Histogramm, damit Ausreißer klarer auffallen. Der Money Flow Index (MFI, „Geldfluss“-Index) kombiniert Preis und Volumen zu einem Oszillator von 0 bis 100. Werte über 80 gelten oft als „überkauft“ (stark gelaufen), unter 20 als „überverkauft“ (stark gefallen).
Praktischer Ansatz: Kombinieren Sie ein Trendwerkzeug wie OBV mit einem „Standort“-Werkzeug wie VWAP und prüfen Sie zusätzlich die Volumenbalken. Ein klares Signal ist besser als ein überladener Chart.
| Indikator | Was er misst | Wofür er geeignet ist |
| OBV | Aufaddierter Kauf- vs. Verkaufsdruck | Trendbestätigung und Divergenzen |
| VWAP | Volumengewichteter Durchschnittspreis der Sitzung | Intraday-Tendenz und Fair-Value-Referenz (Orientierungswert) |
| Volumen-MA | Durchschnittsvolumen über einen Zeitraum | Überdurchschnittliche Aktivität und Spikes |
| MFI | Volumengewichtete Dynamik auf 0–100 | Überkauft/überverkauft mit Volumenbezug |
Wie nutzen Trader Volumenanalyse in einer Strategie?
Wissen wird erst wertvoll, wenn es als Ablauf genutzt wird. So bauen disziplinierte Trader Volumenanalyse in eine Strategie auf MetaTrader 4 und 5 ein.
Routine zur Volumen-Bestätigung (Schritt für Schritt)
Vor jedem Trade:
- Schritt 1: Setup identifizieren: Mit Price Action das Niveau bestimmen: Ausbruch, Rücksetzer oder Umkehrzone.
- Schritt 2: Volumen prüfen: Die Signal-Kerze sollte überdurchschnittliches Volumen zeigen. Ohne Bestätigung kein Trade.
- Schritt 3: OBV abgleichen: OBV sollte in Richtung des Trades laufen.
- Schritt 4: VWAP als Referenz: Für Intraday-Trades eher Longs über VWAP, Shorts darunter.
- Schritt 5: Risiko steuern: Stopp (Stop-Loss, automatische Verlustbegrenzung) hinter die Struktur legen und die Positionsgröße so wählen, dass pro Trade maximal ein bis zwei Prozent des Kontos riskiert werden.
Beispiel
Angenommen, XAUUSD (Gold) läuft unterhalb eines Widerstands bei 2.400 US-Dollar seitwärts. Der Kurs bricht darüber aus – mit 3x Durchschnittsvolumen. OBV steigt, und der Kurs hält sich über VWAP.
Die Volumensignale passen zum Ausbruch. Sie gehen Long, setzen den Stopp unter den gebrochenen Widerstand und zielen auf das nächste Niveau. Beispielrechnung fürs Risiko:
- Kontogröße: 5.000 US-Dollar. Risiko pro Trade: 2 % = 100 US-Dollar.
- Stopp-Abstand: 10 US-Dollar Goldbewegung.
- Positionsgröße: 100 US-Dollar Risiko ÷ 10 US-Dollar Stopp = 0,1 Lot.
Volumen liefert die Bestätigung. Risikomanagement hält den Trade kontrollierbar.
Hinweise für bessere Volumenanalyse
- Volumen nicht allein handeln: Es bestätigt Signale, ersetzt sie nicht.
- Divergenzen ernst nehmen: Sinkendes Volumen bei neuen Hochs ist ein frühes Warnsignal.
- Chart schlank halten: Maximal zwei Volumen-Werkzeuge.
- Zuerst üben: Regeln im Demokonto testen, bevor echtes Geld eingesetzt wird.
Start mit einem MetaTrader-4- und -5-Broker
Volumenanalyse ist nur so gut wie die Daten der Plattform. Dafür нужен ein Broker mit MetaTrader 4 und 5, verlässlichen Volumendaten und schneller Ausführung (Execution, Orderausführung).
Achten Sie bei der Auswahl auf:
- Vollen MT4- und MT5-Zugang, damit OBV, VWAP und Volumenhistogramm direkt verfügbar sind.
- Enge Spreads (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs) und schnelle Ausführung, damit Einstiege nahe am angezeigten Kurs erfolgen.
- Demokonto, um Volumen ohne Risiko zu üben.
- Mehrere Anlageklassen, um dieselben Methoden in Devisen, Indizes, Rohstoffen und Aktien anzuwenden.
VT Markets bietet dies in MetaTrader 4 und MetaTrader 5 und ermöglicht die Umsetzung dieser Volumen-Methoden in globalen Märkten.
Häufige Fragen (FAQ)
F1: Was ist Volumenanalyse einfach erklärt?
Volumenanalyse bedeutet: prüfen, wie viel Handel eine Kursbewegung unterstützt. Steigt der Kurs bei hohem Volumen, ziehen viele Marktteilnehmer mit. Steigt er bei niedrigem Volumen, ist die Bewegung oft anfälliger.
F2: Ist Volumenanalyse im Forex-Handel verlässlich?
Ja, mit Einschränkung: Da Forex dezentral ist, zeigen MT4 und MT5 meist Tick-Volumen statt echtem Handelsvolumen. Tick-Volumen bildet die Aktivität in der Praxis oft gut ab und eignet sich zur Bestätigung, etwa bei Ausbrüchen und Divergenzen.
F3: Welcher Volumen-Indikator ist für Anfänger geeignet?
OBV ist ein guter Einstieg: eine Linie, die bei Kaufdruck steigt und bei Verkaufsdruck fällt. Kombiniert mit einem Volumen-Durchschnitt ergibt das ein übersichtliches Setup.
F4: Geht Volumenanalyse auch ohne Indikatoren?
Ja. Das Volumenhistogramm reicht: Balken mit den letzten Perioden vergleichen, Spikes erkennen, prüfen, ob große Kerzen mit hohem Volumen auftreten. Indikatoren verfeinern es, sind aber nicht zwingend.
F5: Bedeutet hohes Volumen immer eine Trendwende?
Nein. Hohes Volumen heißt starke Beteiligung. Ob daraus Fortsetzung oder Umkehr wird, hängt vom Umfeld ab. Am Trendende kann ein Spike Übertreibung anzeigen, beim Ausbruch kann er Bestätigung sein. Volumen immer zusammen mit der Kursstruktur lesen.