Wichtigste Punkte
- Pivot-Punkte (Standard) sind ein Werkzeug der Chartanalyse (Auswertung von Kursverläufen). Sie leiten Unterstützungs- und Widerstandsniveaus (Zonen, an denen Kurse oft stoppen oder drehen) aus Hoch, Tief und Schlusskurs der vorherigen Sitzung ab.
- Der zentrale Pivot-Punkt (PP) liegt in der Mitte. Darunter liegen drei Unterstützungen (S1, S2, S3), darüber drei Widerstände (R1, R2, R3).
- Die Grundformel ist einfach: PP = (Hoch + Tief + Schlusskurs) / 3. Alle weiteren Niveaus werden daraus berechnet.
- Trader nutzen sie für Intraday (Handel innerhalb eines Tages) für Ein- und Ausstiege sowie Stopps (automatische Ausstiegsmarken zur Begrenzung von Verlusten). Am besten funktionieren sie zusammen mit weiteren Signalen.
Manche Werkzeuge wollen den Markt vorhersagen. Pivot-Punkte (Standard) liefern vor allem eine Orientierung: Bereiche, in denen der Kurs wahrscheinlich reagiert. Aus der Handelsspanne von gestern werden Niveaus für heute abgeleitet.
So lassen sich Ein- und Ausstiege sowie Stopps schon vor Handelsbeginn planen. Darum sind Pivot-Punkte besonders bei Intraday- und Day-Trading (Käufe und Verkäufe am selben Tag) beliebt.
Was sind Pivot-Punkte (Standard)?

Pivot-Punkte (Standard) sind waagerechte Linien im Chart. Sie zeigen wahrscheinliche Zonen von Unterstützung und Widerstand (Bereiche, in denen Kurse häufig anhalten oder drehen). Sie werden aus den Kursdaten der vorherigen Periode berechnet und bleiben für die aktuelle Periode unverändert.
Weil die Berechnung bekannt ist und viele Marktteilnehmer dieselben Marken beobachten, können diese Zonen besonders oft Reaktionen auslösen.
Was sind Pivot-Punkte im Trading?
Pivot-Punkte sind Kursniveaus, die anzeigen, wo der Markt eher pausiert oder dreht. Sie dienen als Raster für den Tag:
Über dem zentralen Pivot: Die Stimmung gilt meist als bullisch (steigende Kurse werden wahrscheinlicher). Notiert der Kurs über dem Pivot, haben Käufer tendenziell mehr Einfluss. Damit steigt die Chance, dass Widerstände getestet werden.
Unter dem zentralen Pivot: Die Stimmung gilt meist als bärisch (fallende Kurse werden wahrscheinlicher). Bleibt der Kurs darunter, dominieren eher Verkäufer. Damit steigt die Chance, dass Unterstützungen angesteuert werden.
Was bedeutet „Standard“ bei Standard-Pivot-Punkten?
„Standard“ (auch „klassisch“ oder „Floor“) meint die ursprüngliche Methode. Dabei werden Unterstützungen und Widerstände gleichmäßig anhand der gesamten Handelsspanne der Vorperiode verteilt. Andere Methoden wie Fibonacci (Abstände nach Fibonacci-Verhältnissen) oder Camarilla (alternative Abstandsformeln, oft dichter am Pivot) setzen die Abstände anders.
Was ist der Pivot-Punkt (PP)?
Der Pivot-Punkt (PP) ist das zentrale Niveau und die Basis für alle weiteren Marken. Er ist der Durchschnitt aus Hoch, Tief und Schlusskurs der Vorperiode. Kurse darüber sprechen eher für Stärke, Kurse darunter eher für Schwäche.
Was bedeuten Unterstützung und Widerstand (S1, S2, S3, R1, R2, R3)?
Um den PP liegen je drei Marken:
- Widerstände (R1, R2, R3) liegen über dem Pivot. Dort können Aufwärtsbewegungen ins Stocken geraten.
- Unterstützungen (S1, S2, S3) liegen darunter. Dort können Rücksetzer auffangen.
Je weiter ein Niveau vom Pivot entfernt ist, desto stärker muss die Bewegung sein, um es zu erreichen.
Wie werden Pivot-Punkte (Standard) berechnet?
Für Pivot-Punkte (Standard) braucht man nur drei Werte aus der vorherigen Sitzung: Hoch, Tief und Schlusskurs.
Häufig gefragt wird: Welche Einstellung ist bei Standard-Pivot-Punkten üblich? Standardmäßig werden für Intraday-Charts meist die Daten des Vortags verwendet. In MetaTrader 4 und MetaTrader 5 bei VT Markets können Indikatoren (eingebaute Anzeigehilfen im Chart) Pivot-Punkte (Standard) automatisch einblenden. Manuelles Rechnen ist damit oft nicht nötig.
Wie lautet die Formel für Standard-Pivot-Punkte?
Die wichtigsten Formeln im Überblick:
| Niveau | Formel |
| Pivot-Punkt (PP) | (Hoch + Tief + Schlusskurs) / 3 |
| Widerstand 1 (R1) | (2 × PP) − Tief |
| Unterstützung 1 (S1) | (2 × PP) − Hoch |
| Widerstand 2 (R2) | PP + (Hoch − Tief) |
| Unterstützung 2 (S2) | PP − (Hoch − Tief) |
| Widerstand 3 (R3) | Hoch + 2 × (PP − Tief) |
| Unterstützung 3 (S3) | Tief − 2 × (Hoch − PP) |
Welche Daten nutzen Standard-Pivot-Punkte (vorheriges Hoch, Tief, Schlusskurs)?
Standard-Pivot-Punkte nutzen nur drei Werte aus der vorherigen Sitzung:
- das vorherige Hoch
- das vorherige Tief
- den vorherigen Schlusskurs
Keine gleitenden Durchschnitte (Durchschnittslinien), keine Glättung, keine Verzögerung: Aus der Spanne von gestern werden Marken für heute.
Wie berechnet man den Pivot-Punkt (PP)?
Hoch, Tief und Schlusskurs addieren und durch drei teilen. Das Ergebnis ist der Pivot für den Tag und die Basis für alle weiteren Niveaus.
Wie berechnet man Unterstützungen (S1, S2, S3)?
Von PP nach unten rechnen:
- S1 = (2 × PP) − Hoch
- S2 = PP − (Hoch − Tief)
- S3 = Tief − 2 × (Hoch − PP)
Wie berechnet man Widerstände (R1, R2, R3)?
Von PP nach oben rechnen:
- R1 = (2 × PP) − Tief
- R2 = PP + (Hoch − Tief)
- R3 = Hoch + 2 × (PP − Tief)
Rechenbeispiel: Standard-Pivot-Punkte
Angenommen, EUR/USD hatte am Vortag ein Hoch von 1,0920, ein Tief von 1,0850 und einen Schlusskurs von 1,0900. Zuerst der Pivot:
- PP = (1,0920 + 1,0850 + 1,0900) / 3 = 1,0890
Damit ergeben sich für die Sitzung sieben feste Niveaus:
| Niveau | Wert |
| R3 | 1,1000 |
| R2 | 1,0960 |
| R1 | 1,0930 |
| PP | 1,0890 |
| S1 | 1,0860 |
| S2 | 1,0820 |
| S3 | 1,0790 |
Wie liest man Standard-Pivot-Punkte im Chart?

Im Chart wirken Standard-Pivot-Punkte wie eine Leiter: Der Kurs steigt Richtung Widerstand und fällt Richtung Unterstützung. Der Pivot ist die Mitte.
Was sagt die Pivot-Punkt-Linie aus?
Der zentrale Pivot ist die Tagesrichtung (Grundtendenz).
- Oberhalb davon überwiegt die bullische Tendenz.
- Unterhalb davon überwiegt die bärische Tendenz.
Ein klarer Bruch des PP gilt vielen als frühes Zeichen, dass die Stimmung kippt.
Was zeigen Unterstützungen und Widerstände an?
Sie markieren Bereiche, in denen der Kurs eher pausiert oder dreht. Es sind keine „Mauern“, sondern Zonen, die man auf Reaktionen prüft.
Was bedeutet ein Kurs über dem Pivot-Punkt?
Hält sich der Kurs über dem PP, spricht das für Käuferübergewicht. Trader suchen dann oft nach Long-Setups (Kaufideen) in Richtung R1 und R2, solange der Kurs über dem Pivot bleibt.
Was bedeutet ein Kurs unter dem Pivot-Punkt?
Hält sich der Kurs unter dem PP, spricht das für Verkäuferübergewicht. Trader suchen dann oft nach Short-Setups (Verkaufsideen) in Richtung S1 und S2, solange der Kurs darunter bleibt.
Wie handelt man mit Pivot-Punkten (Standard)?
Eine einfache Pivot-Strategie nutzt die Niveaus als feste Entscheidungsmarken.
Wie nutzt man Pivot-Punkte fürs Day-Trading?
- PP, S1 bis S3 und R1 bis R3 vor Handelsbeginn einzeichnen.
- Mit PP die Tagesrichtung festlegen: Long über PP, Short unter PP.
- Reaktionen an den Niveaus handeln, nicht die Mitte der Spanne.
Wie nutzt man Pivot-Punkte als Unterstützung und Widerstand?
Die Marken dienen als fertige Unterstützungen und Widerstände. Ein Abprall an S1 kann ein Long-Signal sein, eine Zurückweisung an R1 ein Short-Signal. Vor dem Einstieg eine Bestätigung durch eine Kerze abwarten (Candlestick/Kerze: einzelne Kurskerze im Chart mit Eröffnung, Hoch, Tief, Schluss).
Wie nutzt man Pivot-Punkte für Ein- und Ausstiege?
Ein einfacher Ablauf:
- Einstieg erst nach bestätigter Reaktion an einem Niveau.
- Stopp knapp hinter dem nächsten Niveau setzen.
- Erstes Kursziel ist das folgende Niveau.
Beispiel:
Long nahe S1 bei 1,0860, Stopp unter S2 bei 1,0815, erstes Gewinnziel am PP bei 1,0890. Das entspricht 45 Pips Risiko für 30 Pips Chance bis zum ersten Ziel (Pip: typische kleine Kursbewegung im Devisenhandel).
Wie kombiniert man Pivot-Punkte mit anderen Indikatoren?
Pivot-Punkte sind stärker mit Bestätigungssignalen. Häufige Kombinationen:
- Relative-Stärke-Index (RSI) (Oszillator, der Stärke/Schwäche der Bewegung misst), um Wechsel im Schwung zu erkennen, wenn der Kurs ein Niveau erreicht.
- Gleitende Durchschnitte (Durchschnittslinien), um den übergeordneten Trend zu prüfen.
- Kerzenmuster wie ein Pin Bar (Kerze mit langem Docht, die eine Zurückweisung zeigt) für das Timing des Einstiegs.
Welcher Zeitraum eignet sich am besten für Pivot-Punkte (Standard)?
Viele nutzen tägliche Pivot-Punkte in 5‑, 15‑ oder 60‑Minuten-Charts fürs Day-Trading. Wöchentliche und monatliche Pivot-Punkte passen eher zu Swing-Trading (Trades über mehrere Tage) und Positionstrading (längere Haltedauer).
Wie verlässlich sind Pivot-Punkte (Standard)?
Pivot-Punkte (Standard) zeigen Wahrscheinlichkeiten, keine Gewissheiten. Sie sind ein Baustein unter mehreren.
Sind Standard-Pivot-Punkte genau?
Sie sind als Karte möglicher Reaktionszonen nützlich, vor allem in Seitwärtsphasen (Range: Kurs pendelt in einer Spanne). Als exakter Wendepunkt sind sie weniger geeignet. Besser als Zone statt als exakte Linie behandeln.
Welche Grenzen haben Pivot-Punkte?
- Sie beruhen auf Vergangenheitsdaten und können überraschende Nachrichten nicht vorwegnehmen.
- In starken Trends kann der Kurs mehrere Niveaus schnell durchlaufen.
- Wenn viele dieselben Marken handeln, können Bewegungen kurz und heftig sein.
Funktionieren Pivot-Punkte in Trendmärkten?
Ja, aber die Interpretation ändert sich. Im Aufwärtstrend halten Unterstützungen häufiger, Widerstände werden eher gebrochen. Im Abwärtstrend umgekehrt. Der übergeordnete Trend sollte bestimmen, welche Trades bevorzugt werden.
Welche typischen Fehler gibt es bei Pivot-Punkten?
- Ein Niveau ohne Bestätigung handeln.
- Den übergeordneten Trend ignorieren.
- Stopps genau auf ein Niveau setzen, wo sie leicht ausgelöst werden.
- Pivot-Punkte ohne zusätzliches Signal nutzen.
Mehr dazu, wie man Seitwärtsmärkte handelt (phasenweise richtungsloser Markt), in denen Pivot-Punkte oft gut passen.
Häufige Fragen (FAQ)
Was sind Standard-Pivot-Punkte?
Standard-Pivot-Punkte sind ein Werkzeug der Chartanalyse. Sie leiten Unterstützungs- und Widerstandszonen aus Hoch, Tief und Schlusskurs der vorherigen Sitzung ab. In der Mitte liegt der Pivot-Punkt, darunter drei Unterstützungen und darüber drei Widerstände. Trader nutzen sie, um die Tagesrichtung und mögliche Reaktionszonen einzuschätzen.
Wie berechnet man Standard-Pivot-Punkte?
Den Pivot berechnet man aus (Hoch + Tief + Schlusskurs) / 3. Daraus werden mithilfe der Spanne (Hoch − Tief) Unterstützungen und Widerstände abgeleitet, etwa R1 = (2 × PP) − Tief und S1 = (2 × PP) − Hoch.
Wie lautet die Formel für Standard-Pivot-Punkte?
PP = (Hoch + Tief + Schlusskurs) / 3 (Werte der Vorperiode). Die ersten Marken sind R1 = (2 × PP) − Tief, S1 = (2 × PP) − Hoch, R2 = PP + (Hoch − Tief) und S2 = PP − (Hoch − Tief). R3 und S3 liegen weiter außerhalb der Spanne.
Wie verwendet man Standard-Pivot-Punkte im Trading?
Standard-Pivot-Punkte helfen, die Tagesrichtung festzulegen und Intraday-Unterstützungen sowie -Widerstände zu finden. Kurse über dem Pivot gelten eher als bullisch, darunter eher als bärisch. Viele achten auf Reaktionen an S1, R1 und den weiteren Marken, um Ein- und Ausstiege sowie Stopps zu planen, idealerweise mit einem zweiten Signal zur Bestätigung.
Welcher Zeitraum ist am besten für Standard-Pivot-Punkte?
Tägliche Pivot-Punkte in Intraday-Charts sind der häufigste Einsatz fürs Day-Trading. Wöchentliche und monatliche Pivot-Punkte eignen sich eher für Swing- und Positionstrading. Entscheidend ist die geplante Haltedauer.