
Kernaussagen
- Der SP500 notiert nahe 7.633,55, nachdem er unter seinen 9-Perioden-Durchschnitt gefallen ist (kurzfristiger Durchschnittskurs über die letzten 9 Zeitabschnitte).
- Die Märkte rechnen fest mit einer Fed-Zinserhöhung um 25 Basispunkte am 16. September (Basispunkt = 0,01 Prozentpunkte). Zins-Futures (Terminkontrakte, die Erwartungen zu künftigen Zinsen abbilden) zeigten am 14. September eine 95% Wahrscheinlichkeit.
- Die US-Inflation (CPI/VPI) stieg im August um 0,4% zum Vormonat und lag bei 3,4% zum Vorjahr. Die Kerninflation (ohne stark schwankende Energie- und Lebensmittelpreise) erhöhte sich um 0,3% zum Vormonat – das stützt die Erwartung einer Zinserhöhung.
- US-Staatsanleiherenditen, USDX, Gold und US-Indizes stehen im Fokus, weil der nächste Fed-Schritt starke Marktbewegungen auslösen kann. USDX (US-Dollar-Index) misst den Dollar gegen einen Währungskorb.
Marktbewegung
Der SP500 hält sich nahe 7.633,55, nachdem er zwischen dem Tagestief bei 7.630,30 und dem Hoch bei 7.639,30 schwankte.
Der Kurs erholte sich zunächst vom unteren Rand der Spanne und testete mehrfach den Bereich 7.638–7.639. Ein nachhaltiger Ausbruch gelang jedoch nicht. Danach ließ der Schwung nach: Es bildeten sich tiefere Zwischenhochs, und der Kurs rutschte unter den 9-Perioden-Durchschnitt (kurzfristiger Trendfilter).
Solange der Kurs unter diesem kurzfristigen Durchschnitt liegt, wirkt das Chartbild leicht negativ.
Warum Trader genau hinschauen
Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) beginnt ihre zweitägige Sitzung am 15. September. Die Zinsentscheidung wird am 16. September um 14:00 Uhr ET erwartet (US-Ostküstenzeit). Die Märkte rechnen weiterhin stark mit einer Zinserhöhung; viele sehen laut FedWatch eine Wahrscheinlichkeit von rund 90%.
Auslöser sind eine robuste Lage am Arbeitsmarkt und zunehmender Inflationsdruck.
Die Zahl der neu geschaffenen Stellen (Payrolls, ohne Landwirtschaft) stieg im August um 162.000 und lag damit deutlich über den Prognosen von rund 55.000. Die Arbeitslosenquote blieb bei 4,1%.
Der Verbraucherpreisindex (CPI/VPI) stieg im August um 0,4% zum Vormonat (nach 0,1% im Juli), die Jahresrate blieb bei 3,4%. Die Kernrate (ohne Energie und Lebensmittel) legte um 0,3% zum Vormonat zu und lag damit über den erwarteten 0,2%. Die Kerninflation zum Vorjahr sank jedoch auf 2,4% von 2,5%.
Zusammen mit Ölpreisen über 100 US-Dollar halten diese Daten die Erwartung höherer Leitzinsen hoch. Das stützt meist Renditen von US-Staatsanleihen und den US-Dollar, während Aktien und Gold eher unter Druck geraten können.
Wichtige Handelsmarken
| Marke | Typ | Worauf Trader achten |
| 7.640 | Wichtiger Widerstand (intraday) | Psychologisch wichtige runde Marke |
| 7.639,30 | Widerstand | Tageshoch und möglicher Auslöser für einen Ausbruch |
| 7.638,00 | Widerstand | Bereich, an dem mehrere Anstiege scheiterten |
| 7.635,50–7.636,00 | Drehpunkt / MA-Zone | Zone um den kurzfristigen Durchschnitt (MA = gleitender Durchschnitt) |
| 7.633,55 | Aktuelle Zone | Letzter Kurs im Chart |
| 7.632,00 | Unterstützung | Sichtbarer intraday-Boden |
| 7.630,30 | Schlüsselunterstützung | Tagestief und Auslöser nach unten |
Der SP500 hat den 9-Perioden-Durchschnitt verloren, nachdem er im Bereich 7.638–7.639,30 mehrfach scheiterte. Ein Anstieg zurück über 7.636 wäre ein erstes Zeichen nachlassenden Verkaufsdrucks. Ein klar positives Signal wäre erst ein Ausbruch über das Tageshoch.
Auf der Unterseite ist 7.632 die nächste Unterstützung. Fällt der Kurs unter 7.630,30, entstünde ein neues Tagestief – das würde das kurzfristig negative Bild verstärken.
Positive und negative Szenarien

| Szenario | Auslöser | Mögliche Marktreaktion |
| Erholung (positiv) | Zurück über 7.636 und über dem 9-Perioden-Durchschnitt bleiben | Eröffnet einen erneuten Test von 7.638 |
| Ausbruch (positiv) | Über 7.639,30 ausbrechen und darüber halten | Rückt 7.640 und höhere Marken in den Fokus |
| Fortsetzung abwärts (negativ) | Unter 7.636 bleiben und 7.632 unterschreiten | Verkäufer bleiben Richtung 7.630,30 im Vorteil |
| Stärkerer Bruch (negativ) | Unter 7.630,30 fallen | Bestätigt ein neues Tagestief und kann den Abwärtstrend beschleunigen |
| FOMC-Spanne | Zwischen 7.630,30 und 7.639,30 bleiben | Seitwärtsphase könnte bis zur nächsten Fed-Entscheidung anhalten |
Für das positive Szenario müsste der SP500 die Abwärtsbewegung drehen und zurück über den kurzfristigen Durchschnitt steigen. Ein Anstieg über 7.638 und danach über 7.639,30 würde auf mehr Kaufinteresse hindeuten.
Das negative Szenario bleibt bestehen, solange der Kurs unter 7.636 notiert. Ein Rutsch unter 7.632 und anschließend unter das Tagestief bei 7.630,30 würde auf zunehmenden Verkaufsdruck vor der Entscheidung des Federal Open Market Committee (FOMC) hinweisen (FOMC = Zinsgremium der Fed).
Haftungsausschluss
SP500-Ausblick: Was könnte als Nächstes passieren?
Eine „hawkische“ Zinserhöhung (die Fed erhöht die Zinsen und deutet weitere Schritte an) könnte Renditen von US-Staatsanleihen und den US-Dollar nach oben treiben. Höhere Renditen bedeuten für Aktien oft einen höheren Abzinsungssatz (damit werden künftige Unternehmensgewinne in einen heutigen Wert umgerechnet). Das kann den SP500 belasten, vor allem wachstums- und technologieorientierte Werte.
Eine „dovishe“ Zinserhöhung (Zinsschritt, aber vorsichtiger Ton: weitere Entscheidungen hängen von Daten ab) könnte anders wirken. Dann sehen Anleger die Erhöhung eher als begrenzte Anpassung und nicht als Start einer langen Serie. Renditen könnten sich stabilisieren, Aktien hätten eher Spielraum zur Erholung.
Ein überraschendes Pausieren (keine Zinserhöhung) könnte zunächst den Dollar schwächen und Gold sowie Aktien stützen. Weil aber viele bereits auf eine Erhöhung gesetzt haben, ist die Reaktion am Anleihemarkt entscheidend. Bleibt die Fed stehen, könnten Investoren bezweifeln, dass die Geldpolitik stark genug gegen Inflation wirkt – längere Laufzeiten von US-Staatsanleihen könnten dann höhere Renditen zeigen.
Wichtig ist die Bestätigung über mehrere Märkte: Direkt nach der Entscheidung stehen USDX (Dollar-Index), die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe und Gold im Fokus. Steigende Renditen und ein fester Dollar würden zu einer „hawkischen“ Botschaft passen. Fallende Renditen und ein schwächerer Dollar könnten bedeuten, dass der Markt die Fed weniger streng einschätzt als erwartet.
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FAQ
Was erwartet der Markt von der FOMC-Sitzung im September?
Der Markt rechnet überwiegend mit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte (0,25 Prozentpunkte).
Warum könnte die Fed die Zinsen anheben?
Die Inflation liegt weiter über dem Fed-Ziel von 2%. Ein starker Arbeitsmarkt und hohe Ölpreise sprechen zusätzlich für einen strafferen Kurs.
Wie könnte eine „hawkische“ Fed den SP500 beeinflussen?
Ein „hawkisches“ Ergebnis kann die Renditen von US-Staatsanleihen und den US-Dollar stützen. Höhere Renditen erhöhen Finanzierungskosten und den Abzinsungssatz für künftige Gewinne – das kann Aktienbewertungen belasten.
Was würde eine „dovishe“ Fed für den SP500 bedeuten?
Ein „dovisher“ Ton könnte die Erwartung weiterer Zinsschritte dämpfen. Fallen die Renditen, kann das den SP500 stützen – vor allem, wenn Trader davon ausgehen, dass der September-Schritt keine lange Serie weiterer Erhöhungen nach sich zieht.
Worauf sollten Trader nach der FOMC-Entscheidung achten?
Im Fokus stehen Renditen von US-Staatsanleihen, USDX (Dollar-Index) und Gold. Steigende Renditen und ein fester Dollar sprechen für eine „hawkische“ Lesart. Fallende Renditen, ein schwächerer Dollar und festeres Gold deuten eher auf eine weniger strenge Interpretation hin.
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