Das BLS veröffentlicht am Freitag die US-Verbraucherpreisdaten (CPI) für August. Die Prognosen deuten auf einen Anstieg um 0,4% gegenüber dem Vormonat nach 0,1% im Juli hin, während die Gesamtinflationsrate im Jahresvergleich voraussichtlich bei 3,4% verharren dürfte. Der Kern-CPI ohne Nahrungsmittel und Energie wird mit +0,2% zum Vormonat und +2,4% zum Vorjahr erwartet, wobei TD Securities mit +0,19% im Monatsvergleich und einer Kernrate von 2,3% im Jahresvergleich rechnet – 10 Basispunkte weniger als im Juli. Auch die Öldynamik bleibt im Fokus: Rohöl sprang im Juli um fast 22% nach oben, beendete den August jedoch nahezu unverändert. Zudem achten die Märkte auf in Preisdebatten genannte Schwellenwerte: Ein Kernwert unter 0,2% im Monatsvergleich gilt als dovish, während 0,3% oder mehr als USD-stützend interpretiert wird.
Die Fed-Erwartungen werden nach Kommentaren von Gouverneur Christopher Waller und festeren Beschäftigungsdaten für August neu kalibriert. Die CME-FedWatch-Wahrscheinlichkeit für eine Anhebung um 25 Basispunkte rutschte nach Waller leicht unter 50%, drehte später jedoch wieder, sodass für die Sitzung in der kommenden Woche zuletzt rund 70% für einen Zinsschritt eingepreist waren. Im EUR/USD werden als technische Bezugspunkte unter anderem die 200-Tage-SMA bei 1,1635, Widerstände bei 1,1700 und 1,1800 sowie eine Unterstützungszone von 1,1560–1,1520 genannt; weitere Marken liegen bei 1,1460 und 1,1350. Der RSI wird als oberhalb von 50 verharrend beschrieben.
Auswirkungen des August-CPI auf die Fed-Politik und die Marktvolatilität
Wir beobachten die anstehende Veröffentlichung des US-CPI für August genau, da sie die Zinsentscheidung der Federal Reserve später in diesem Monat maßgeblich beeinflussen dürfte. Die aktuellen Marktschätzungen deuten darauf hin, dass die Gesamtinflation im Jahresvergleich um 2,5% pendelt – ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Hoch von 9,1% Mitte 2022. Derivatehändler sollten sich auf erhöhte Volatilität einstellen, da jede Abweichung von diesen Schätzungen die Zinserwartungen unmittelbar neu ausrichten wird.
Fällt der Kern-CPI höher aus als der erwartete monatliche Anstieg von 0,2%, rechnen wir mit einem sprunghaften Anstieg des US-Dollar und einem deutlichen Rückgang des EUR/USD. In diesem Szenario empfehlen wir den Kauf kurzfristiger EUR/USD-Put-Optionen, um einen Absicherungsbedarf gegen einen Durchbruch unter die zentrale Unterstützungsmarke bei 1,1000 abzudecken. Umgekehrt dürfte ein weicherer Inflationswert einen Abverkauf des Dollar auslösen, wodurch Call-Optionen auf wichtige Fremdwährungen deutlich an Attraktivität gewinnen würden.
Strategische Überlegungen für Trader am CPI-Tag
Historische Daten zeigen, dass CPI-Veröffentlichungstage in den vergangenen zwei Jahren im Durchschnitt EUR/USD-Bewegungen von 60 bis 80 Pips innerhalb der ersten Stunde nach der Bekanntgabe ausgelöst haben. Da die implizite Volatilität am Optionsmarkt derzeit eine relativ ruhige Phase einpreist, sind diese Kontrakte momentan vergleichsweise günstig bewertet. Wir schlagen den Einsatz von Straddle- oder Strangle-Strategien vor, um starke Ausschläge zu nutzen – unabhängig davon, in welche Richtung die Inflationsdaten deuten.
Die aktuelle Fed-Einpreisung signalisiert eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Zinspause, doch ein überraschender Sprung bei der Dienstleistungsinflation könnte eine Anhebung oder ein längeres Verharren auf hohem Zinsniveau rasch wieder auf die Agenda setzen. Derivatehändler sollten die Renditen am US-Treasury-Markt sowie die Zins-Swap-Märkte eng verfolgen, da sich diese historisch innerhalb von Minuten nach der CPI-Veröffentlichung anpassen. Wir halten eine Positionierung auf ein breiteres Spektrum möglicher Szenarien für den sichersten Ansatz, da die Notenbank weiterhin strikt datenabhängig agiert.
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