
Der US-Arbeitsmarktbericht (Non-Farm Payrolls, kurz NFP: monatliche Zahl der neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft) fiel deutlich besser aus als erwartet. Das stützt die Erwartung, dass die US-Notenbank Fed (Federal Reserve) die Zinsen im September erneut anheben könnte. Der Dollar konnte seine anfänglichen Gewinne aber nicht ausbauen, EUR/USD blieb nach der ersten Reaktion auf die NFP-Daten relativ stabil. Da auch die EZB (Europäische Zentralbank) diese Woche voraussichtlich die Zinsen erhöht, dreht sich vieles um die Frage: Wie deutlich straffer wird die Fed im Vergleich zur EZB?
Kernaussagen
- EUR/USD notiert um 1,1610, nachdem das Paar den ersten Rückgang nach den NFP-Daten aufgeholt hat. Der Dollar hält seine Gewinne nur schwer.
- Die US-Beschäftigtenzahl (Payrolls: gemeldete Stellen laut Lohnabrechnungen) stieg im August um 162.000 statt der erwarteten 56.000. Das erhöht die Chancen auf eine Fed-Zinserhöhung. Gleichzeitig ist eine EZB-Zinserhöhung in dieser Woche an den Märkten weitgehend eingepreist.
- Im Blick stehen 1,1620 als Widerstand (Preiszone, an der Kursanstiege oft stoppen) und der 20-Tage-EMA nahe 1,1611 (EMA: gleitender Durchschnitt, der jüngere Kurse stärker gewichtet). Der RSI (Relative-Stärke-Index: Momentum-Indikator) signalisiert stärkeren kurzfristigen Schwung.
Warum das wichtig ist
EUR/USD steckt zwischen robusteren US-Arbeitsmarktdaten und der Erwartung höherer Zinsen auf beiden Seiten des Atlantiks. Im August stiegen die Payrolls um 162.000. Zudem wurde der Juli-Wert von einem Minus von 23.000 auf ein Plus von 21.000 revidiert (nachträgliche Datenkorrektur). Die Arbeitslosenquote blieb bei 4,1%. Der Bericht erhöhte die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung im September, löste aber keinen nachhaltigen Dollar-Ausbruch aus.
Der Vergleich der Geldpolitik zählt, weil die EZB bei ihrer Sitzung am 10. September ebenfalls eine Zinserhöhung vornehmen dürfte. Vor der Fed-Entscheidung am 15.–16. September kommen außerdem US-Erzeugerpreise (PPI: Preisentwicklung auf Herstellerebene) und Verbraucherpreise (CPI: Inflationsmaß für Haushalte). Der Markt sieht die Chance einer Fed-Zinserhöhung im September bei rund 58%. Für EUR/USD ist kurzfristig entscheidend, ob der Kurs die Zone der kurzfristigen EMAs zurückerobert oder klar unter 1,1600 fällt.
Wichtige Handelsmarken
- Bei 1,1641: jüngstes Hoch und übergeordneter Widerstand
- Bei 1,1630: kurzfristiger Widerstand
- Bei 1,1620: nächster Widerstandsbereich
- Bei 1,1611: 20-Tage-EMA und kurzfristige Drehscheibe
- Bei 1,1614: aktueller Handelsbereich
- Bei 1,1600: psychologische Unterstützung (runde Marke, an der Käufer oft auftreten)
- Bei 1,1590–1,1585: Reaktionszone nach den NFP-Daten
- Bei 1,1566: jüngstes Tief und übergeordnete Orientierungsmarke nach unten
Technische Analyse

EUR/USD handelt um 1,1614 und liegt damit wieder über dem 20-Tage-EMA bei 1,1611, nachdem die starke Schwankung (Volatilität: kräftige Kursausschläge) nach dem US-Arbeitsmarktbericht abgeklungen ist. Das Paar hält zudem die Marke von 1,1600. Das spricht dafür, dass der erste, vom Dollar getriebene Rückgang nicht in einen nachhaltigen Einbruch übergegangen ist.
Mit der Erholung zog auch das Momentum an. Der RSI(14) liegt bei rund 66,7 und damit klar über seinem RSI-Durchschnitt nahe 51,5. Das bedeutet: Käufer haben kurzfristig die Oberhand. Zugleich nähert sich der RSI der 70er-Zone, die oft als „überkauft“ gilt (Risiko einer Verschnaufpause).
Die kurzfristige Spanne liegt zwischen 1,1611 als Unterstützung (Kaufzone) und 1,1620 als Widerstand. Ein stabiler Anstieg über 1,1620 könnte 1,1630 und danach das jüngste Hoch bei 1,1641 wieder in den Fokus rücken. Ein Rutsch unter den 20-Tage-EMA würde die Erholung schwächen und 1,1600 erneut unter Druck setzen.
- Bullisches Szenario (steigend): EUR/USD bleibt über dem 20-Tage-EMA um 1,1611 und bricht über 1,1620. Dann wären 1,1630 und 1,1641 die nächsten Ziele.
- Bärisches Szenario (fallend): EUR/USD fällt unter 1,1611 und rutscht anschließend unter 1,1600. Das würde nachlassende Dynamik signalisieren und 1,1590–1,1585 wieder in den Blick bringen.
Haftungsausschluss
Die genannten Kursmarken und Handelsszenarien spiegeln die Einschätzung des Autors zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wider und sind keine Anlageberatung und keine offizielle Empfehlung von VT Markets. Bitte eigene Analyse durchführen und Risiken begrenzen.
Nächster Markttreiber
Der nächste Test für EUR/USD kommt durch:
- US-Erzeugerpreise (PPI) am Donnerstag,
- die EZB-Entscheidung am 10. September,
- US-Verbraucherpreise (CPI) am Freitag sowie
- die Fed-Sitzung am 15.–16. September.
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EUR/USD ist ein wichtiges Devisenpaar (Forex: Handel mit Währungen) und zeigt, wie viel ein Euro in US-Dollar wert ist. Ein EUR/USD-CFD (Contract for Difference: Derivat, bei dem nur die Kursdifferenz abgerechnet wird) ermöglicht es, auf Kursänderungen zu setzen, ohne die beiden Währungen tatsächlich zu kaufen oder zu tauschen.
Das Paar reagiert besonders auf Unterschiede in den Zinserwartungen für Fed und EZB sowie auf Inflation, Arbeitsmarktdaten, Renditen von Staatsanleihen (Bond Yields: laufende Verzinsung/Marktrendite) und die allgemeine Stimmung zum US-Dollar.
Häufige Fragen
Was passiert gerade bei EUR/USD?
EUR/USD bewegt sich seitwärts um 1,1610, nachdem das Paar nach überraschend starken US-Payrolls zunächst gefallen war. Der Dollar konnte die Gewinne nicht ausbauen, während Anleger die anstehenden US-Inflationsdaten sowie die Zinserwartungen für Fed und EZB abwägen.
Worin unterscheidet sich EUR/USD von einem EUR/USD-CFD?
EUR/USD ist der Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar. Ein EUR/USD-CFD ist ein Finanzkontrakt, mit dem auf Bewegungen dieses Wechselkurses spekuliert wird, ohne die zugrunde liegenden Währungen zu kaufen oder zu tauschen.
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