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Monatliche Markteinblicke: August

by VT Markets
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Aug 12, 2026

Wie bereits im vergangenen Monat erwähnt, sind Juli und August an den Finanzmärkten oft ruhigere Monate, weil viele Händler Urlaub machen. Trotz typischerweise geringerer Handelsvolumina (also weniger gehandelter Stücke und damit oft weniger Liquidität) halten geopolitische Entwicklungen, unterschiedliche Signale der Zentralbanken und wichtige Gesetzesinitiativen die Anleger in Alarmbereitschaft.

Im Fokus stand das Jackson-Hole-Symposium (jährliches Treffen von Notenbankern und Ökonomen in den USA), bei dem Fed-Chef Jerome Powell einen ausgewogenen Ton anschlug: Er verwies auf einen nachlassenden Arbeitsmarkt, bekräftigte aber das Ziel der Inflation zu bekämpfen. Eine Zinssenkung im September bestätigte Powell nicht, doch die Märkte werteten seine Aussagen als „dovish“ (tendenziell zinsfreundlich, also eher für niedrigere Zinsen). Das erhöhte die Erwartungen an eine Zinssenkung sowie an weitere Schritte später im Jahr, stützte Aktien und schwächte den US-Dollar kurzfristig. Das steht im Kontrast zur „hawkishen“ Haltung der EZB (eher für höhere Zinsen zur Inflationsbekämpfung) und zur vorsichtigen Normalisierung der Bank of Japan (schrittweise Rückkehr von sehr lockerer Geldpolitik), was die zunehmende Differenz (Divergenz) in der Geldpolitik der großen Notenbanken unterstreicht.

US-Aktien markieren derweil weiter Rekordstände, getragen von anhaltender KI-Euphorie und starken Ergebnissen im zweiten Quartal (Q2). Gleichzeitig wirken die Bewertungen (also das Preisniveau im Verhältnis zu Gewinnen) vor allem bei sehr großen Technologiekonzernen zunehmend angespannt. Das weckt Vergleiche mit der Dotcom-Blase (Übertreibung bei Internetaktien um die Jahrtausendwende).

Am Kryptomarkt sorgte die Gerichtsanhörung von Ripple mit der US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) am 15. August für Rückenwind: Beide Seiten zogen ihre Berufungen zurück. Damit endete ein fünfjähriger Rechtsstreit darüber, ob XRP in bestimmten Fällen als „Wertpapier“ („security“, also ein reguliertes Finanzinstrument wie eine Aktie) einzustufen ist. Das verbessert die Rechtssicherheit und erleichtert die Nutzung durch institutionelle Anleger (z. B. Fonds und Banken).

Geopolitisch prägt Trumps Handelspolitik weiter das globale wirtschaftliche Umfeld. Mehrere neue Handelsabkommen traten in Kraft, besonders mit Japan sowie ein wichtiges Abkommen mit der EU. Die EU sagte Investitionen und Käufe von über 1,3 Billionen US-Dollar zu und vermied damit härtere Zölle von 30%. Stattdessen gelten 15% sowie ein breiterer Zugang zum US-Markt.

Devisen (Forex):

Der August war entscheidend für den Devisenmarkt (FX), da Anleger ein mögliches Hoch der US-Leitzinsen einpreisten und geopolitische Ereignisse die Schwankungen (Volatilität) erhöhten. USD/JPY bleibt besonders wichtig, weil sich Carry Trades umkehren: Dabei leihen sich Anleger in einer Währung mit niedrigen Zinsen (hier oft JPY) Geld und investieren in höher verzinste Anlagen.

Der US-Dollar gab nach Powells Jackson-Hole-Rede deutlich nach. Mit steigenden Erwartungen an Zinssenkungen verlor der DXY (US-Dollar-Index, der den Dollar gegen einen Währungskorb misst) an Boden, fiel von jüngsten Hochs zurück und setzte den „Greenback“ (US-Dollar) gegenüber wichtigen Währungen unter Druck.

Im Mittelpunkt stand USD/JPY, das von den jüngsten Hochs klar zurückfiel. Auslöser war das Schließen von Yen-Carry-Trades: Geopolitische Spannungen und veränderte Zinserwartungen führten dazu, dass Händler Positionen mit höherer Rendite abbauten. Eine leichte Tonänderung der Bank of Japan verstärkte die Yen-Stärke und überraschte kurzfristig orientierte Spekulanten.

Der Euro und das Pfund legten moderat zu, vor allem wegen der Dollar-Schwäche. Unterschiedliche Konjunkturverläufe und vorsichtige Ausblicke der Zentralbanken begrenzten jedoch die Gewinne. Auch Währungen aus Schwellenländern (Emerging Markets) atmeten auf, da sinkende US-Renditen den Finanzierungsdruck reduzierten.

Abb. 1: 4-Stunden-Chart von USD/JPY mit dem starken Rücksetzer nach dem Jackson-Hole-Symposium

Gold:

Trotz zeitweiser kurzfristiger Schwankungen blieb Gold im August in einer breiten Seitwärtsphase (Range), also ohne klaren Trend.

Zu Monatsbeginn stieg Gold nach schwachen US-Arbeitsmarktdaten und neuen Zoll-Sorgen. Das löste Nachfrage nach „sicheren Häfen“ aus (Anlagen, die in Krisen als stabiler gelten). Nach Jackson Hole legte Gold erneut zu, weil die Erwartungen an eine Zinssenkung im September stiegen. Das stützte das Edelmetall (Bullion, also physisches Gold bzw. der Goldpreis), begünstigt durch einen schwächeren US-Dollar.

Abb. 2: Tageschart von Gold mit der Seitwärtsbewegung seit Anfang April; die übergeordnete Struktur bleibt positiv (bullish = tendenziell steigende Kurse)

Öl:

Öl zeigte im August Schwäche. Mitte des Monats fielen die Preise wieder unter die wichtige Marke von 65 US-Dollar, weil Hoffnung auf Fortschritte bei möglichen Friedensgesprächen zwischen Russland und der Ukraine aufkam und damit Sorgen über Angebotsausfälle nachließen. Gegen Monatsende nahm das geopolitische Risiko wieder zu: Ukrainische Drohnenangriffe auf russische Raffinerien störten die Produktion und ließen die Ölpreise leicht anziehen.

Die IEA (Internationale Energieagentur) erwartet zwar ein starkes Wachstum der globalen Nachfrage in den Jahren 2025 und 2026, wies aber zugleich auf steigendes Angebot durch OPEC+ hin. OPEC+ ist das Bündnis der OPEC-Staaten plus weiterer Produzenten wie Russland. Mehr Angebot kann zu höheren Lagerbeständen (Inventories) führen.

Abb. 3: 4-Stunden-Chart von Öl mit dem Rückgang unter den Schlüsselbereich um 65 US-Dollar

Indizes

Der August war erneut ein starker Monat für US-Aktien: Die großen Indizes erreichten wieder neue Rekordstände. Am 22. August legten US-Indizes nach Powells „dovishen“ Jackson-Hole-Aussagen deutlich zu: Der Dow Jones Industrial Average stieg um fast 1,9%, der S&P 500 um 1,5% und der Nasdaq um 1,9%.

Die Berichtssaison (Earnings Season, Zeit der Quartalszahlen) stützte die Stimmung. Mehr als 90% der S&P-500-Unternehmen übertrafen die Erwartungen, das Gewinnwachstum lag bei rund 11% gegenüber dem Vorjahr (Year-over-Year, also im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres). Finanzwerte und Technologie führten, getragen von soliden Unternehmensgewinnen und KI-Themen.

Abb. 4: Tageschart des S&P 500 mit der anhaltend starken Entwicklung dank solider Gewinne und Jackson-Hole-Signalen

Krypto:

Im August sorgten mehrere Ereignisse für Bewegung am Kryptomarkt. Ripple legte zu, nachdem SEC und Ripple am 15. August ihre Berufungen gemeinsam zurückzogen und damit bestätigten, dass Ripple den Fall zuvor mit einer Strafe von 125 Mio. US-Dollar beigelegt hatte. Die Einigung beseitigte jahrelange Unsicherheit, erhöhte die Attraktivität von XRP und liefert mehr regulatorische Klarheit.

Zudem stiegen die Finanzierungen für Web3 (dezentrale Anwendungen und Dienste auf Basis von Blockchain-Technologie). Das signalisiert wachsenden Appetit institutioneller Investoren auf dezentrale Infrastruktur (Systeme ohne zentrale Kontrolle).

Abb. 5: 4-Stunden-Chart von Bitcoin mit neuen Rekordständen zu Monatsbeginn und anschließender Korrektur

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