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Monatsrückblick September

by VT Markets
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Aug 12, 2026

Die globalen Märkte gehen in eine entscheidende Phase: Zentralbanken müssen ihre Geldpolitik (Steuerung von Zinsen und Liquidität) zwischen Inflationsrisiken und Stagflation (hohe Inflation bei schwachem Wachstum) austarieren. Diese Unsicherheit und geopolitische Spannungen sorgen für starke Kursschwankungen (Volatilität) in allen Anlageklassen.

In den USA sinkt die Inflation, zugleich signalisieren Konjunkturdaten (Daten zur Wirtschaftslage) höhere Rezessionsrisiken. Dadurch wächst der Druck auf die US-Notenbank Fed, die Leitzinsen zu senken – auch aus der Trump-Administration.

Kommt es zu stärkeren Zinssenkungen, könnte der US-Dollar (USD) nachgeben. Das kann Währungspaare (Wechselkurse zwischen zwei Währungen) wie GBPUSD, EURUSD und AUDUSD stärker schwanken lassen und ihnen Auftrieb geben. Fed-Chef Jerome Powell klang nach der letzten Sitzung jedoch vorsichtiger, was Zweifel an mehreren weiteren Zinssenkungen in diesem Jahr weckt.

Bei Rohstoffen profitieren Gold und Silber weiter als „sichere Häfen“ (Anlagen, die in Krisen oft stabiler sind) von Stagflationssorgen.

Aktienmärkte, vor allem S&P 500 und Nasdaq, setzten ihre starke Entwicklung fort und markierten neue Rekordstände. Treiber sind Erwartungen auf spätere Zinssenkungen der Fed.

Außerhalb der USA steht die EZB vor anderen Problemen. Die Inflation im Euroraum bleibt zäh, besonders bei Dienstleistungen, während das Wachstum stagniert. Die Zurückhaltung der EZB bei schnellen Zinssenkungen steht im Gegensatz zur eher lockeren Ausrichtung der Fed (dovish = eher für niedrigere Zinsen). Diese geldpolitische Divergenz (Auseinanderlaufen der Politik) stützt den Euro kurzfristig.

In Japan entfernt sich die Bank of Japan (BoJ) schrittweise von jahrelanger extrem lockerer Geldpolitik. Das führte zu kräftigen Bewegungen in Yen-Paaren; sie reagieren inzwischen besonders empfindlich auf kleine Signale zur Geldpolitik.

Auch Rohstoffe leiden unter der Divergenz der Zentralbanken. Öl schwankt zwischen Angebotsrisiken und Sorgen vor schwächerer globaler Nachfrage bei Rezessionsanzeichen. Gold und Silber bleiben wichtige Absicherungen (Hedges = Schutz gegen Risiken), gestützt durch einen schwächeren USD und geopolitische Unsicherheit.

Am Kryptomarkt könnten schnellere Zinssenkungen der Fed neuen Schwung für Bitcoin und Ethereum bringen – ebenso für Altcoins (kleinere Kryptowährungen außerhalb von Bitcoin), die in solchen Phasen oft stärker profitieren.

Die Auseinanderentwicklung der Zentralbankpolitik schafft ein Umfeld hoher Volatilität und Chancen in Devisen (Forex = Handel mit Währungen), Rohstoffen und Indizes. Trader sollten mögliche Richtungswechsel in der Geldpolitik verfolgen und nicht nur auf Schlagzeilen, sondern auf Nuancen in den Aussagen der Notenbanken achten.

Am Devisenmarkt sorgten im September wechselnde Zentralbanksignale für deutliche Bewegungen.

Im September kehrte spürbare Volatilität in den Devisenmarkt zurück. Die erwartete Fed-Zinssenkung um 25 Basispunkte (0,25 Prozentpunkte) kam wie prognostiziert. Der Ton von Jerome Powell brachte aber wieder etwas USD-Stärke, da er von „schwierigen geldpolitischen Entscheidungen“ sprach.

Dazu gehört die Abwehr von Stagflation: Rezessionssorgen wegen schwachen Wachstums, zugleich das Risiko, mit zu schnellen Lockerungen (Zinssenkungen) eine Inflation zu befeuern, die wegen Importzöllen (Tarife = Abgaben auf Einfuhren) hartnäckig bleibt.

Weitere Zinssenkungen der Fed könnten den USD wieder schwächen und damit große Währungen wie EUR, GBP und AUD stützen. Auch Währungen aus Schwellenländern (Emerging Markets = Länder mit höherem Wachstum, aber höheren Risiken) könnten profitieren.

Die BoJ bewegt sich weiter Richtung Normalisierung (Rückkehr von sehr niedrigen zu „normaleren“ Zinsen), jedoch vorsichtig, um die Märkte nicht zu erschrecken. Die Yen-Stärke blieb begrenzt, da ein schwächerer USD ebenfalls Einfluss auf Entscheidungen zu künftigen Zinserhöhungen hat.

Abbildung 1: 4-Stunden-Chart (Kursverlauf in 4-Stunden-Kerzen) von USDJPY zeigt eine Seitwärtsphase (Range), während der Markt auf klarere Signale zur Zentralbankpolitik wartet

Gold

Bei Edelmetallen setzten Gold und Silber ihre starke Entwicklung in einem unsicheren Umfeld fort.

Gold und Silber profitieren weiter von USD-Schwäche sowie von makroökonomischen (gesamtwirtschaftlichen) und geopolitischen Risiken. Beide brachen im September erneut nach oben aus und erreichten neue Hochs. Silber notiert auf einem 14-Jahres-Hoch und steuert auf 45 US-Dollar zu; auch Gold markierte im September neue Rekorde.

Weitere Zinssenkungen und ein schwächerer USD stützen die Goldnachfrage, weil Gold für Anleger außerhalb der USA günstiger wird. Das gilt besonders, wenn Zinssenkungen aus Wachstumssorgen erfolgen und Stagflationsängste die Unsicherheit erhöhen – dann fließt Geld eher in sichere Häfen.

Auch die Nachfrage von Zentralbanken und großen Investoren bleibt hoch. Zuflüsse in Gold-ETFs (börsengehandelte Fonds, die den Goldpreis nachbilden) zeigen, dass das Interesse selbst bei höheren Preisen und einem längeren Aufwärtstrend (Bullenmarkt = längere Phase steigender Kurse) anhält.

Abbildung 2: Tageschart (Kursverlauf pro Handelstag) von Gold zeigt den Ausbruch auf neue Rekordstände im September

Oil

Im Energiesektor blieben die Ölpreise relativ stabil, da sich Angebot und Nachfrage die Waage hielten.

Öl bewegte sich im September seitwärts unter dem wichtigen Widerstand (Preisniveau, an dem Anstiege oft stoppen) um 65,50 US-Dollar und fand Unterstützung (Preisniveau, an dem Kurse oft abprallen) um 61,50 US-Dollar.

Der Ölpreis hängt weiter von globaler Nachfrage und dem Angebot ab. Zusätzliche Zinssenkungen könnten die Nachfrage stützen, weil ein schwächerer USD Öl für Käufer außerhalb der USA günstiger macht, da Öl in US-Dollar notiert.

Auch das Angebot bleibt ein Faktor: OPEC+ (Erweiterung der OPEC um weitere Förderländer) kündigte im September an, die Produktion weiter zu erhöhen. Gleichzeitig steht eine Phase an, in der Raffinerien häufig Wartungen durchführen, was das Angebot zeitweise begrenzen kann.

Abbildung 3: 4-Stunden-Ölchart zeigt die stabile Seitwärtsbewegung im September

Bei Aktienindizes lieferten die US-Märkte trotz gemischter Signale erneut Rekordstände.

US-Indizes erreichten im September erneut Rekorde, weil Anleger weiter auf zusätzliche Fed-Zinssenkungen setzen. Auffällig: Zwar markierte die Nasdaq neue Höchststände, einige Mega-Cap-Techwerte (sehr große Technologieunternehmen mit hoher Börsenbewertung) gaben jedoch leicht nach.

Indices

Mit Blick auf Oktober dürften Indizes volatil bleiben. Setzt die Fed Zinssenkungen um und lässt der Inflationsdruck nach, könnten Wachstums- und Tech-Aktien weiter steigen. Falkenhafte Signale (hawkish = eher für höhere Zinsen) oder eine spürbare Verschlechterung der Wirtschaftslage könnten die Kurse belasten.

Ein schwächerer USD hilft US-Aktien oft, besonders Wachstums- und Tech-Werten, weil viele Umsätze im Ausland anfallen. Beim Umrechnen in US-Dollar wirken diese Erlöse dann höher.

Abbildung 4: 4-Stunden-Chart des NASDAQ 100 zeigt den Ausbruch und den Anstieg auf neue Rekordstände im September

Bei digitalen Vermögenswerten zeigten Kryptowährungen Vorsicht, reagieren aber weiter stark auf USD und Zinsen.

Bitcoin und Ethereum blieben im September zurückhaltend, da einige Händler nach den starken Gewinnen in diesem Jahr Gewinne mitnahmen.

Wie bei Gold und Öl, die in USD notieren, kann auch die Aufwärtsdynamik bei Krypto wieder zunehmen, wenn der USD schwächer wird. Dann werden Käufe für Anleger außerhalb der USA attraktiver.

Zudem geht USD-Schwäche oft mit lockererer Geldpolitik und niedrigeren Realzinsen (Zins nach Abzug der Inflation) einher – Bedingungen, die Umschichtungen in risikoreichere Anlagen wie Krypto begünstigen.

Abbildung 5: 4-Stunden-Chart von Ethereum zeigt die ruhigere Seitwärtsbewegung im September

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