ICE Brent blieb unter 80 $/bbl, während Händler die Möglichkeit eines US–Iran-Deals abwägten, der die Energieflüsse durch die Straße von Hormus wieder öffnen könnte, nachdem Iran erklärte, man habe sich mit Oman auf neue Schifffahrtsregelungen geeinigt und eine gemeinsame Erklärung werde vorbereitet. Der Fokus blieb darauf, ob die Gespräche ausreichend vorankommen, um die unterbrochenen Ströme wieder aufzunehmen, während die Märkte für raffinierte Produkte durch eine Angebotsverknappung gestützt wurden, die mit Störungen im Nahen Osten und Russlands Diesel-Exportverbot zusammenhängt.
In den USA meldete die EIA, dass die kommerziellen Rohöllagerbestände um 2,48 Mio. Barrel stiegen, während die SPR um 2,84 Mio. Barrel fiel – damit lagen die gesamten Rohölbestände um 362.000 Barrel niedriger. Die Rohölimporte erhöhten sich im Wochenvergleich um 515.000 b/d und die Exporte stiegen um 218.000 b/d. Die Benzinbestände sanken um 1,64 Mio. Barrel und die Destillatbestände fielen um 3,47 Mio. Barrel; die Destillatexporte legten WoW um 98.000 b/d auf ein Rekordniveau von 1,88 Mio. b/d zu und verschärften damit die Lage am Inlandsmarkt.
Brent-Rohöl: Dynamik und geopolitische Risiken
Wir sehen, dass sich ICE-Brent-Rohöl schwer tut, die Marke von 80 US-Dollar je Barrel nachhaltig zu überwinden, da Verhandlungen zwischen den USA, Iran und Oman Hoffnungen auf reibungslosere Schifffahrtsströme durch die Straße von Hormus nähren. Derivatehändler sollten auf plötzliche Preisrückgänge vorbereitet sein, falls ein formelles Abkommen unterzeichnet wird – zumal diese Schlüsselpassage historisch rund 20% des weltweiten Verbrauchs flüssiger Erdölprodukte abwickelt. Wir raten jedoch vorerst davon ab, Rohöl zu aggressiv zu shorten, da die geopolitische Nachrichtenlage im Nahen Osten weiterhin äußerst unberechenbar ist.
Knappheit bei Raffinerieprodukten und Trading-Strategien
Während die Rohölpreise gedeckelt bleiben, zeigt sich bei Raffinerieprodukten ein völlig anderes Bild: Es zeichnet sich eine ausgeprägte Angebotsverknappung ab. Aktuelle Daten unterstreichen diese Divergenz: Die US-Bestände an Benzin und Destillaten fielen innerhalb einer Woche um 1,64 Mio. bzw. 3,47 Mio. Barrel. Um davon zu profitieren, empfehlen wir Händlern, Long-Positionen in Heizöl- oder Diesel-Derivaten zu prüfen, da die globalen Lieferketten weiterhin stark verstopft sind.
Die US-Destillatexporte sind zuletzt auf ein Rekordhoch von 1,88 Mio. Barrel pro Tag gestiegen, um die Lücke zu schließen, die durch Russlands Diesel-Exportverbote und Schifffahrtsengpässe entstanden ist. Historisch weiten sich Destillat-Crack-Spreads in Phasen hoher Exportnachfrage und niedriger Inlandsbestände deutlich aus. Wir halten das Trading des Crack-Spreads – Kauf von Destillat-Futures bei gleichzeitigem Verkauf von Rohöl-Futures – in den kommenden Wochen für das attraktivste Chance-Risiko-Verhältnis.
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