Die Indische Rupie gab am Donnerstag gegenüber dem US-Dollar leicht nach; USD/INR stieg auf etwa 95,22, nachdem das Paar von einem frischen Monatstief bei 94,83, das am Vortag markiert worden war, wieder nach oben drehte. Die Ölpreise zogen an: Der am 19. August fällige MCX-Rohölkontrakt legte um 1,2% auf rund 7.200 Rupien zu, blieb jedoch nahe dem Dreiwochentief vom Mittwoch bei 7.078 Rupien. Iran und Oman sollen kurz vor dem Abschluss eines Rahmens für die Navigation durch die Straße von Hormus stehen; ein ranghoher Golf-Vertreter bezifferte die Wahrscheinlichkeit einer Einigung bis Freitag auf 50%. Separate Berichte verwiesen zugleich auf anhaltende Störungsrisiken durch Angriffe auf Tanker auf der Route durch das Rote Meer und den Golf von Aden.
Auf der geldpolitischen Seite ließ die Reserve Bank of India den Leitzins (Repo-Satz) zum vierten Mal in Folge unverändert bei 5,25%, senkte ihre Inflationsprognose für das laufende Jahr auf 5% und signalisierte, dass der Kerninflationsdruck im dritten Quartal potenziell auf 5,9% steigen könnte. Der Fokus richtet sich nun auf die US-Arbeitsmarktdaten (Nonfarm Payrolls) für Juli am Freitag; TD Securities erwartet 70.000 neue Stellen nach 57.000 im Juni, die Arbeitslosenquote wird unverändert bei 4,2% gesehen. Technisch notierte USD/INR nahe 95,16 und damit unter dem 20-Tage-EMA bei 95,60, der RSI lag um 42; Widerstände liegen bei 95,60 und 96,00, Unterstützungen bei 94,83 und 94,15.
Derivate-Strategie und technischer Ausblick
Wir empfehlen Derivatehändlern, die Marke von 95,60 genau zu beobachten, da USD/INR unter seinem 20-Tage-Exponentiellen Gleitenden Durchschnitt in einem Abwärtstrend bleibt. Nachdem das Paar zuletzt von 94,83 auf 95,22 prallte, könnte das Verkaufen von Call-Optionen nahe dem Widerstand bei 95,60 in den kommenden Wochen eine sehr effektive Strategie sein. Fällt die Unterstützung bei 94,83, erwarten wir einen schnellen Rutsch in Richtung der nächsten wichtigen Unterstützungszone bei 94,15.
Zudem sollte bei MCX-Rohölkontrakten mit hoher Volatilität gerechnet werden, da der Markt auf geopolitische Entwicklungen im Nahen Osten reagiert. Die Straße von Hormus ist eine zentrale globale Handelsader: Täglich werden dort rund 20,5 Millionen Barrel Öl transportiert, was etwa 20% des weltweiten Verbrauchs flüssiger Erdölprodukte ausmacht. Sollten Oman und Iran ihr Navigationsabkommen finalisieren, könnten die Ölpreise wieder in Richtung ihres Dreiwochentiefs bei 7.078 Rupien fallen, was kurzfristige Put-Optionen auf August-Kontrakte attraktiv machen würde.
Inlandsfaktoren und Blick auf Makrotermine
Im Inland schafft die Entscheidung der Reserve Bank of India, den Repo-Satz bei 5,25% zu belassen, ein stabiles Umfeld für die Landeswährung. Historisch hat die RBI ihre umfangreichen Devisenreserven, die mit über 670 Mrd. US-Dollar Rekordstände erreicht haben, genutzt, um die Rupie bei abrupten Abwertungsbewegungen entschlossen zu stützen. Dieses große Finanzpolster spricht dafür, dass starke Ausschläge in USD/INR wahrscheinlich durch Interventionen der Notenbank begrenzt werden, was eher Strategien für eine Seitwärtsrange begünstigt.
Abschließend raten wir, die US-Nonfarm-Payrolls am Freitag im Blick zu behalten, die voraussichtlich einen moderaten Stellenaufbau von 70.000 ausweisen. Ein schwächer als erwarteter Bericht könnte den US-Dollar global unter Druck setzen und USD/INR klar unter die Unterstützung bei 94,83 drücken. Zur Absicherung gegen dieses Ereignis könnte der Kauf von Put-Optionen nahe am Geld (at-the-money) auf USD/INR vor dem Wochenende attraktive Erträge liefern, falls der US-Arbeitsmarkt weitere Abkühlungssignale zeigt.
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