Chinas privater Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe fiel im Juli auf 50,9 und damit auf den niedrigsten Stand seit vier Monaten. Damit verdichten sich die Hinweise auf nachlassenden Fabrikschwung – insbesondere im Vergleich zum offiziellen NBS-PMI von 49,2. Zusammengenommen deuten die beiden Umfragen auf schwächere Bedingungen sowohl bei großen Unternehmen als auch im privaten Sektor hin; die Aufschlüsselung der Teilkomponenten der RatingDog-Umfrage signalisiert ebenfalls Nachgiebigkeit.
Die schwächeren Werte haben die Erwartungen an eine kurzfristige geldpolitische Lockerung erhöht. An den Märkten werden Anpassungen der LPR sowie die Möglichkeit von RRR-Senkungen eingepreist. Am Devisenmarkt zogen USD/CNY und der Offshore-Kurs USD/CNH an und stiegen um 30 beziehungsweise 60 Pips auf 6,76.
Ausblick auf die Geldpolitik und Reaktion der Zentralbank
Wir beobachten die nachlassenden Konjunkturdaten aus China genau, wo der Fertigungssektor spürbar an Dynamik verliert. Da sowohl die offiziellen als auch die privaten Unternehmensumfragen eine Kontraktion oder deutliche Abschwächung signalisieren, erwarten wir, dass die People’s Bank of China (PBoC) mit einer offensiven geldpolitischen Lockerung gegensteuert. Derivatehändler sollten sich auf zeitnahe Senkungen des Loan Prime Rate (LPR) und des Mindestreservesatzes (RRR) in den kommenden Wochen einstellen.
Marktstrategie und Handelsempfehlungen
Zur Positionierung für diesen Kurswechsel empfehlen wir den Kauf von USD/CNH-Call-Optionen, um von einem schwächeren Yuan zu profitieren. Historische Daten zeigen, dass der Yuan in Phasen, in denen die Zentralbank in Fertigungsabschwüngen die Zinsen senkt, typischerweise unter anhaltenden Abwertungsdruck gerät. Vergleichbare Lockerungszyklen in früheren Jahren lösten deutliche Abwertungen aus, und wir erwarten, dass die Währung wichtige Widerstandsniveaus überschreitet, sobald zusätzliche Liquidität in den Markt fließt.
Zudem empfehlen wir Zins-Swap-Händlern, Pay-Receiver-Positionen zu fixieren, um sich im Vorgriff auf sinkende Inlandsrenditen zu positionieren. Wenn die Zentralbank Liquidität zuführt, um schwächelnde Privatunternehmen zu stützen, dürften die kurzfristigen Renditen mit hoher Wahrscheinlichkeit deutlich fallen. Dieses makroökonomische Umfeld bietet ein Setup mit hoher Eintrittswahrscheinlichkeit für Händler, die die sich ausweitende Zinsdifferenz zwischen den USA und China nutzen wollen.
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