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EUR/USD hält sich über 1,1500, Gespräche über Wiedereröffnung der Straße von Hormus rücken den Dollar in den Fokus – US-Arbeitsmarktdaten im Blick

by VT Markets
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Aug 4, 2026

EUR/USD blieb am Dienstag über 1,1500, während die Märkte die Entwicklungen rund um die Gespräche zwischen den USA und Iran sowie eine mögliche Wiedereröffnung der Straße von Hormus einordneten. US-Finanzminister Scott Bessent sagte, Washington führe Gespräche mit Iran, und deutete an, eine Einigung zur Wiederöffnung der Passage könne bereits am Dienstag oder Mittwoch zustande kommen. Al Arabiya berichtete unter Berufung auf eine ranghohe Quelle ebenfalls, dass eine Ankündigung unmittelbar bevorstehen könnte. Die Berichte setzten Öl unter Druck: WTI rutschte in Richtung 75,50 US-Dollar und markierte damit ein Dreiwochentief, während der US-Dollar zunächst nachgab, sich anschließend aber teilweise erholte. Außenminister Marco Rubio erklärte, es habe Fortschritte in Gesprächen unter Einbindung von Iran und Oman gegeben, eine endgültige Vereinbarung liege jedoch nicht vor. Der US-Dollar-Index notierte um 99,90 und damit kaum verändert zum Tagesverlauf.

Eine vollständige Wiedereröffnung könnte Öl weiter belasten, die Inflationsrisiken dämpfen und die Wahrscheinlichkeit von Zinserhöhungen im September durch die US-Notenbank und die Europäische Zentralbank verringern. Der Fokus richtete sich zudem auf US-Arbeitsmarktdaten: Die JOLTS-Stellenangebote fielen im Juni auf 7,359 Millionen nach 7,594 Millionen und lagen damit unter der Prognose von 7,4 Millionen. Händler blicken nun auf den ADP-Beschäftigungsbericht am Mittwoch sowie die Nonfarm Payrolls am Freitag. Das kurzfristige Fair-Value-Modell von ING sieht EUR/USD derzeit etwa 0,5% bis 1% überbewertet und erwartet bei einem festeren US-Dollar einen Rückgang des Paares wieder unter 1,150. Eine zeitnahe Rückkehr Richtung 1,140 wird allerdings nicht erwartet – es sei denn, die Payrolls fallen ungewöhnlich stark aus.

EUR/USD- und Öl-Derivate-Handelsstrategien

Wir raten Derivatehändlern, sich für einen temporären Rücksetzer im EUR/USD in Richtung 1,1450 in den kommenden Wochen zu positionieren. Zwar hat sich der Euro stabil über 1,1500 gehalten, doch aktuelle Bewertungsmodelle deuten darauf hin, dass er um etwa 0,5% bis 1,0% überbewertet ist. Ohne eine deutliche dovishe Wende der Federal Reserve fehlt dem Währungspaar der Impuls für weitere Kursgewinne.

Wir empfehlen den Einsatz kurzfristiger Put-Optionen auf EUR/USD, um von dieser erwarteten Abwärtsdrift zu profitieren. Historisch gesehen lassen bei kräftig fallenden Ölpreisen – wie jüngst bei Brent und WTI, die in Richtung 75,50 US-Dollar nachgaben – die Inflationsimpulse nach, wodurch Zentralbanken Spielraum erhalten, Zinserhöhungen zu pausieren. Diese Veränderung der Zinsdifferenzen dürfte kurzfristig den US-Dollar begünstigen, insbesondere falls die anstehenden Nonfarm-Payrolls die Erwartungen übertreffen.

Zur Risikosteuerung schlagen wir vor, Energieexposures abzusichern, etwa durch Short-Positionen in Öl-Futures oder den Kauf von Put-Optionen auf WTI. Eine mögliche Wiedereröffnung der Straße von Hormus, über die rund 20% des weltweiten Verbrauchs an flüssigen Erdölprodukten transportiert werden, könnte die Ölpreise in Richtung der Unterstützungszone um 70 US-Dollar drücken. Historisch lösten vergleichbare Entlastungsereignisse in Lieferketten – etwa maritime diplomatische Lösungen im Jahr 2015 – binnen zwei Wochen unmittelbare Korrekturen von 5% bis 8% bei Energie-Derivaten aus.

Zinsstrategien und Chancen entlang der Renditekurve

Für Zinsstrategen empfehlen wir, Long-Positionen in kurzfristigen Treasury-Futures in Betracht zu ziehen. Niedrigere Ölpreise dürften die Gesamtinflation drücken und die implizite Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung im September von derzeit 45% auf unter 15% reduzieren. Diese Verschiebung würde die Renditen am kurzen Ende der Kurve nach unten drücken und einen attraktiven Einstiegspunkt für Steepener-Trades entlang der Zinskurve bieten.

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