Chinas Caixin-Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe ist im Juli auf 50,9 gesunken und blieb damit unter der Konsensprognose von 51,5. Der Wert lag weiterhin über der Marke von 50 Punkten, die Expansion von Kontraktion trennt. Das signalisiert, dass der Sektor weiter wuchs – allerdings mit geringerem Tempo als erwartet.
Der schwächer als erwartete Wert deutet auf einen Momentumverlust gegenüber dem Vormonat hin und könnte die Erwartungen an die kurzfristige Industrieproduktion dämpfen. Da der Index weiterhin im expansiven Bereich liegt, sprechen die Daten dafür, dass die zugrunde liegende Aktivität stabil blieb, auch wenn sich die Dynamik der Verbesserung abgeschwächt hat.
Globale Wachstumserwartungen und Strategien am Derivatemarkt
Da Chinas Industrie-PMI im Juli mit 50,9 die Prognose von 51,5 verfehlte, erwarten wir kurzfristig Abwärtsdruck auf die globalen Wachstumserwartungen. Die Abkühlung in der „Werkbank der Welt“ spricht dafür, dass die Binnennachfrage trotz jüngster staatlicher Maßnahmen weiter schleppend bleibt. Derivatehändler sollten sich in den kommenden Wochen auf erhöhte Volatilität bei China-sensitiven Assets einstellen, da die Märkte diese Konjunkturabkühlung einpreisen.
Historisch korreliert ein Rückgang des chinesischen Industrie-Momentums stark mit nachgebenden Industriemetallen; Kupferpreise fallen in den Wochen nach einem nennenswerten PMI-Fehlbetrag häufig um 2% bis 4%. Wir empfehlen den Kauf kurzfristiger Put-Optionen auf Kupfer- sowie Brent-Rohöl-Futures, da sich die globalen Nachfrageerwartungen eintrüben. Zudem bietet der Kauf von Put-Optionen auf rohstofflastige Währungen wie den Australischen Dollar gegenüber dem Greenback ein Setup mit hoher Eintrittswahrscheinlichkeit.
Positionierung in Aktien- und Rentenmärkten als Reaktion auf die PMI-Daten
Wir schlagen außerdem vor, Aktien-Derivate ins Visier zu nehmen – konkret den Kauf zeitnah fälliger Put-Optionen auf den iShares China Large-Cap ETF (FXI). Frühere Marktzyklen zeigen: Wenn sich die chinesische Industrieexpansion verlangsamt, testet der Hang-Seng-Index häufig tiefere Unterstützungsniveaus und gibt nicht selten innerhalb von zwei Wochen um mehr als 3% nach. Die Absicherung bestehender Long-Aktienportfolios mit diesen bärischen Strukturen hilft, Abwärtsrisiken zu begrenzen.
Auf der Rentenseite erhöht dieser schwache Wert die Wahrscheinlichkeit einer aggressiveren geldpolitischen Lockerung durch die People’s Bank of China, um eine stärkere Eintrübung zu verhindern. Wir raten zu Long-Positionen in chinesischen 10-jährigen Staatsanleihe-Futures, da wir mit sinkenden Renditen rechnen, sobald Zinssenkungen sehr wahrscheinlich werden. Eine Positionierung auf einen schwächeren Yuan über USD/CNH-Call-Optionen passt ebenfalls zu dieser erwarteten geldpolitischen Divergenz.
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