Gold fiel am Freitag um fast 1,50%, XAU/USD notierte bei 4.045 US-Dollar, nachdem sich der US-Dollar erholte: Japanische Behörden hatten einen Tag zuvor am Devisenmarkt interveniert und die Währung zunächst auf ein 30-Tage-Tief gedrückt, bevor eine Gegenbewegung einsetzte. Das Edelmetall steuert damit auf ein Wochenminus von mehr als 0,11% zu, nachdem ein Ausbruch über 4.100 US-Dollar misslang. Der US-Dollar-Index (DXY) gab zwar um 0,05% auf 99,91 nach, doch höhere US-Staatsanleiherenditen belasteten Gold: Die Rendite der 10-jährigen Treasuries lag bei 4,745% und damit rund 7,5 Basispunkte höher.
Makrodaten zeigten, dass sich das Wachstum im zweiten Quartal 2025 auf 1,5% QoQ nach 2,1% im ersten Quartal verlangsamte, während die Kern-PCE-Inflation nach der unveränderten Zinspolitik der US-Notenbank auf 3,3% YoY von 3,4% nachgab. An den Geldmärkten sank die implizite Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September auf 31% von zuvor knapp 60%, während die Wahrscheinlichkeit einer Zinspause auf nahezu 70% stieg. Das Verbrauchervertrauen der Universität Michigan für Juli wurde auf 55,2 von 54,4 nach oben revidiert; die Inflationserwartungen blieben bei 4,2% für ein Jahr und 3,3% für fünf Jahre. Öl blieb fest: WTI notierte über 84,00 US-Dollar je Barrel. Technisch liegt Unterstützung bei 4.022 US-Dollar, danach bei 4.000 und 3.959; Widerstände finden sich bei 4.100, 4.165, dem 50-Tage-SMA bei 4.185 sowie bei 4.202.
Kurzfristige Gold-Handelsstrategien angesichts Bewegungen von Dollar und Treasury-Renditen
Da Gold auf 4.045 US-Dollar rutschte und der Relative-Stärke-Index (RSI) unter 50 fiel, empfehlen wir Derivatehändlern eine taktische, kurzfristig bärische Ausrichtung. Im Fokus steht der Kauf kurzfristiger Put-Optionen mit Ausübungspreisen, die auf die unmittelbare Unterstützung bei 4.022 US-Dollar oder die psychologisch wichtige Marke von 4.000 US-Dollar abzielen. Historische Daten zeigen: Scheitert Gold an bedeutenden Widerständen wie 4.100 US-Dollar, ist ein rascher Rücksetzer in Richtung Unterstützung häufig.
Eng zu beobachten ist die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen, die auf 4,745% gestiegen ist und derzeit die Aufwärtsbewegung bei Gold begrenzt. Zwar ist der US-Dollar-Index mit 99,91 eher weich, doch die hohen Renditen sprechen dafür, Call-Optionen oberhalb des Widerstands bei 4.100 US-Dollar zu verkaufen – als Strategie zur Prämieneinnahme. Dieser Ansatz bietet Schutz, falls die Zinsen zur Bekämpfung hartnäckiger Inflation länger hoch bleiben.
Inflation, Öl und Goldkäufe der Zentralbanken: Längerfristiger Ausblick
Geopolitische Spannungen, die WTI-Rohöl über 84 US-Dollar je Barrel halten, bedeuten, dass energiegetriebene Inflation weiterhin eine wesentliche Gefahr bleibt. Um diese Unsicherheit zu handeln, können Bull-Call-Spreads aufgebaut werden, sofern Gold das Niveau von 4.000 US-Dollar erfolgreich testet und verteidigt. Historisch führen hohe Ölpreise Investoren letztlich wieder zu Gold zurück – als bewährter Inflationsschutz.
Zudem sollte die starke Nachfragebasis durch globale Zentralbanken nicht unterschätzt werden: Sie kauften 2023 über 1.030 Tonnen Gold und setzten die Käufe 2024 und 2025 in hohem Tempo fort. Diese massive offizielle Nachfrage spricht dafür, dass tiefere Abverkäufe vermutlich nur von kurzer Dauer sind. Für langfristige Portfolios bietet sich an, Rücksetzer in Richtung 3.959 US-Dollar zum Kauf langlaufender Call-Optionen zu nutzen.
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