Glassnodes Q3-Bericht, erstellt gemeinsam mit Coinbase Institutional, erklärte, dass sich Bitcoin (BTC) in einem frühen Stadium eines potenziellen Bodenbildungsprozesses befindet, dieser jedoch noch kein belastbares Tief darstellt. Die Unternehmen blieben für das Quartal neutral positioniert und verknüpften die Kursbewegungen stärker mit dem Liquiditätszyklus als mit krypto-spezifischen Katalysatoren, da die makroökonomischen Liquiditätsbedingungen robust bleiben. Im Q2 fiel die gesamte Krypto-Marktkapitalisierung um rund 12 %, während das Stablecoin-Angebot Rekordhochs erreichte und seine Dominanz zunahm – ein Hinweis auf eine Rotation in Stablecoins. Der aktuelle Bitcoin-Zyklus, der 2022 begann, läuft nun seit 42 Monaten und begann im Q1 2025 vom Muster 2015–18 abzuweichen.
Auch die Cross-Asset-Korrelationen verschoben sich: Die Korrelation der täglichen BTC-Renditen mit dem S&P 500 sank im Q2 2026 von 0,58 im Q4 2025 auf 0,12, während die Korrelation mit Gold auf 0,57 stieg. On-Chain-Indikatoren zeigten, dass sich das MVRV-Verhältnis von BTC im Q2 der Marke 1 näherte, und der Anteil des Angebots, der im Gewinn gehalten wird, fiel unter sein unteres statistisches Band – konsistent mit einer historischen Akkumulationszone in Richtung Q3. Die entity-adjusted NUPL rutschte in die Angstzone nahe „Kapitulation“, das Open Interest an den Derivatemärkten blieb deutlich unter seinem Höchststand Ende 2025, und BTC notierte bei 64.140 US-Dollar, ein Minus von 1,6 % binnen 24 Stunden.
Langfristige Bodenbildung und Akkumulationsphase
Derzeit sehen wir deutliche Anzeichen dafür, dass Bitcoin im weiteren Verlauf des dritten Quartals 2026 einen langfristigen Boden ausbildet. Da die spekulative Aktivität auf Mehrjahrestiefs gefallen ist und das langfristige Halten zunimmt, ist eher eine langsame, volatile Seitwärts-Akkumulation zu erwarten als plötzliche, explosive Kursanstiege. Für Derivatehändler bedeutet das: In den kommenden Wochen sollte auf aggressive Hebelung verzichtet werden, während der Markt ein stabileres Fundament ausbildet.
Verschiebende Korrelationen und strategische Implikationen
Der Fokus sollte weg vom Aktienmarkt verlagert werden, da die Korrelation von Bitcoin mit dem S&P 500 im zweiten Quartal dieses Jahres deutlich auf nur 0,12 gefallen ist. Stattdessen sind Gold und die makroökonomische Liquidität eng zu beobachten, da die Korrelation von Bitcoin mit Gold auf 0,57 gestiegen ist. Da globale Liquiditätszyklen die Kursentwicklung stark beeinflussen, sollten Handelsstrategien eher an breiteren monetären Veränderungen ausgerichtet werden als an krypto-spezifischen Nachrichten.
Zur Untermauerung dieser Sicht lohnt der Blick auf das Makroumfeld: Der Leitzins der US-Notenbank (Fed) verharrt Mitte 2026 stabil bei rund 4,0 % und hält die globale Liquidität damit straff. Zudem verlangsamten sich die Nettozuflüsse in US-Spot-Bitcoin-ETFs Anfang Juli leicht, was eine temporäre Pause bei institutionellen Käufen widerspiegelt. Diese ruhige Phase sollte genutzt werden, um auf Seitwärtsmärkte ausgerichtete Derivate-Strategien – etwa Iron Condors – zu positionieren, um Prämien zu vereinnahmen, solange die Volatilität niedrig bleibt.
Da das Open Interest weiterhin deutlich unter den Spitzenwerten von Ende 2025 liegt, ist das Risiko massiver, abrupt einsetzender Liquidationen derzeit vergleichsweise niedrig. Dennoch ist mit Blick auf Abwärtsrisiken Vorsicht geboten: Ein Bruch unter wichtige Unterstützungsniveaus könnte eine verzögerte Kapitulation auslösen. Empfohlen werden konservative Positionsgrößen sowie der Fokus auf den Aufbau langfristiger Call-Optionspositionen, solange die implizite Volatilität günstig ist.
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