Berkshire-Hathaway-Aktie: Was sie ist, wem sie gehört und ihre wichtigsten Aktienbeteiligungen

by VT Markets
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Jul 24, 2026

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Berkshire Hathaway ist eine US-Holding (Dachgesellschaft) und an der New Yorker Börse (NYSE) unter BRK.A und BRK.B notiert. Die Marktkapitalisierung (Börsenwert) lag im Juli 2026 bei rund 1,06 Billionen US-Dollar. Berkshire besitzt Unternehmen vollständig, etwa GEICO, die Güterbahn BNSF Railway und Berkshire Hathaway Energy. Zusätzlich verwaltet der Konzern ein Aktienportfolio mit börsennotierten Beteiligungen im Wert von 263,1 Mrd. US-Dollar. Warren Buffett ist Verwaltungsratschef (Chairman); Greg Abel ist seit Januar 2026 CEO (Vorstandsvorsitzender).


Die meisten Unternehmen stehen für ein Geschäft. Berkshire Hathaway ähnelt eher einer kleinen Volkswirtschaft mit Börsenkürzel. Auf der einen Seite stehen rund 190 vollständig kontrollierte Tochterfirmen: Autoversicherungen, Gütertransport, Stromerzeugung, Ziegel, Süßwaren, Truckstops. Auf der anderen Seite steht ein konzentriertes Paket börsennotierter Aktien, das Warren Buffett und sein Team über vier Jahrzehnte aufgebaut haben. Wer Berkshire-Aktien kauft, setzt nicht auf ein einzelnes Produkt oder eine Branche. Es ist eine Wette auf die Fähigkeit, Kapital sinnvoll einzusetzen (Kapitalallokation) – und auf das Urteilsvermögen des Managements.

Das Aktienportfolio ist für den Markt besonders sichtbar, weil Berkshire es quartalsweise in einem Pflichtdokument namens Form 13F offenlegen muss. Form 13F ist eine Meldung an die US-Börsenaufsicht SEC, in der große Investoren ihre US-Aktienpositionen zum Quartalsende veröffentlichen. Dieser Leitfaden erklärt, was Berkshire Hathaway ist, wem das Unternehmen gehört, welche größten Aktienpositionen zuletzt gemeldet wurden, welchen Anteil jede Position hat und warum sie gehalten wird.

Key Takeaways

  • Berkshire Hathaway (NYSE: BRK.A, BRK.B) ist eine Holding mit einem Börsenwert von rund 1,06 Billionen US-Dollar. BRK.A schloss am 21. Juli 2026 bei 733.526 US-Dollar, BRK.B am 22. Juli 2026 bei 489,39 US-Dollar.
  • Das gemeldete 13F-Aktienportfolio lag bei 263,1 Mrd. US-Dollar (Stand 31. März 2026) und verteilte sich auf nur 26 Unternehmen.
  • Die Top-5-Positionen machen 67,1% des Portfolios aus: Apple (21,99%), American Express (17,43%), Coca-Cola (11,56%), Bank of America (9,52%) und Chevron (6,64%).
  • Warren Buffett bleibt Chairman und größter Einzelaktionär mit rund 188.000 A-Aktien im Wert von etwa 138 Mrd. US-Dollar und rund 30% der Stimmrechte. Greg Abel ist seit 1. Januar 2026 CEO.
  • Berkshires Bestand an Cash und kurzfristigen US-Staatsanleihen („Treasuries“) stieg im 1. Quartal 2026 auf den Rekord von 397,4 Mrd. US-Dollar – damit hält Berkshire etwa 1,5-mal so viel Liquidität wie börsennotierte Aktien.
  • Das 1. Quartal 2026 brachte eine ungewöhnlich starke Bereinigung: 15 Positionen wurden komplett verkauft, darunter Visa, Mastercard, Amazon und UnitedHealth, während die Beteiligung an Alphabet mehr als verdreifacht wurde.
  • Privatanleger können Berkshire über BRK.B direkt kaufen oder als Aktien-CFD handeln. Ein CFD (Contract for Difference) ist ein Derivat, bei dem man nur auf Kursbewegungen setzt, ohne die Aktie zu besitzen. Damit sind Long- und Short-Positionen möglich, oft mit Hebel.

Was ist Berkshire Hathaway? Aus einer gescheiterten Textilfabrik wurde ein 1-Billion-Dollar-Konzern

Berkshire Hathaway ist eine breit aufgestellte Holding mit Sitz in Omaha (Nebraska). Es gibt kein einzelnes Kernprodukt. Stattdessen hält Berkshire Mehrheiten (Kontrollbeteiligungen) an vielen operativen Unternehmen und kleinere Anteile an börsennotierten Firmen. Finanziert wird das vor allem durch den Geldzufluss aus dem Versicherungsgeschäft.

Der Ursprung ist unspektakulär: Berkshire Hathaway war ein angeschlagener Textilhersteller in Neuengland, als Warren Buffett Anfang der 1960er Jahre Aktien kaufte. 1965 übernahm er die Kontrolle, baute das Textilgeschäft in den folgenden Jahren ab und nutzte die börsennotierte Hülle, um andere Unternehmen zu erwerben. Der erste wichtige Versicherungskauf – National Indemnity 1967 – prägte das Modell, das bis heute gilt.

Für das Geschäftsjahr 2025 meldete Berkshire Umsatz von 371,4 Mrd. US-Dollar und einen den Aktionären zurechenbaren Nettogewinn von 66,97 Mrd. US-Dollar (nach 89 Mrd. US-Dollar im Vorjahr). Der Rückgang lag vor allem daran, dass Börsenregeln Wertänderungen des Aktienportfolios im Ergebnis abbilden: Steigen oder fallen Kurse, schwankt der ausgewiesene Gewinn stark, auch ohne Verkäufe.

Die zwei Motoren von Berkshire Hathaway

Wer Berkshire-Aktien verstehen will, muss diese zwei Bausteine trennen.

Motor 1: die vollständig übernommenen operativen Unternehmen. Sie fließen in die Konzernrechnung ein und tauchen in der 13F-Meldung nicht auf. Dazu gehören:

UnternehmenGeschäftGröße
GEICOKfz-Versicherung für Privatkunden, 1996 vollständig übernommenZweitgrößter US-Autoversicherer
BNSF RailwayGüterbahn, Übernahme 20102025 operativer Cashflow 8,1 Mrd. US-Dollar, davon 4,4 Mrd. an Berkshire abgeführt
Berkshire Hathaway EnergyRegulierte Energieversorger und PipelinesUmsatz 2025: 26,2 Mrd. US-Dollar, ca. 5,4 Mio. Kunden, ca. 23.900 Beschäftigte
Berkshire Hathaway ReinsuranceRückversicherung (Versicherung für Versicherer) und KatastrophenschutzWichtigste Quelle für den Anlagepuffer („Float“)
Precision CastpartsBauteile für die Luftfahrt, Übernahme 2016Kaufpreis ca. 37 Mrd. US-Dollar
Pilot Travel CentersTruckstops und Kraftstoffverkauf, vollständige Kontrolle 2024Größtes US-Netz von Reisezentren
WeitereSee’s Candies, Dairy Queen, Duracell, Clayton Homes, NetJets, Marmon, McLane, Fruit of the Loom, Benjamin Moore, Shaw Industries, Lubrizol, Forest River, BrooksIn Summe rund 190 Tochtergesellschaften

Im Oktober 2025 vereinbarte Berkshire den Kauf von OxyChem, der Chemiesparte von Occidental Petroleum, für 9,7 Mrd. US-Dollar – der größte Deal seit drei Jahren.

Motor 2: das Portfolio börsennotierter Aktien. Das ist der in der 13F gezeigte Bestand handelbarer Aktien im Volumen von 263,1 Mrd. US-Dollar. Wenn von „Buffetts Portfolio“ die Rede ist, ist meist dieser Teil gemeint.

Die Verbindung zwischen beiden ist der Versicherungs-Float. Versicherte zahlen Prämien heute, Schäden werden oft erst Jahre später ausgezahlt. In der Zwischenzeit verwaltet Berkshire sehr viel Geld, das wirtschaftlich den Kunden zusteht, aber investiert werden darf. Float wirkt wie sehr günstiger Kredit mit langer Laufzeit – ein Vorteil, den Privatanleger kaum nachbilden können.

Berkshire Hathaway Aktie in Zahlen (Juli 2026)

KennzahlWert
Marktkapitalisierung (Börsenwert)~1,058 Billionen US-Dollar (weltweit Nr. 14)
Kurs BRK.A733.526 US-Dollar (21. Juli 2026)
Kurs BRK.B489,39 US-Dollar (22. Juli 2026)
Umsatz 2025371,4 Mrd. US-Dollar
Nettogewinn 202566,97 Mrd. US-Dollar
Operatives Ergebnis Q1 202611,35 Mrd. US-Dollar (+18% zum Vorjahr)
Nettogewinn Q1 202610,1 Mrd. US-Dollar
Cash und kurzfristige US-Staatsanleihen (31. März 2026)397,4 Mrd. US-Dollar (Rekord)
Gemeldetes 13F-Aktienportfolio (31. März 2026)263,1 Mrd. US-Dollar in 26 Unternehmen
DividendeKeine seit 1967
Aktienperformance 2025BRK.A +10% vs. S&P 500 +16,4%

BRK.A vs. BRK.B: Warum eine Aktie 733.000 US-Dollar kostet und die andere 489 US-Dollar

Berkshire hat die A-Aktie nie gesplittet (Aktiensplit: Aufteilung einer Aktie in viele günstigere Stücke). Buffett begründet das so: Ein hoher Kurs schreckt kurzfristige Spekulanten ab und zieht langfristige Eigentümer an. Dadurch war die Aktie für viele unzugänglich, deshalb führte Berkshire 1996 die günstigere B-Aktie ein.

MerkmalBRK.ABRK.B
Kurs (Juli 2026)733.526 US-Dollar489,39 US-Dollar
Wirtschaftliche Beteiligung1 Einheit1/1.500 einer A-Aktie
Stimmrecht1 Stimme1/10.000 einer A-Stimme
UmtauschbarJa, in 1.500 B-AktienNein, kein Rücktausch in A
Typische HalterLangfristige Großanleger, Nachlässe, InstitutionellePrivatanleger, Indexfonds, ETFs

Der Umtausch ist nur in eine Richtung möglich. Buffett nutzt das für Spenden: Er tauscht A in B und verschenkt dann B. Dadurch sinkt das Stimmrecht, das über A-Aktien gebündelt ist, mit der Zeit.

Für fast alle Privatanleger und CFD-Trader ist BRK.B die relevante Aktie. Sie bildet BRK.A nahezu eins zu eins ab – nur etwa zum 1/1.500 des Preises.

Wem gehört Berkshire Hathaway?

Berkshire Hathaway gehört einem Mix aus einem sehr großen Einzelaktionär, drei riesigen Index-Anbietern und vielen kleineren Aktionären. Durch die zwei Aktienklassen unterscheiden sich Kapitalanteil und Stimmrechte deutlich.

Warren Buffett: weiter größter Aktionär – und er verschenkt seinen Anteil

Warren Buffett ist weiterhin größter Einzelaktionär und Chairman. Nach seiner Spende im Juli 2026 hält er rund 188.000 A-Aktien im Wert von etwa 138 Mrd. US-Dollar – das entspricht rund 30% der gesamten Stimmrechte.

Der Anteil sinkt planmäßig. Am 14. Juli 2026 wandelte Buffett 8.000 A-Aktien in 12 Millionen B-Aktien um und spendete alle 12 Millionen (Wert: rund 6 Mrd. US-Dollar) an vier Familienstiftungen:

Empfänger-StiftungB-AktienUngefährer Wert
Susan Thompson Buffett Foundation9.000.000~4,4 Mrd. US-Dollar
Sherwood Foundation1.000.000~500 Mio. US-Dollar
Howard G. Buffett Foundation1.000.000~500 Mio. US-Dollar
NoVo Foundation1.000.000~500 Mio. US-Dollar

Auffällig: Die Bill & Melinda Gates Foundation, die fast zwei Jahrzehnte lang jährliche Buffett-Spenden erhalten hatte, war diesmal nicht dabei. Buffett will seinen gesamten verbleibenden Anteil bis Ende 2034 abgeben.

Für heutige Käufer ist das relevant: Über Jahre kommt planbar ein großes Angebot an B-Aktien auf den Markt. Gleichzeitig löst sich Buffets Stimmrechtsblock auf – er war bisher ein Schutz gegen aktivistische Investoren, die eine Zerschlagung fordern könnten.

Greg Abel und die Führung nach Buffett

Greg Abel ist seit dem 1. Januar 2026 CEO von Berkshire Hathaway. Buffett blieb Chairman. Abel leitete zuvor Berkshire Hathaway Energy und verantwortete alle Nicht-Versicherungsgeschäfte.

Abel hält weniger als 1% der Berkshire-Aktien. Das ist der Kern des Wechsels in der Unternehmensführung: Die Kapitalentscheidungen werden nun von einem CEO ohne große Eigenbeteiligung geprägt, während der Chairman seinen Anteil schrittweise verschenkt.

Auf der Hauptversammlung im Mai 2026 schloss Abel eine Zerschlagung aus und betonte Kontinuität. Intern gilt er als operativer als Buffett und fordert die Tochtergesellschaften stärker. Buffett hat zudem angedeutet, dass sein Sohn Howard Buffett nach seinem Tod als nicht geschäftsführender Chairman eine kulturelle Hüterrolle übernehmen soll.

Die Index-Schwergewichte

Weil Berkshire zu den größten Bestandteilen des S&P 500 zählt, halten passive Fonds (Indexfonds) große Pakete. Laut den jüngsten Meldungen:

AktionärB-Aktien (ungefähr)Anteil an ausstehenden B-Aktien (ungefähr)
Warren Buffett (A-Äquivalent)~188.000 A-Aktien~30% der Stimmrechte
The Vanguard Group~148 Mio.~11%
BlackRock~111,6 Mio.~8,3%
State Street Corporation~71,7 Mio.~5,35%
Buffett-Familienstiftungen und Gates FoundationBedeutend, sinkend durch Verkäufe zur Finanzierung von FörderungenVariiert
Privatanleger und andere InstitutionelleRestGroßteil des frei handelbaren Bestands („Free Float“) der B-Aktien

Vanguard und BlackRock halten zusammen mehr als 12% der Aktien, meist über Indexprodukte. Das ist keine aktive Buffett-Wette, sondern folgt der Indexgewichtung.

Berkshire Hathaways größte Aktienpositionen: Wo 263 Mrd. US-Dollar liegen

Die 13F-Meldung für Q1 2026, bei der SEC am 15. Mai 2026 eingereicht (Stichtag 31. März 2026), zeigt ein Portfolio von 263,1 Mrd. US-Dollar in 26 Unternehmen. Ende Dezember 2025 waren es 274,2 Mrd. US-Dollar in 39 Unternehmen.

Auffällig ist die starke Konzentration: Die Top 3 machen 51% aus, die Top 5 67,1%, die Top 10 91,1%. Die restlichen 16 Unternehmen teilen sich weniger als 9%.

Gesamttabelle: Top-Aktienpositionen (31. März 2026)

#UnternehmenTickerAktienWert (USD)% des Portfolios
1AppleAAPL227,917,80857,84 Mrd.21,99%
2American ExpressAXP151,610,70045,86 Mrd.17,43%
3Coca-ColaKO400,000,00030,42 Mrd.11,56%
4Bank of AmericaBAC513,624,16525,04 Mrd.9,52%
5ChevronCVX84,375,85617,46 Mrd.6,64%
6Occidental PetroleumOXY264,941,43117,22 Mrd.6,55%
7AlphabetGOOGL / GOOG57,835,01316,63 Mrd.6,32%
8ChubbCB34,249,18311,16 Mrd.4,24%
9Moody’sMCO24,669,77810,76 Mrd.4,09%
10Kraft HeinzKHC325,634,8187,32 Mrd.2,78%
11DaVitaDVA30,100,5854,63 Mrd.1,76%
12KrogerKR50,000,0003,62 Mrd.1,38%
13SiriusXM HoldingsSIRI124,807,1172,88 Mrd.1,09%
14Delta Air LinesDAL39,809,4562,65 Mrd.1,01%
15VeriSignVRSN8,989,8802,23 Mrd.0,85%
16Liberty Live HoldingsLLYVA / LLYVK15,573,7311,45 Mrd.0,55%
17Capital One FinancialCOF7,150,0001,30 Mrd.0,50%
18The New York TimesNYT15,146,5351,27 Mrd.0,48%
19Ally FinancialALLY29,000,0001,14 Mrd.0,43%
20LennarLEN10,337,3450,90 Mrd.0,34%
21NucorNUE3,907,0750,66 Mrd.0,25%
22Louisiana-PacificLPX5,664,7930,41 Mrd.0,16%
23Constellation BrandsSTZ632,8900,09 Mrd.0,04%
24NVRNVR11,1120,07 Mrd.0,03%
25Macy’sM3,038,3550,05 Mrd.0,02%
26Jefferies Financial GroupJEF433,5580,02 Mrd.0,01%
Summe263,10 Mrd.100%

Quelle: Berkshire Hathaway Inc., Form 13F-HR, eingereicht am 15. Mai 2026, Stichtag 31. März 2026. Zahlen bündeln verschiedene Aktienklassen und getrennte Managerkonten.

Sektor-Konzentration

Nach Branchen geordnet sieht man, worauf Berkshire setzt:

SektorPositionen% des Portfolios
Finanzen und VersicherungenAmerican Express, Bank of America, Chubb, Moody’s, Capital One, Ally, Jefferies36,2%
Technologie und Medien/KommunikationApple, Alphabet, VeriSign, SiriusXM, Liberty Live, NYT31,2%
BasiskonsumgüterCoca-Cola, Kraft Heinz, Kroger, Constellation Brands15,8%
EnergieChevron, Occidental Petroleum13,2%
GesundheitDaVita1,8%
Industrie, Wohnen/Bau, TransportDelta, Lennar, Nucor, Louisiana-Pacific, NVR1,8%
EinzelhandelMacy’s0,02%

Rund zwei Drittel liegen in zwei Blöcken: Finanzdienstleistungen und verbrauchernahe Tech-/Kommunikationswerte. Das passt zu Buffets Vorliebe für „Mautstellen“-Geschäfte: Unternehmen, die an sehr vielen Transaktionen mitverdienen, ohne jedes Mal neu um Kunden kämpfen zu müssen.

Die Top 10 Positionen erklärt

Die Tabelle zeigt, was Berkshire hält. Der Grund ist entscheidend: Viele dieser Positionen bestehen seit Jahrzehnten. In der Reihenfolge nach Größe erzählen sie, was sich in Buffets Denken verändert hat – und was nicht.

1. Apple (AAPL): 21,99% des Portfolios, 57,84 Mrd. US-Dollar

Position: 227.917.808 Aktien, rund 1,6% von Apple.

Apple ist seit 2018 die größte Position, trotz erheblicher Verkäufe. Erste Käufe erfolgten 2016 – überraschend, weil Buffett lange Tech mied. Seine Logik: Apple ist eher ein Konsumgüterkonzern mit hoher Kundenbindung. Der Wechsel zu einem anderen System ist für viele teuer und unbequem (Apps, Fotos, Nachrichten, Dienste).

Der Bestand lag zeitweise bei über 900 Mio. Aktien (nach Aktiensplit gerechnet). Seitdem wurde er um etwa 75% reduziert, besonders stark 2024. Buffett verwies dabei auch auf mögliche höhere Steuern auf Kursgewinne in den USA – nicht auf eine grundsätzliche Abkehr von Apple.

Kernaussage: Trotz des größten Abbaus in der Berkshire-Geschichte bleibt Apple über ein Fünftel des Portfolios. Das spricht für Risikosteuerung und Steuerplanung, nicht für eine widerlegte Investmentthese. Die Apple-Dividende bringt bei der heutigen Stückzahl grob 250 Mio. US-Dollar pro Jahr.

2. American Express (AXP): 17,43% des Portfolios, 45,86 Mrd. US-Dollar

Position: 151.610.700 Aktien, etwa 22% von American Express.

Diese Position zeigt, wie Berkshire Zeit nutzt. Die Beteiligung wurde 1991 bis 1995 für rund 1,29 Mrd. US-Dollar aufgebaut und ist heute 45,86 Mrd. US-Dollar wert. Seit Jahren wurden keine Aktien mehr gekauft oder verkauft.

Die Stückzahl bleibt gleich, während Amex eigene Aktien zurückkauft (Aktienrückkauf: das Unternehmen reduziert die Zahl der Aktien). Dadurch steigt Berkshires Anteil automatisch.

Amex zahlte Berkshire 2025 rund 479 Mio. US-Dollar Dividende.

Kernaussage: Amex ist ein geschlossenes System („Closed Loop“): Das Unternehmen gibt Karten aus und verarbeitet Zahlungen selbst. Es fokussiert zahlungskräftige Kunden, die seltener ausfallen und mehr umsetzen. Das schafft Preissetzungsmacht.

3. Coca-Cola (KO): 11,56% des Portfolios, 30,42 Mrd. US-Dollar

Position: 400.000.000 Aktien, unverändert seit 1994.

Coca-Cola steht für lange Haltedauer. Berkshire kaufte nach dem Crash 1987 und stockte bis 1994 auf. Gesamtkosten: rund 1,3 Mrd. US-Dollar. Heute ist die Position 30,42 Mrd. US-Dollar wert.

Noch wichtiger: Coca-Cola zahlte Berkshire 2025 816 Mio. US-Dollar Dividende. Bezogen auf den damaligen Kaufpreis entspricht das einer Dividendenrendite auf den Einstand von rund 63% (Yield on Cost: heutige Dividende geteilt durch den damaligen Kaufpreis).

Kernaussage: Es geht nicht um starkes Wachstum, sondern um stabile Cashflows, Marke und Vertrieb. Eine stetig steigende Dividende wird – gemessen am alten Einstand – mit der Zeit sehr groß.

4. Bank of America (BAC): 9,52% des Portfolios, 25,04 Mrd. US-Dollar

Position: 513.624.165 Aktien, rund 7% der Bank of America.

Der Einstieg begann 2011: Buffett stellte 5 Mrd. US-Dollar Kapital bereit und erhielt dafür Vorzugsaktien (Aktien mit fester Ausschüttung) und Warrants (Optionsscheine, die das Recht geben, später Aktien zu einem festgelegten Preis zu kaufen). 2017 übte er die Warrants aus und machte aus der Rettungsfinanzierung eine große Aktienposition – Gesamtkosten grob 14,6 Mrd. US-Dollar.

Seit Mitte 2024 wird schrittweise reduziert. In Q1 2026 fiel der Rückgang mit rund 0,7% klein aus, was auf ein Ende der stärkeren Verkaufsphase hindeutet.

Kernaussage: BAC ist stark vom US-Konsumenten und vom Zinsniveau abhängig. Eine große, günstige Einlagenbasis (Kundeneinlagen) wird bei höheren Zinsen profitabler. Dass Berkshire diese Bank hält, aber viele andere Finanzwerte verkauft hat, zeigt: Große Einlagenbanken bewertet das Management anders als den Rest des Sektors.

5. Chevron (CVX): 6,64% des Portfolios, 17,46 Mrd. US-Dollar

Position: 84.375.856 Aktien, in Q1 2026 um 35,2% reduziert.

Chevron war Berkshires klarer Energie-Fokus nach der Pandemie. Aufbau 2020 bis 2022, mit der Erwartung: Energienachfrage wächst schneller als das Angebot, weil zu wenig investiert wird. Chevron ist ein integrierter Öl- und Gaskonzern mit wichtigen Fördergebieten (u. a. Permian Basin), solider Bilanz und langer Dividendenhistorie.

In Q1 2026 wurde so stark gekürzt wie nie zuvor: über 45 Mio. Aktien verkauft. In Stückzahlen wurde das Öl-Engagement deutlich reduziert.

6. Occidental Petroleum (OXY): 6,55% des Portfolios, 17,22 Mrd. US-Dollar

Position: 264.941.431 Aktien, rund 26,6% von Occidental, plus 8,5 Mrd. US-Dollar in Vorzugsaktien und Warrants.

Bei Occidental agiert Berkshire eher als strategischer Partner. 2019 finanzierte Berkshire den Anadarko-Kauf mit 10 Mrd. US-Dollar und erhielt dafür Vorzugsaktien mit 8% fester Ausschüttung (Coupon: fester Zins/Ertrag) plus Warrants. Seitdem wurde die Stammaktien-Position auf über ein Viertel ausgebaut; eine Genehmigung erlaubt bis zu 50%.

Allein die Vorzugsaktien bringen rund 680 Mio. US-Dollar Dividende pro Jahr. Ab 2029 will Occidental sie schrittweise zurückzahlen (Redeem: Rückkauf/Einlösung). Zusätzlich kaufte Berkshire im Oktober 2025 OxyChem für 9,7 Mrd. US-Dollar: Occidental erhält Geld zum Schuldenabbau, Berkshire bekommt ein ganzes Unternehmen.

Kernaussage: Occidental unterscheidet sich klar von Chevron. Chevron ist eine leicht handelbare Börsenposition. Occidental ist ein Paket aus Vorzugsaktien, Warrants, Stammaktien und einem Unternehmensdeal. Dass Chevron stark gekürzt wurde und Occidental unverändert blieb, ist ein zentrales Signal der 13F.

7. Alphabet (GOOGL): 6,32% des Portfolios, 16,63 Mrd. US-Dollar

Position: 57.835.013 Aktien (Klasse A und C), zuvor 17.846.142 – ein Plus von 224%.

Alphabet ist die wichtigste neue Position der jüngeren Zeit. Einstieg in Q3 2025, dann in Q1 2026 mehr als verdreifacht: rund 40 Mio. Aktien dazugekauft. Damit wurde Alphabet zu einer der größten Positionen.

Buffett sagte öffentlich, Google verpasst zu haben, sei ein Fehler gewesen – unter anderem, weil GEICO hohe Summen für Google-Suchwerbung zahlte. Der starke Zukauf 2026, als Anleger diskutierten, ob KI-Chatbots das Suchgeschäft schwächen, ist eine Wette: Such- und Werbegeschäft bleiben robust, und Alphabets eigene KI-Kompetenz wird vom Markt nicht vollständig eingepreist.

Kernaussage: Der Zukauf zeigt auch den Einfluss der Investmentmanager Todd Combs und Ted Weschler, die Tech-Positionen eher treiben als Buffett selbst – und dieses Portfolio erbt Greg Abel.

8. Chubb (CB): 4,24% des Portfolios, 11,16 Mrd. US-Dollar

Position: 34.249.183 Aktien, etwa 9% von Chubb.

Berkshire baute die Position 2023/2024 teilweise verdeckt auf. Möglich war das über eine seltene Ausnahme, bei der die SEC vorübergehend erlaubt, eine Position nicht in der 13F zu zeigen, um den Aufbau nicht zu verteuern. Öffentlich wurde sie im Mai 2024.

Chubb ist der weltweit größte börsennotierte Schaden- und Unfallversicherer (Property & Casualty: z. B. Haftpflicht, Sachschäden). Für Berkshire passt das: Der Konzern versteht Versicherungsgeschäfte tief, und Chubb gilt als diszipliniert bei der Preisgestaltung und beim Risiko.

9. Moody’s (MCO): 4,09% des Portfolios, 10,76 Mrd. US-Dollar

Position: 24.669.778 Aktien, etwa 14% von Moody’s.

Berkshire kaufte diese Position größtenteils nicht aktiv. Sie entstand 2000 durch die Abspaltung (Spin-off: Ausgliederung eines Unternehmensteils als eigene Aktie) von Moody’s aus Dun & Bradstreet. Berkshire behielt die Aktien, seitdem blieb der Bestand nahezu unverändert.

Moody’s ist ein typisches „Burggraben“-Geschäft: Ratingagenturen sind faktisch ein Duopol mit S&P Global. Regulierung und Marktstandard machen Ratings für viele Anleihen-Ausgaben praktisch Pflicht. Das Geschäft braucht wenig Kapital und erzielt hohe Margen. Moody’s verdient an der „Maut“ des globalen Anleihemarkts.

10. Kraft Heinz (KHC): 2,78% des Portfolios, 7,32 Mrd. US-Dollar

Position: 325.634.818 Aktien, etwa 27% von Kraft Heinz.

Kraft Heinz gilt als einer der sichtbarsten Fehlgriffe. Berkshire fusionierte 2015 zusammen mit 3G Capital Kraft und Heinz und hielt danach einen sehr großen Anteil. Buffett sagte später, Berkshire habe zu teuer gekauft. Der Wert litt durch günstigere Handelsmarken (Private Labels) und veränderte Konsumgewohnheiten, was zu milliardenschweren Abschreibungen führte.

Kernaussage: Die Position bleibt lehrreich: Sie ist groß und schwer zu verkaufen, ohne den Kurs zu bewegen. Mit 27% ist Berkshire eher Insider als passiver Anleger. Sie zeigt auch: Konzentration kann nach oben und nach unten stark wirken.

Der Rest des Portfolios: Positionen 11 bis 26

Im „langen Ende“ sieht man Besonderheiten und Entscheidungen des Investmentteams:

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