
Kernaussagen
- Der Dollarindex (USDX, ein Maß für den US-Dollar gegenüber einem Währungskorb) notierte nahe 101, nachdem er zwei Handelstage in Folge gestiegen war.
- Wachsende Spannungen zwischen USA und Iran trieben den Ölpreis und schürten Sorgen vor erneutem Inflationsdruck (also weiter steigenden Preisen).
- Die Präsidentin der Federal Reserve Bank of Cleveland, Beth Hammack, warnte: Hartnäckige Inflation bleibt das Hauptproblem der US-Notenbank (Fed, die Zentralbank der USA).
- Im Tageschart liegt der nächste Widerstand bei 100,85; die erste Unterstützung (Kursbereich, der oft Käufe anzieht) liegt bei 100,70.
Der Dollarindex notierte am Montag nahe 101, nachdem er zwei Sitzungen in Folge zugelegt hatte. Rückenwind kam von den zunehmenden Spannungen zwischen den USA und Iran.
Steigende Ölpreise erhöhten die Sorge, dass teurere Energie (Öl, Treibstoff) die Inflation hoch hält. Das stützt die Erwartung, dass die US-Leitzinsen länger hoch bleiben könnten (Leitzins: der wichtigste Zinssatz der Fed, der viele Kreditzinsen beeinflusst).
Zusätzliche Unterstützung kam von der Erwartung, dass die Fed später in diesem Jahr die Zinsen nochmals anheben könnte. Die anhaltende Schwäche des japanischen Yen (JPY, japanische Währung) verstärkte die Nachfrage nach dem Dollar insgesamt.
Warum Händler auf den Dollar schauen
Der Dollar reagiert vor allem auf drei Faktoren: die Lage im USA-Iran-Konflikt, Erwartungen zur Fed-Politik und den Druck auf den japanischen Yen.
Eine weitere Eskalation im Nahen Osten könnte den Ölpreis hoch halten und Inflationssorgen verschärfen. Das würde Zinssenkungen erschweren und die Erwartung stützen, dass die Geldpolitik straff bleibt (straff: höhere Zinsen, weniger Unterstützung für die Konjunktur).
Japans Inflationsdaten am Freitag sind ein weiterer wichtiger Termin. Das Ergebnis kann die Erwartungen an den nächsten Schritt der Bank of Japan (BoJ, Japans Zentralbank) verändern und beeinflussen, ob USD/JPY (Wechselkurs Dollar/Yen) über das Jahreshoch steigt.
USA-Iran-Konflikt treibt Nachfrage nach „sicheren Häfen“
Das US-Militär führte am Sonntag neue Luftangriffe gegen Iran aus, nachdem die Zahl bestätigter Todesopfer unter US-Soldaten in den erneuten Kämpfen auf drei gestiegen war.
Die Angriffe erfolgten, nachdem der Waffenstillstand zwischen den USA und Iran faktisch zusammengebrochen war. Iran teilte außerdem mit, am Wochenende vier Schiffe abgefangen zu haben, die die Straße von Hormus passieren wollten (Straße von Hormus: wichtige Meerenge, durch die ein großer Teil des weltweiten Öltransports läuft).
Die Eskalation schürte Sorgen vor einem größeren Konflikt und möglichen Störungen bei Energielieferungen durch die Straße von Hormus.
Ein höherer Ölpreis kann den Dollar stützen: Zum einen steigt die Nachfrage nach „sicheren Häfen“ (Anlagen, die in Krisen als stabil gelten), zum anderen wachsen Inflationserwartungen durch teurere Energie.
Bleibt Öl teuer, rechnen Märkte meist vorsichtiger mit einer Lockerung der Fed-Politik (Lockerung: niedrigere Zinsen).
Hartnäckige Inflation stützt Erwartungen an höhere Fed-Zinsen
Die Präsidentin der Cleveland-Fed, Beth Hammack, schloss sich am Freitag einer wachsenden Zahl von Fed-Vertretern an, die vor anhaltend hoher Inflation warnen.
Ihre Aussagen unterstrichen, dass der Preisdruck über dem Ziel der Notenbank liegt (Inflationsziel: meist rund 2%) und die Geldpolitik daher straff bleiben könnte.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag die vom Markt eingepreiste Wahrscheinlichkeit (Marktpreise in Terminkontrakten/Zinswetten) für eine Zinserhöhung im September bei rund 53%, nach 47% am Vortag.
Für die Juli-Sitzung erwarten viele weiter unveränderte Zinsen. Der Anstieg der September-Erwartungen gab dem Dollar jedoch zusätzlichen Auftrieb.
Weitere Warnungen aus der Fed oder erneut steigende Energiepreise könnten die Erwartung stärken, dass US-Zinsen hoch bleiben.
Yen-Schwäche stützt den Dollar
Der Dollar lag zum Yen nahezu unverändert bei etwa 162,33 und damit nahe dem Jahreshoch von 162,84.
CBA Global Economic & Markets Research erwartet, dass USD/JPY in dieser Woche nahe dem Jahreshoch bleibt.
Der Fokus liegt auf Japans Inflationsdaten am Freitag. Fallen die Kernpreise schwächer aus als erwartet (Kerninflation: Inflation ohne stark schwankende Energie- und Lebensmittelpreise), könnte sich eine nächste Zinserhöhung der BoJ verschieben.
Das würde den Yen zusätzlich belasten und USD/JPY womöglich über den Widerstand bei 162,84 treiben (Widerstand: Kursniveau, an dem Verkäufe häufig zunehmen).
Stärkere Inflation in Japan könnte dagegen frühere BoJ-Schritte wahrscheinlicher machen und weitere Dollar-Gewinne zum Yen begrenzen.
Wichtige Handelsmarken
| Preisniveau | Worauf Händler achten |
| 101.4 | Breiter Widerstand nahe der früheren Seitwärtsphase (Konsolidierung: Handel in einer Spanne ohne klaren Trend) |
| 101.3 | Widerstand am jüngsten Zwischenhoch (Swing-High: kurzfristiges Hoch im Kursverlauf) |
| 101 | Psychologischer Widerstand (runde Marke, die oft beachtet wird) |
| 100.85 | Unmittelbarer Widerstand nahe dem letzten Tageshoch |
| 100.77 | Aktueller Kursbereich im Chart |
| 100.7 | Unmittelbare Unterstützung nahe der letzten Seitwärtsphase |
| 100.5 | Kurzfristige Unterstützung und Basis der jüngsten Erholung |
| 100.35 | Bereich des jüngsten Zwischentiefs (Swing-Low: kurzfristiges Tief im Kursverlauf) |
| 100 | Tiefere psychologische Unterstützung |
Im Tageschart notierte der US-Dollar-Index nahe 100,77 nach einer Eröffnung um 100,79. Das Tageshoch lag bei etwa 100,86, das Tagestief bei rund 100,75.
Der Index hat sich vom jüngsten Tief bei etwa 100,35 erholt. Die jüngsten Kerzen (Candlesticks: Darstellung von Eröffnung, Hoch, Tief, Schluss) deuten aber auf nachlassenden Aufwärtsdruck hin, während der Kurs an Widerstand zwischen 100,85 und 101,00 heranläuft.
Der nächste Widerstand liegt bei 100,85. Ein nachhaltiger Anstieg darüber könnte die Marke von 101,00 in den Fokus rücken.
Ein bestätigter Ausbruch über 101,00 (Ausbruch: Kurs verlässt eine wichtige Spanne nach oben) würde die Erholung festigen. Dann rücken 101,30 und danach 101,40 in den Blick.
Auf der Unterseite ist 100,70 die erste Unterstützung. Ein Rutsch darunter könnte 100,50 freilegen.
Bullische und bärische Szenarien

| Szenario | Auslöser | Mögliche Marktreaktion |
| Bullischer Ausbruch | Anstieg über 100.85 | USDX könnte 101.00 testen |
| Bullische Fortsetzung | Stabil über 101.00 | Fokus könnte auf 101.30 wechseln |
| Stärkerer Anstieg | Ausbruch über 101.30 | Der Index könnte 101.40 anlaufen |
| Seitwärtsphase | Spanne 100.70 bis 100.85 | Händler warten auf klarere Signale aus Geopolitik oder von der Fed |
| Bärischer Rücksetzer | Fall unter 100.70 | USDX könnte 100.50 erneut testen |
| Tiefere Korrektur | Bruch unter 100.50 | Rückgang Richtung 100.35 möglich |
| Bärische Ausweitung | Fall unter 100.35 | Psychologische Marke 100.00 rückt in den Fokus |
Das bullische Szenario setzt voraus, dass der Dollarindex über 100,85 steigt und darüber bleibt. Das würde zeigen, dass die Nachfrage nach Dollar durch geopolitische Unsicherheit, höhere Ölpreise und die Erwartung straffer Fed-Politik getragen wird.
Ein bestätigter Anstieg über 101,00 würde das bullische Bild stärken und 101,30 in den Fokus rücken. Ein weiterer Sprung über 101,30 könnte den Weg Richtung 101,40 öffnen.
Neutral bleibt das Bild, solange der Kurs zwischen 100,70 und 100,85 pendelt. Das spricht für Abwarten, bis es klarere Signale aus dem USA-Iran-Konflikt, vom Ölpreis oder von der Fed gibt.
Das bärische Szenario gewinnt an Gewicht, wenn der Index unter 100,70 fällt. Dann rückt 100,50 in den Blick.
Haftungsausschluss
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