EUR/USD legte am Donnerstag leicht zu, da der US-Dollar nachgab, während die Märkte die wieder aufgeflammten Spannungen im Nahen Osten abwogen. Das Währungspaar notierte nahe 1,1444 und lag damit 0,25% im Plus, während der US-Dollar-Index (DXY) um 100,90 pendelte, nachdem er zuvor gegenüber einem Korb aus sechs wichtigen Währungen bis auf 100,79 gefallen war. Die Unterstützung für den Greenback durch die jüngste Eskalation zwischen den USA und Iran blieb begrenzt; die Kursbewegungen spiegelten die Unsicherheit darüber wider, ob ein vorläufiges Friedensabkommen zwischen Washington und Teheran Bestand haben wird.
Inflationssorgen im Zusammenhang mit Energiepreisen flammten erneut auf, nachdem Öl angesichts von Sicherheitsrisiken rund um die Straße von Hormus zulegte, über die rund 20% der globalen Ölströme abgewickelt werden. Dieses Umfeld hat die Erwartungen an eine straffere Geldpolitik untermauert: Die Märkte preisen später in diesem Jahr einen weiteren Zinsschritt der Europäischen Zentralbank (EZB) ein, und das CME-FedWatch-Tool signalisiert eine Wahrscheinlichkeit von 63% für eine Zinserhöhung der US-Notenbank (Fed) bei der September-Sitzung. Die Protokolle der Juni-Sitzungen von EZB und Fed verwiesen auf anhaltende Sorgen über Aufwärtsrisiken bei der Inflation; im Fokus stehen nun die Inflationsdaten der kommenden Woche, während die Fed an ihrem Ziel von 2% festhält.
US-Dollar-Schwäche und geopolitische Unsicherheit
Wir sehen eine gewisse Schwäche im US-Dollar, die EUR/USD in Richtung der Marke von 1,0850 schiebt. Das folgt den erneuten Spannungen im Nahen Osten, die die Märkte etwas nervös machen, derzeit US-Dollar zu halten. Die Lage bleibt unübersichtlich und bremst vorerst größere Bewegungen.
Das Hauptrisiko, das wir beobachten, ist energiegetriebene Inflation, nachdem Brent-Rohöl wieder auf 88 US-Dollar je Barrel gestiegen ist. Wachsende Sicherheitsbedenken rund um zentrale Schifffahrtsrouten erhöhen den Preisdruck. Das schlägt direkt auf die Inflationserwartungen durch, die die Zentralbanken sehr genau im Blick haben.
Zentralbankpolitik, Inflation und bevorstehende Volatilität
Da die jüngsten US-Inflationsdaten für Juni mit 3,4% höher als erwartet ausgefallen sind, wird der restriktive Kurs der Federal Reserve untermauert. Auf der anderen Seite des Atlantiks bleibt auch die Inflation in der Eurozone mit 2,8% zäh, sodass auch die Europäische Zentralbank sich keine Entspannung leisten kann. In der Folge preisen Händler eine längere Phase hoher Zinsen von beiden Zentralbanken ein.
Dieses Umfeld spricht dafür, sich in den kommenden Wochen auf höhere Volatilität bei Währungspaaren wie EUR/USD einzustellen. Das Spannungsfeld zwischen geopolitischem Risiko und Geldpolitik schafft ein instabiles Umfeld. Wir halten Long-Volatilitäts-Strategien – etwa den Kauf von Straddles oder Strangles auf EUR/USD – für geeignet, um auf das Potenzial einer kräftigen Bewegung in beide Richtungen zu setzen.
Wir richten unsere Aufmerksamkeit besonders auf die anstehenden Inflationsberichte aus den USA und der Eurozone in der kommenden Woche. Diese Zahlen werden entscheidend dafür sein, den Ton der Währungshüter im Vorfeld ihrer nächsten Sitzungen zu prägen. Ein überraschend hoher Wert könnte leicht eine erhebliche Marktreaktion auslösen und eine Long-Volatilitäts-Position bestätigen.
Dieses Drehbuch haben wir schon einmal gesehen – insbesondere während der Ölpreisschocks der 1970er Jahre. Geopolitische Ereignisse, die die Energieversorgung stören, haben historisch zu hartnäckiger Inflation geführt und die Zentralbanken zu aggressivem Handeln gezwungen. Dieser historische Präzedenzfall stützt die Einschätzung, dass wir möglicherweise in eine volatilere Phase an den Märkten eintreten.
Beginnen Sie jetzt mit dem Trading — klicken Sie hier, um Ihr echtes VT Markets-Konto zu erstellen.