Brasiliens Industrieproduktion stieg im Mai im Jahresvergleich um 0,2% und blieb damit hinter der Prognose von 1,3% zurück. Die Daten deuten zu Beginn des zweiten Quartals auf ein schwächeres Tempo der Fabrikaktivität hin als erwartet.
Gegenüber der Schätzung entspricht das Ergebnis einer Unterbietung um 1,1 Prozentpunkte. Der Anstieg im Mai hielt die Jahresproduktion zwar weiter im positiven Bereich, folgte jedoch einer schwächeren als erwarteten Entwicklung im Vergleich zum Konsens.
Konjunkturwachstum und Währungsausblick
Die jüngste Zahl zur Industrieproduktion im Mai – lediglich 0,2% Wachstum gegenüber dem Vorjahr – verfehlte die Markterwartung von 1,3% deutlich. Wir werten dies als klares Signal für eine Abkühlung der brasilianischen Wirtschaft mit Blick auf das dritte Quartal. Die starke Verlangsamung deutet darauf hin, dass sich Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum schneller materialisieren als angenommen.
Diese Schwäche untermauert einen bärischen Ausblick für den brasilianischen Real. Historisch gingen ähnliche negative Überraschungen bei der Industrieaktivität einer Währungsabwertung voraus; während einer vergleichbaren Abschwächung im Jahr 2022 verlor der BRL in den darauffolgenden acht Wochen beispielsweise mehr als 5% gegenüber dem US-Dollar. Wir erwägen daher Long-Positionen in USDBRL-Futures und erwarten eine Bewegung in Richtung 5,45.
Marktauswirkungen, Aktien und geldpolitische Erwartungen
Für Aktien erwarten wir, dass diese Daten den Ibovespa-Index spürbar belasten, der im Juni bereits um 4,8% fiel und nahe 120.500 schloss. Die industrielle Abschwächung wird die Gewinnprognosen der Unternehmen direkt treffen, insbesondere in zyklischen Sektoren. Entsprechend prüfen wir den Kauf von Put-Optionen auf breite Markt-ETFs, um uns gegen einen möglichen Rutsch unter die Unterstützung bei 120.000 abzusichern oder davon zu profitieren.
Die enttäuschende Wachstumszahl erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung durch die Zentralbank auf ihrer nächsten Sitzung deutlich. Die Marktpreise spiegeln inzwischen eine nahezu 80%ige Wahrscheinlichkeit für eine Reduktion um 25 Basispunkte vom aktuellen Selic-Leitzins von 9,50% wider. Wir positionieren uns in Zinsfutures, um von der Erwartung zu profitieren, dass die Geldpolitik akkommodierender wird.
Ein Blick in die Details zeigt, dass sich die Schwäche auf die Produktion von Investitionsgütern konzentrierte, die um 3,5% sank – ein Hinweis auf rückläufige Unternehmensinvestitionen. Das stärkt unsere Überzeugung, Industrieaktien zu verkaufen (Short-Positionen), während wir zugleich mit einem Anstieg der Marktvolatilität rechnen. Eine höhere implizite Volatilität sehen wir als Chance, Optionsspreads zu strukturieren, die in den kommenden Wochen von der Unsicherheit am Markt profitieren können.
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