TD Securities rechnet damit, dass der ISM-Index für das Dienstleistungsgewerbe den Anstieg um rund einen Punkt im Mai teilweise wieder abgibt; für Juni erwartet das Haus einen Wert von 54,0 nach 54,2 im Konsens. TD prognostiziert eine breit angelegte Abkühlung, da Aktivität und Auftragseingang nachlassen, während die Beschäftigungskomponente in der Schrumpfungszone bleibt. Auch die bezahlten Preise dürften sich laut TD entspannen, nachdem sie im Zuge der Energiepreisanstiege von März bis Mai angezogen hatten.
Auf der Arbeitsmarktseite verweist TD auf schwächere Payrolls im Juni, getragen von einem Rückgang bei Stellen in Freizeit und Gastgewerbe, die durch saisonale Anpassungen nach unten gedrückt wurden. Das Beschäftigungswachstum bewege sich wieder in Richtung Nulllinie, während die Arbeitslosenquote aufgrund einer niedrigeren Erwerbsbeteiligung auf 4,2% gefallen sei. Die Daten hätten Long-Positionierungen im US-Dollar belastet und die vom Zinsmarkt eingepreisten Fed-Anhebungen für 2026 zurückgedrängt, was zu sinkenden Renditen beigetragen habe.
—Abkühlung der Konjunktur und Implikationen für den ISM-Index Dienstleistungen
Der jüngste Arbeitsmarktbericht bestätigt aus unserer Sicht eine Abkühlung der US-Konjunktur und stellt den Konsens eines starken Dollars infrage. Die Beschäftigtenzahlen (Nonfarm Payrolls) für Juni lagen bei 145.000 und verfehlten damit die Erwartungen von 190.000; der Rückgang der Arbeitslosenquote auf 4,2% war auf eine niedrigere Erwerbsquote zurückzuführen, die auf 62,3% fiel. Das ist kein Zeichen grundlegender Stärke.
Wir erwarten, dass sich diese Schwäche im anstehenden ISM-Services-Bericht widerspiegelt, der unserer Prognose zufolge auf 54,0 zurückgeht. Der Teilindex Beschäftigung dürfte in der Kontraktion verbleiben und damit den schwachen Stellenaufbau im Freizeit- und Gastgewerbe aus den Payroll-Daten widerspiegeln. Das deutet auf eine breit angelegte Verlangsamung von Aktivität und Auftragseingang hin.
Der Abkühlungstrend zeigt sich auch bei der Inflation: Der jüngste Core-PCE-Preisindex für Mai signalisierte eine Verlangsamung auf eine Jahresrate von 2,4%. Dies dürfte, zusammen mit fallenden Energiekosten, die Komponente „Prices Paid“ der ISM-Umfrage nach unten ziehen. Die Federal Reserve hat nun kaum noch Gründe, weitere Zinserhöhungen im Jahr 2026 in Betracht zu ziehen.
—Marktpositionierung und Strategie vor dem Hintergrund veränderter Zinserwartungen
Für Derivatehändler macht dieses Umfeld Long-Positionen im US-Dollar anfällig. Wir halten Put-Optionen auf den Dollar gegenüber Euro oder Yen für zunehmend attraktiv, da der Zinsvorteil der USA schwindet. Der jüngste Aufbau von Long-Positionen im Dollar wirkt wie ein überfüllter Trade, der zur Auflösung neigt.
Zudem dürfte die implizite Volatilität bei Zinsfutures sinken, da der Markt weitere Zinserhöhungen zunehmend auspreist. Das ähnelt der Dynamik Ende 2023, als der Markt von einem Anhebungs- zu einem Lockerungsbias wechselte. Volatilität über Strategien wie Short-Straddles auf SOFR-Futures zu verkaufen, könnte ein sinnvoller Weg sein, um von einer Federal Reserve zu profitieren, die nun klar auf Pause steht.
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