USD/JPY fiel unerwartet bis auf 160,62 und rutschte damit unter eine zuvor genannte Unterstützungsmarke bei 161,80, bevor das Paar wieder anzog und bei 161,09 schloss (−0,90%). Die abrupte Bewegung hat den kurzfristigen Ton in Richtung Schwäche verschoben, wenngleich stark überverkaufte Bedingungen auf eine technische Gegenbewegung hindeuten. Im 24-Stunden-Fenster wird eine Erholung erwartet, jedoch gedeckelt in der Spanne 160,80–161,90.
Über einen Zeithorizont von ein bis drei Wochen bleibt das Abwärtsrisiko an Bedingungen geknüpft. Ein Vorstoß in Richtung 160,00 wird erst erwartet, wenn USD/JPY einen Schlusskurs unter 160,60 etabliert, während die Wahrscheinlichkeit dieses Szenarios bestehen bleibt, solange der Widerstand bei 162,45 nicht überschritten wird. In einer früheren Einschätzung vom 1. Juli war der Kassakurs mit 162,60 genannt worden, wobei 163,00 als nächste Aufwärtsmarke markiert war; anschließend erreichte das Paar 162,83, bevor es nach unten drehte.
Markttreiber und Interventionsrisiko
Wir werten den jüngsten scharfen Rückgang von USD/JPY unter 161,00 als eine spürbare Verschiebung der Marktdynamik. Das Paar ist deutlich überverkauft, daher erwarten wir in den kommenden Tagen eine kurze Erholung in Richtung 161,90. Diese Gegenbewegung sollte als Gelegenheit verstanden werden, sich für weitere Yen-Stärke zu positionieren – nicht als Trendwende des neuen Abwärtstrends.
Der plötzliche Einbruch wurde sehr wahrscheinlich durch verdeckte Interventionen japanischer Behörden ausgelöst – eine Taktik, die bereits früher eingesetzt wurde. Diese Gefahr ist nun glaubwürdig, insbesondere nachdem Japans oberster Währungsdiplomat Masato Kanda erst letzte Woche vor spekulativen Bewegungen gewarnt hatte. Der Markt erinnert sich an die über 9 Billionen Yen (56 Mrd. US-Dollar), die Ende 2022 für Interventionen ausgegeben wurden, und Händler sind nun besonders wachsam gegenüber einer Wiederholung.
Verstärkt wurde die Umkehr durch extreme Positionierungen: Die jüngsten CFTC-Daten zeigten, dass spekulative Netto-Short-Positionen gegen den Yen kurz vor dem Rückgang nahe Rekordhochs lagen. Solche überfüllten Trades sind anfällig für einen heftigen Abbau, den wir vermutlich jetzt erleben. Wir gehen davon aus, dass diese Short-Covering-Rally beim Yen noch Luft nach oben hat.
Fundamentaler Ausblick und Handelsimplikationen
Auch fundamental zeichnen sich zunehmend Faktoren ab, die für einen schwächeren USD/JPY sprechen. Der jüngste US-Arbeitsmarktbericht (Non-Farm Payrolls) lag mit 175.000 Stellen leicht unter den Erwartungen und deutet auf eine Abkühlung des Arbeitsmarkts hin. Gleichzeitig stieg Tokios Kerninflation (Core-CPI) zuletzt auf 2,3% und erhöht damit moderat den Druck auf die Bank of Japan, die Geldpolitik zu normalisieren.
Für Derivatehändler spricht dieses Umfeld für Strategien, die von fallenden Kursen und hoher Volatilität profitieren. Wir sehen Wert darin, Out-of-the-Money-Call-Spreads zu verkaufen, mit einem Short-Strike oberhalb des starken Widerstands bei 162,45, um erhöhte Prämien zu vereinnahmen. Sollte dem Paar ein Tagesschluss unter der Unterstützung bei 160,60 gelingen, würden wir den Kauf von Puts in Erwägung ziehen, mit Ziel an der psychologisch wichtigen Marke von 160,00.
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