USD/CAD handelte am Freitag in den europäischen Stunden ruhig um 1,4175 und gab leicht nach, da der US-Dollar unter Druck geriet und die Erwartungen an eine hawkishe Geldpolitik der US-Notenbank nachließen. Der US-Dollar-Index (DXY) lag 0,14% im Minus bei nahe 100,70, nachdem die Nonfarm Payrolls für Juni nur ein Plus von 57 Tsd. Stellen auswiesen – erwartet worden waren 110 Tsd. Der Fokus richtet sich nun auf den US-ISM-Einkaufsmanagerindex (PMI) für den Dienstleistungssektor im Juni, der später am Freitag veröffentlicht wird.
Der kanadische Dollar blieb schwach, da die Rohölpreise auf Niveaus von vor dem Krieg im Nahen Osten zurückfielen – ein Gegenwind für Kanada als Nettoölexporteur. Technisch blieb USD/CAD bei nahe 1,4179 über den exponentiellen gleitenden Durchschnitten (EMAs) der vergangenen 20 und 50 Tage, wobei der 20-Tage-EMA bei 1,4108 und der 50-Tage-EMA bei 1,3965 liegt – damit bleibt der bullishe Grundton intakt. Der Relative Strength Index (14) notierte knapp unter 70 und signalisiert solides, aber bereits gedehntes Momentum. Unterstützung wird nahe dem 20-Tage-EMA um 1,4110 gesehen; Widerstand liegt am Hoch vom 24. Juni bei 1,4248, davor bei 1,4300.
Fed-Ausblick und Dynamik des kanadischen Dollars
Der schwache US-Arbeitsmarktbericht von gestern mit lediglich 57.000 neu geschaffenen Stellen im Juni bestätigt unsere Einschätzung, dass die Federal Reserve weniger aggressiv vorgehen wird. Dies folgt auf die Kern-PCE-Inflationsdaten der vergangenen Woche, die auf 2,7% zurückgingen und darauf hindeuten, dass der Preisdruck nachlässt. Den aktuellen Rücksetzer beim US-Dollar sehen wir als kurzfristige Reaktion und nicht als Änderung des übergeordneten Trends.
Der kanadische Dollar bleibt derweil wegen niedriger Ölpreise unter Druck; WTI-Rohöl tut sich schwer, die Marke von 68 US-Dollar je Barrel zu halten. Das erinnert an die Phase 2014–2016, als ein Einbruch der Ölpreise USD/CAD von 1,10 auf über 1,45 nach oben trieb. Da Kanadas Wirtschaft sensibel auf Rohstoffpreise reagiert, gehen wir davon aus, dass die Schwäche des kanadischen Dollars dem Währungspaar einen robusten Boden gibt.
Strategie und zentrale Tradingniveaus
Damit ergibt sich eine klare Chance, auf eine Wiederaufnahme des Aufwärtstrends in USD/CAD zu setzen. Wir betrachten den aktuellen Rücksetzer in Richtung des Bereichs um 1,4110 als attraktiven Einstiegsbereich für bullishe Strategien. Das Schreiben aus dem Geld liegender Put-Optionen mit Basispreisen um 1,4100 oder 1,4050 mit Laufzeit bis Ende Juli ermöglicht es, Prämien zu vereinnahmen, während man auf die Fortsetzung des Aufwärtstrends wartet.
Die später am Tag anstehenden ISM-Daten zum Dienstleistungssektor dürften für etwas Volatilität sorgen, die sich mit Optionen effektiv steuern lässt. Ein Bull Call Spread – Kauf eines Calls mit Strike 1,4200 und Verkauf eines Calls mit Strike 1,4300 – bietet eine Möglichkeit mit definiertem Risiko, von der erwarteten Bewegung nach oben zu profitieren. Diese Strategie nutzt die Aufwärtsdynamik und begrenzt zugleich potenzielle Verluste, falls sich der Markt unerwartet bewegt.
Unser zentrales Signal für den Aufbau offensiverer Long-Positionen wäre ein klarer Ausbruch über das Hoch vom 24. Juni bei 1,4248. Wird dieses Niveau überwunden, erwarten wir eine schnelle Bewegung in Richtung 1,4300. In diesem Fall würden wir bestehende Long-Call-Positionen auf höhere Strikes rollen, um zusätzliches Aufwärtspotenzial abzuschöpfen.
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