Gold stieg über 4.100 US-Dollar je Unze, nachdem schwächere US-Arbeitsmarktdaten und fallende Energiepreise die wahrgenommene Dringlichkeit für die US-Notenbank Fed verringerten, die Geldpolitik weiter zu straffen – einschließlich geringerer Chancen für eine Zinserhöhung im Jahr 2026. TD Securities erwartet, dass das Metall nach dem Ausbruch über den Widerstandsbereich zwischen 4.050 und 4.126 US-Dollar je Unze in eine höhere Handelsspanne übergeht. Die Bank sieht die Spotpreise kurzfristig in Richtung 4.280 US-Dollar je Unze tendieren.
TD Securities verortet die zentrale Unterstützung bei 3.900 US-Dollar je Unze und hält einen nachhaltigen Bruch unter dieses Niveau für unwahrscheinlich, solange eine frühe Anhebung des Fed Funds Rate nicht auf der Agenda steht. Auf längere Sicht hält die Bank an ihrem Kursziel von 5.300 US-Dollar je Unze fest, weist jedoch auf ölgetriebene Inflationsrisiken und die Möglichkeit höherer Zinsen als Faktoren hin, die diese Bewegung bis ins nächste Jahr verzögern könnten – zudem bestehen Sorgen, dass die Ölpreise angesichts niedriger und weiter sinkender globaler Lagerbestände wieder anziehen könnten.
Golds neue Handelsspanne und die Rolle der Fed
Da der Markt nun die Vorstellung verarbeitet, dass die Federal Reserve zunächst abwartet, sehen wir, dass Gold eine neue, höhere Handelsspanne etabliert. Das Metall hat einen wichtigen Widerstand überwunden und scheint in den kommenden Wochen auf eine Bewegung in Richtung 4.280 US-Dollar je Unze zugesteuert zu sein. Eine starke Unterstützung dürfte nahe 3.900 US-Dollar je Unze Bestand haben und damit ein klar definiertes Spielfeld für Trader schaffen.
Diese Einschätzung wird durch den heutigen Non-Farm-Payrolls-Report untermauert, der zeigte, dass die USA im Juni lediglich 145.000 neue Stellen geschaffen haben – deutlich weniger als erwartet. Nach diesen Daten signalisiert das CME-FedWatch-Tool, dass die Terminmärkte die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bis Jahresende mit weniger als 15% einpreisen. Diese fehlende Eile der Fed dürfte Gold weiter deutlich stützen.
Handelsstrategien und Ausblick angesichts von Inflationsrisiken
Für Derivatehändler halten wir Bull-Call-Spreads für eine sinnvolle Strategie, um die Bewegung in Richtung 4.280 US-Dollar je Unze zu adressieren. Man könnte den August-Call mit Strike 4.150 US-Dollar kaufen und dagegen den August-Call mit Strike 4.280 US-Dollar verkaufen. Diese Konstruktion positioniert für weitere Kursgewinne, begrenzt zugleich das Risiko und senkt die Gesamtkosten des Trades.
Angesichts unserer hohen Überzeugung, dass das Unterstützungsniveau bei 3.900 US-Dollar je Unze halten wird, erscheint auch der Verkauf cash-besicherter Puts mit einem Ausübungspreis um dieses Niveau oder knapp darunter attraktiv. Beispielsweise würde der Verkauf der August-Puts mit Strike 3.880 US-Dollar es Tradern ermöglichen, Prämien zu vereinnahmen – mit Vorteil durch Zeitwertverfall und die geringe Wahrscheinlichkeit eines abrupten Einbruchs. Das ist eine überzeugende Möglichkeit, Erträge zu generieren, während man auf die nächste Aufwärtswelle wartet.
Wir müssen jedoch vorsichtig bleiben, da die größere Rally eher eine Geschichte für das nächste Jahr zu sein scheint. Die jüngsten CPI-Daten zeigten, dass die Kerninflation mit 3,4% hartnäckig erhöht bleibt, und trotz eines jüngsten Rückgangs von WTI-Rohöl auf 88 US-Dollar je Barrel zeigen EIA-Daten, dass die globalen Lagerbestände weiterhin 10% unter ihrem Fünfjahresdurchschnitt liegen. Diese anhaltenden Inflationsrisiken dürften Gold voraussichtlich daran hindern, klar und nachhaltig über unser kurzfristiges Ziel hinaus auszubrechen.
Die Lage erinnert an die Phase 2023–2024, als Gold über Monate konsolidierte, während Trader auf eindeutige Belege warteten, dass der Zinserhöhungszyklus der Fed beendet war. Als dieser Kurswechsel klar wurde, startete das Metall seine nächste große Rally. Wir sehen nun ein ähnliches Muster entstehen, was Range-Trading-Strategien in den kommenden Wochen als den plausibelsten Ansatz erscheinen lässt.
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