Der deutsche HCOB Composite PMI stieg im Juni auf 49,5 und lag damit über den Erwartungen von 48. Damit näherte sich der Index der Schwelle von 50 Punkten, die Expansion von Kontraktion trennt, und deutet auf ein nachlassendes Tempo des Rückgangs der gesamten Aktivität im privaten Sektor hin.
Das Juni-Ergebnis übertraf die Prognosen und spricht dafür, dass sich die Wirtschaft im Jahresverlauf stabilisieren könnte. Zwar blieb der Index unter 50, doch der höher als erwartete Wert zeigt, dass sich die Bedingungen weniger stark verschlechterten als befürchtet.
Ausblick für Wachstum, Aktien- und Devisenmärkte
Wir werten die jüngsten deutschen Composite-PMI-Daten als Signal, dass der wirtschaftliche Abschwung seinen Tiefpunkt erreichen könnte. Zwar liegt der Wert von 49,5 weiterhin unter der 50-Punkte-Marke, die auf eine Schrumpfung hindeutet, doch er stellt eine deutliche Verbesserung gegenüber den erwarteten 48 sowie dem Vormonatswert dar. Diese „weniger schlechte“ Nachricht senkt die Wahrscheinlichkeit einer tiefen Rezession und spricht für eine moderate Aufwärtsrevision der Wachstumserwartungen.
Vor diesem Hintergrund passen wir unsere Einschätzung zu deutschen Aktien an, insbesondere zum DAX, der zuletzt in einer engen Spanne um 18.500 Punkte gehandelt wurde. Wir halten es nun für eine tragfähige Strategie, aus dem Geld liegende Puts mit Laufzeit bis Ende Juli zu verkaufen, um Prämien zu vereinnahmen. Dies spiegelt unsere Einschätzung wider, dass zwar keine größere Rally unmittelbar bevorsteht, das Risiko einer abrupten Abwärtsbewegung jedoch abgenommen hat.
Die Daten stützen zudem den Euro, der sich zuletzt schwer damit tat, gegenüber dem US-Dollar die Marke von 1,09 zu verteidigen. Ein stärkerer konjunktureller Impuls aus Deutschland verringert den Druck auf die Europäische Zentralbank, Zinssenkungen in Betracht zu ziehen – ein Narrativ, das zuletzt auf der Währung lastete. Entsprechend ziehen wir kurzfristige Call-Optionen auf das Währungspaar EUR/USD in Betracht, um uns für eine mögliche Erholungsbewegung in Richtung 1,10 zu positionieren.
Zinsen, Bunds und Volatilitätsimplikationen
Für Zinsderivate deutet diese Nachricht darauf hin, dass die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe – derzeit bei 2,65% – Aufwärtsdruck erhalten könnte. Eine bessere Konjunkturentwicklung schürt typischerweise Inflationssorgen und mindert die Attraktivität sicherer Staatsanleihen. Ein ähnliches Muster war Ende 2023 zu beobachten, als robuste Daten die Renditen nach oben trieben; daher sind wir vorsichtig mit dem Halten von Long-Positionen in Bund-Futures.
Schließlich erwarten wir, dass diese positive Überraschung die Marktvolatilität kurzfristig dämpft. Der VDAX-NEW, ein zentraler Indikator für die Risikoaversion am deutschen Aktienmarkt, dürfte von seinem aktuellen Stand von 15 tendenziell nachgeben. Volatilität über Optionen oder Futures zu verkaufen, bietet eine Chance, da sich die Anlegerstimmung vorsichtig aufhellt.
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