Spaniens kalenderbereinigte Industrieproduktion ist im Mai im Jahresvergleich um 3,4% gestiegen und damit stärker als in der vorherigen Erhebung (2%). Die Daten deuten auf ein festeres Expansionstempo der Fabrikaktivität im Monatsverlauf hin.
Auf derselben Basis erhöhte sich die Jahreswachstumsrate damit zwischen den beiden Perioden um 1,4 Prozentpunkte. Die Veröffentlichung liefert eine Momentaufnahme der Dynamik im spanischen Verarbeitenden Gewerbe, basierend auf um Kalendereffekte bereinigten Produktionsdaten.
Implikationen für Wirtschaftswachstum und Marktstimmung
Diese stärker als erwartete Zahl zur Industrieproduktion aus Spanien ist ein klar positives Signal. Ein Wert von 3,4% gegenüber einer Prognose von 2% zeigt eine wirtschaftliche Widerstandskraft, die der Markt unterschätzt hat. Wir werten dies als Hinweis, dass die Sorgen vor einer deutlichen Abkühlung in der Eurozonen-Peripherie überzogen sein könnten.
Dieser Datenpunkt steht nicht für sich allein, sondern untermauert den jüngsten spanischen Einkaufsmanagerindex (PMI) für das Verarbeitende Gewerbe im Juni, der mit soliden 52,8 klar im expansiven Bereich lag. Die Konsistenz dieser Indikatoren spricht dafür, dass der positive Schwung aus dem Mai bis zum Ende des zweiten Quartals angehalten hat. Entsprechend sollten Aufwärtsrevisionen bei den Prognosen für Spaniens BIP-Wachstum erwartet werden.
Für unsere Aktienpositionen prüfen wir für die kommenden Wochen bullische Strategien auf den IBEX-35-Index. Der Index, der seit Jahresbeginn um mehr als 8% zugelegt hat, ist stark auf Banken und Industrieunternehmen fokussiert, die direkt von dieser robusten Aktivität profitieren. Wir ziehen den Kauf von Call-Optionen mit Laufzeiten im August und September in Betracht, um von diesem Trend zu profitieren.
Geldpolitik, Währung und Rentenmarkt – zentrale Erkenntnisse
Diese überraschende Stärke dürfte die Europäische Zentralbank bei weiteren Zinssenkungen vorsichtiger werden lassen. Bei einem derzeit bei 3,0% liegenden Einlagesatz verringern diese Daten die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung auf der nächsten EZB-Sitzung am 24. Juli. In der Folge bewerten wir Positionierungen, die von stabilen oder leicht höheren kurzfristigen Zinsen profitieren, etwa über den Verkauf von Euribor-Futures.
Am Devisenmarkt sollte eine zögerlichere EZB im Vergleich zu anderen Zentralbanken den Euro stützen. Die Daten untermauern die fundamentale Stärke des EUR gegenüber Währungen, deren Notenbanken sich in einem aggressiveren Lockerungszyklus befinden. Wir halten Long-Positionen in EUR/USD, gegebenenfalls über Call-Optionen, für attraktiv, während das Währungspaar Widerstände testet.
Die Daten verbessern zudem Spaniens fiskalischen Ausblick, was zu einer weiteren Einengung des Renditeabstands zwischen spanischen und deutschen zehnjährigen Staatsanleihen führen dürfte. Der Spread hat sich im vergangenen Jahr bereits von über 100 auf rund 82 Basispunkte verringert, und wir sehen Potenzial für eine weitere Verengung. Wir können einen Derivate-Trade strukturieren, um von dieser Konvergenz zu profitieren.
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