AUD/USD baute seine Gewinne in einer zweiten Sitzung aus, nachdem das Paar in Asien kurzzeitig bis in den Bereich um 0,6910 zurückgefallen war. Rückenwind kam von erneuten Verkäufen des US-Dollars. Nach Veröffentlichung des RatingDog China Services PMI notierte das Paar nahe 0,6930 und damit knapp unter dem am Mittwoch markierten Anderthalb-Wochen-Hoch. Der chinesische Dienstleistungsindex gab im Juni zwar auf 54,1 von 54,4 nach, signalisierte jedoch weiterhin Expansion und stützte damit die mit Australien eng verknüpfte Währung. Derweil verharrte der Dollar nahe einem Zwei-Wochen-Tief, da die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank nachließen.
US-Arbeitsmarktdaten untermauerten diesen Stimmungsumschwung. Die Nonfarm Payrolls wiesen für Juni ein Beschäftigungsplus von 57 Tsd. aus (erwartet: 110 Tsd.), während der Mai-Wert von 172 Tsd. auf 129 Tsd. nach unten revidiert wurde; die Arbeitslosenquote sank gleichwohl leicht auf 4,2%. Die Marktbepreisung verschob sich von ein bis zwei Fed-Zinsschritten im Jahr 2026 hin zu zwischen null und einem. Geopolitische Risiken und die dünne Liquidität rund um den US-Feiertag bremsten die Anschlussdynamik, zumal Berichte über US-Bedenken hinsichtlich Bedrohungen gegen Irans Unterhändler sowie Teherans Warnung vor einer „entschlossenen und schnellen Antwort“ auf etwaige US-Aktionen in der Straße von Hormus im Umlauf waren.
Verschiebung der Zinserwartungen und Rückenwind durch Konjunkturdaten
Vor dem Hintergrund der sich entwickelnden Lage sehen wir die jüngste Stärke im AUD/USD als Chance. Der US-Dollar verliert an Boden, weil die Markterwartungen an eine Zinserhöhung durch die Federal Reserve nach dem schwachen Juni-Arbeitsmarktbericht weitgehend in sich zusammengefallen sind. Das CME FedWatch Tool zeigt inzwischen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bis September auf unter 35% gesunken ist – ein deutlicher Rückgang gegenüber über 70% noch im Vormonat.
Diese Verschiebung wird durch breitere Anzeichen einer Abkühlung der US-Konjunktur gestützt, die aus unserer Sicht den Dollar weiter belasten dürften. So tendierten die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe zuletzt nach oben und erreichten in der vergangenen Woche 245.000, was das Narrativ eines nachlassenden Arbeitsmarkts untermauert. Im Gegensatz dazu liefern jüngste Daten, wonach Chinas Industrieproduktion die Erwartungen übertraf, zusätzlichen Rückenwind für den australischen Dollar.
Risiken und strategische Positionierung
Dennoch ist angesichts erheblicher geopolitischer Risiken Vorsicht geboten: Sie könnten eine Flucht in sichere Häfen auslösen und den US-Dollar stützen. Die Spannungen in der Straße von Hormus haben Brent-Rohöl bereits über 88 US-Dollar je Barrel getrieben, und jede Eskalation könnte den aktuellen Trend an den Devisenmärkten rasch drehen. Diese Unsicherheit spricht dafür, dass das Aufwärtspotenzial im AUD/USD nahe dem Widerstand bei 0,7050 begrenzt sein könnte – einem wichtigen technischen Niveau aus dem früheren Jahresverlauf.
Angesichts dieser widersprüchlichen Signale prüfen wir Strategien, die Aufwärtsexposure bei begrenztem Risiko bieten. Der Kauf von AUD/USD-Call-Optionen mit einem Strike um 0,7000 und Laufzeit bis Ende Juli oder August erscheint sinnvoll. So lässt sich von einer fortgesetzten Erholung profitieren, während der maximale Verlust auf die gezahlte Prämie begrenzt bleibt, falls geopolitische Ereignisse eine Gegenbewegung auslösen.
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