Die offenen Stellen in den USA (JOLTS) stiegen im Mai auf 7,594 Mio. und übertrafen damit die Konsensschätzung von 7,3 Mio. Der Wert deutet auf eine robustere Arbeitskräftenachfrage hin, als die Märkte eingepreist hatten.
Die Daten gelten als wichtiger Gradmesser für das US-Beschäftigungsumfeld und könnten die Erwartungen an den künftigen geldpolitischen Kurs beeinflussen. Da die Zahl der offenen Stellen über den Schätzungen liegt, dürfte der Fokus darauf liegen, ob nachfolgende Arbeitsmarktveröffentlichungen eine erneute Beschleunigung der Einstellungsdynamik bestätigen.
Implikationen für Zinsen und Anlagestrategie
Der JOLTS-Bericht für Mai zeigte mit knapp 7,6 Mio. offenen Stellen ein deutlich stärkeres Ergebnis als die erwarteten 7,3 Mio. Das signalisiert, dass der US-Arbeitsmarkt überraschend angespannt bleibt, was den Lohndruck anheizen könnte. Aus unserer Sicht verringern diese Daten die Wahrscheinlichkeit einer zeitnahen Zinssenkung durch die US-Notenbank Federal Reserve.
Diese anhaltende Stärke am Arbeitsmarkt spricht dafür, sich auf „higher for longer“ bei den Zinsen zu positionieren. Vor Veröffentlichung des Berichts preisten Fed-Funds-Futures eine Wahrscheinlichkeit von 40 % für eine Zinssenkung bis September 2026 ein – wir erwarten, dass diese Wahrscheinlichkeit nun unter 20 % fällt. Entsprechend prüfen wir Strategien, die von stabilen oder steigenden Kurzfristzinsen profitieren, etwa durch den Verkauf von SOFR-Futures-Kontrakten.
Auswirkungen auf Aktienmärkte, Volatilität und den US-Dollar
Für die Aktienmärkte ist eine restriktivere („hawkishe“) Fed ein spürbarer Gegenwind – insbesondere für Wachstums- und Technologiewerte, die sensitiv auf Finanzierungskosten reagieren. Wir halten es für sinnvoll, in den kommenden Wochen verstärkt Absicherungen nach unten aufzubauen. Der Kauf von Put-Optionen auf den Nasdaq 100 (NDX) bietet eine direkte Absicherung gegen eine mögliche Marktkorrektur, die durch Zinsängste ausgelöst wird.
Diese unerwartet starken Konjunkturdaten dürften die Unsicherheit am Markt vor der nächsten FOMC-Sitzung erhöhen. Da der VIX derzeit mit 13,5 auf einem vergleichsweise gedämpften Niveau notiert, sehen wir eine Chance im Kauf von VIX-Call-Optionen. Das ist eine kosteneffiziente Möglichkeit, Portfolios gegen einen möglichen Volatilitätssprung abzusichern.
Schließlich sollte eine robuste Fed-Ausrichtung im Kontrast zu eher taubenhaften Signalen der Europäischen Zentralbank den US-Dollar weiter stützen. Der US-Dollar-Index (DXY) legte in der vergangenen Woche bereits um 0,4 % auf 105,6 zu. Wir erwägen den Kauf von DXY-Call-Optionen oder Futures, um von weiterem Dollar-Aufwertungspotenzial zu profitieren.
Beginnen Sie jetzt mit dem Trading — klicken Sie hier, um Ihr echtes VT Markets-Konto zu erstellen.