Die Analysten von Deutsche Bank Research erklärten, die nachgebende US-PCE-Inflation habe die Märkte dazu veranlasst, die Erwartungen an weitere Straffungen durch die Federal Reserve zurückzuschrauben; der Dollar-Index notiere dadurch leicht schwächer. Die für Dezember eingepreiste Zinserhöhung sank im Wochenverlauf um 7,3 Basispunkte auf 32 Basispunkte. Diese Neubewertung drückte die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen in der Woche um 8,7 Basispunkte, darunter ein Rückgang um 3,1 Basispunkte am Freitag. Auch die Rendite zehnjähriger Treasuries gab um 8,4 Basispunkte im Wochenverlauf und um 2,3 Basispunkte am Freitag nach und schloss bei 4,37%. Gleichzeitig fiel die für Dezember eingepreiste EZB-Zinserhöhung um 12,8 Basispunkte auf 24 Basispunkte.
Der Blick richtet sich nun auf Arbeitsmarktdaten und anstehende Kommentare von Notenbankern. Das US-Beschäftigungswachstum (Non-Farm Payrolls) dürfte sich laut Prognosen von 172.000 auf 75.000 verlangsamen; für den privaten Sektor werden rund 90.000 zusätzliche Stellen erwartet, während die Arbeitslosenquote bei 4,3% verharren dürfte. Die durchschnittlichen Stundenlöhne werden unverändert bei 0,3% gegenüber dem Vormonat gesehen. Unabhängig davon soll Fed-Chef Warsh am Mittwoch beim Sintra-Forum der EZB sprechen; die Ökonomen der Deutschen Bank rechnen weiterhin mit zwei Zinserhöhungen später in diesem Jahr und erwarten kurzfristig nur begrenzte Orientierung, da sich der Markt auf eingehende Daten konzentriert.
Neubewertung am Markt und Strategiechancen
Wir sehen, dass der Markt seine Wetten auf künftige Fed-Zinserhöhungen zurückfährt und damit auf die schwächeren Inflationsdaten reagiert. Der jüngste Core-PCE-Wert für Mai lag bei 2,6% im Jahresvergleich, damit leicht unter den Erwartungen und im Einklang mit dem Abkühlungstrend seit Jahresbeginn. Das hat die Treasury-Renditen gedrückt und den US-Dollar belastet.
Da am Donnerstag wichtige Arbeitsmarktdaten anstehen und der Fed-Vorsitzende am Mittwoch spricht, rechnen wir mit einem Anstieg der kurzfristigen Volatilität. Der Markt wartet auf ein klares Signal – dadurch ergeben sich Chancen für Strategien wie Options-Straddles auf große Index-ETFs. Solche Positionen können von einer kräftigen Kursbewegung in beide Richtungen nach den Nachrichten profitieren.
Wir beobachten den Zinsfutures-Markt genau, insbesondere SOFR-Futures (Secured Overnight Financing Rate). Während der Markt bis Dezember nur noch 32 Basispunkte an Zinsschritten einpreist, sehen wir Wert darin, uns für einen restriktiveren Pfad zu positionieren. Damit entsteht ein Trade, der profitiert, wenn kommende Daten den Markt zwingen, wieder zwei volle Zinserhöhungen einzupreisen, wie es einige Ökonomen weiterhin erwarten.
Währungspositionierung und Fokus auf Payrolls
Auf der Währungsseite eröffnet der Trend eines schwächeren Dollars Chancen bei FX-Optionen. Wir schauen auf Call-Optionen auf Paare wie EUR/USD, das im vergangenen Monat bereits von 1,07 auf etwa 1,09 gestiegen ist. So lässt sich auf weitere Dollar-Schwäche setzen, während das maximale Risiko klar begrenzt ist, falls sich der Trend umkehrt.
Im Mittelpunkt der Woche steht der Payroll-Bericht am Donnerstag; erwartet wird eine deutliche Abkühlung auf nur noch +75.000 Stellen. Wir bleiben vorsichtig, da die ersten Non-Farm-Payroll-Schätzungen im zweiten Quartal in drei der vergangenen fünf Jahre historisch nach unten revidiert wurden. Ein Wert deutlich über oder unter dieser Prognose dürfte eine schnelle Neubewertung der Zinserwartungen auslösen und die Märkte bewegen.
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