Pfund legt zu nach Signalen für Kontinuität in der Labour-Partei – Märkte warten auf US-Arbeitsmarktdaten und Entwicklungen in der Straße von Hormus

by VT Markets
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Jun 29, 2026

Das Pfund Sterling führte am Montag die wichtigsten Vergleichswährungen an und stieg im europäischen Handel um 0,25% auf etwa 1,3230 zum US-Dollar. Auslöser war eine Aussage des Bürgermeisters von Greater Manchester, Andy Burnham, der als Favorit für die Nachfolge von Premierminister Keir Starmer nach dessen Rücktritt gilt: Labour werde an den Grundsätzen festhalten, die im Parteimanifest 2024 festgeschrieben wurden – ein Signal für Kontinuität in der Fiskalpolitik. Die britischen staatlichen Refinanzierungskosten veränderten sich kaum; die Renditen zehnjähriger Gilts gaben leicht nach und pendelten um 4,73%.

Andernorts notierte GBP/USD weitgehend unverändert um 1,3200 und blieb damit nahe der Mitte seiner Handelsspanne der vergangenen zwei Wochen, da geopolitische Spannungen die Risikoneigung dämpften. Die Reservewährung blieb fest, während die Märkte auf eine Reihe von US-Arbeitsmarktindikatoren warteten – selbst nachdem am Wochenende eine Vereinbarung getroffen worden war, Angriffe in der Straße von Hormus auszusetzen. US- und iranische Unterhändler wollten zudem in dieser Woche die Gespräche wieder aufnehmen, nachdem ein viermonatiger Konflikt Sorgen vor globalen wirtschaftlichen Verwerfungen geschürt hatte.

Pfund stabilisiert sich – politische Kontinuität und Anleger-Zögern dominieren

Angesichts der von Andy Burnham in Aussicht gestellten politischen Stabilität sehen wir beim Pfund Sterling gegenüber dem Dollar eine Bodenbildung um das Niveau von 1,3200. Allerdings zeigen jüngste CFTC-Daten, dass spekulative Netto-Long-Positionen im Pfund in den vergangenen zwei Wochen um 15% zurückgegangen sind – ein Hinweis darauf, dass große Fonds sich noch nicht voll auf eine Rally festgelegt haben. Diese Unentschlossenheit spricht kurzfristig für eine Phase seitwärts gerichteten Handels.

Volatilitätsstrategien in geopolitischem Risiko-Umfeld und bei zäher Inflation

Vor diesem politischen Anker halten wir das Verkaufen kurzfristiger Volatilität für die beste Strategie. Der Cboe British Pound Volatility Index (BPVIX) liegt derzeit nahe 8,5 – historisch niedrig, bietet aber weiterhin eine Prämie für Investoren, die bereit sind, At-the-Money-Optionsstrangles mit Juli-Laufzeiten zu schreiben. Ziel dieses Ansatzes ist es, davon zu profitieren, dass das Pfund in einer berechenbaren Spanne bleibt, etwa zwischen 1,3150 und 1,3300.

Gleichzeitig muss die fragile geopolitische Lage in der Straße von Hormus im Blick bleiben. Bei ähnlichen Spannungen Ende 2024 war die Volatilität der Brent-Futures zeitweise auf über 40% gesprungen; ein Scheitern der aktuellen Waffenruhe könnte rasch wieder Risiko in den Markt tragen. Daher raten wir, Short-Volatilitätspositionen mit günstigeren Out-of-the-Money-Optionen abzusichern, um sich gegen einen plötzlichen Ausbruch zu schützen.

Diese vorsichtige Haltung wird durch die hartnäckige Binneninflation untermauert: Die jüngsten ONS-Daten zeigen, dass die Kerninflation (Core CPI) bei 3,2% verharrt und damit deutlich über dem Ziel der Bank of England liegt. Das macht es unwahrscheinlich, dass die Notenbank zeitnah geldpolitische Änderungen signalisiert, was das Pfund zusätzlich in seinem aktuellen Schwebezustand festsetzt. Diese ökonomische Realität stützt unsere Einschätzung eines Marktes, der nach einem Impuls sucht, der bislang noch nicht eingetroffen ist.

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