Der belgische Verbraucherpreisindex (VPI) ist im Juni im Jahresvergleich um 3,4 % gestiegen und damit von zuvor 4,08 % zurückgegangen. Der Wert signalisiert ein geringeres Tempo der Gesamtinflation im Monatsverlauf.
Die Abschwächung des VPI deutet darauf hin, dass sich der breit angelegte Preisdruck im Juni gegenüber der Vorperiode verringert hat. Die jüngste Jahresrate bleibt positiv, was zeigt, dass die Preise weiter gestiegen sind – jedoch mit einer niedrigeren annualisierten Rate als zuvor.
Implikationen für die EZB-Politik und die Marktpositionierung
Die nachlassende Inflation in Belgien, einer wichtigen Volkswirtschaft der Eurozone, deutet auf einen breiteren Trend hin, der die Europäische Zentralbank beeinflussen könnte. Wir sind der Ansicht, dass dies die Wahrscheinlichkeit einer EZB-Zinssenkung später in diesem Jahr erhöht – möglicherweise bereits zur Sitzung im September. Dieser neue Datenpunkt verschiebt die Markterwartungen weg von einer längeren Phase hoher Zinsen.
Vor diesem Hintergrund passen wir unsere Positionen in Zinsderivaten an, um eine dovishere Haltung der EZB widerzuspiegeln. Wir sehen Wert in Euribor-Futures-Kontrakten, die von einem Rückgang der kurzfristigen Zinsen bis zum Jahresende profitieren würden. Historisch neigen Märkte dazu, Zinssenkungen lange vor offiziellen Ankündigungen einzupreisen – ein Muster, das Ende 2023 zu beobachten war und das wir erneut erwarten.
Anlagechancen über verschiedene Anlageklassen hinweg
Dieses Umfeld ist auch unterstützend für europäische Aktien, daher prüfen wir Call-Optionen auf den Index EURO STOXX 50. Der Index hat in diesem Jahr bereits um mehr als 8 % zugelegt, und niedrigere Finanzierungskosten könnten die Gewinnaussichten der Unternehmen für die zweite Jahreshälfte 2026 zusätzlich stützen. Daten aus der deutschen ZEW-Konjunkturerwartungsumfrage haben zudem eine verbesserte Anlegerstimmung gezeigt, was eine bullishe Positionierung unterstützt.
Gleichzeitig dürfte die Aussicht auf niedrigere Zinsen den Euro unter Druck setzen. Wir erwarten, dass das Währungspaar EUR/USD, das derzeit nahe 1,09 handelt, schwächer tendieren könnte, da sich der Zinsabstand zu den USA ausweitet. Wir erwägen daher Put-Optionen auf EUR/USD, um uns gegen einen Rückgang abzusichern oder auf eine Abwertung zu spekulieren.
Schließlich dämpft eine derart deutliche positive Überraschung tendenziell die Marktunsicherheit und senkt die erwarteten Kursschwankungen. Wir gehen davon aus, dass die Volatilität zurückgeht, was Strategien attraktiv macht, die den Verkauf von VSTOXX-Futures beinhalten. Der VSTOXX-Index liegt derzeit nahe 14, und wir sehen Potenzial, dass er in einem stabileren makroökonomischen Umfeld weiter in Richtung der Marke von 12 abgleitet.
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