EUR/USD notierte am Montag im frühen europäischen Handel kaum verändert um 1,1385, während die Märkte neue Signale zu den Bemühungen abwogen, den US-Krieg mit dem Iran zu beenden. Im weiteren Wochenverlauf richtet sich der Fokus auf das jährliche Forum der Europäischen Zentralbank sowie auf die US-Arbeitsmarktdaten für Juni – beides Faktoren, die die kurzfristige Zinsbepreisung und die Richtung am Devisenmarkt prägen könnten.
CNN berichtete unter Berufung auf einen US-Vertreter, die USA und Iran würden nach Schusswechseln nahe der Straße von Hormus vorerst zurückstecken; zudem planten beide Länder am Dienstag ein Treffen in Doha (Katar). Irans Außenminister Abbas Araghchi erklärte, die Verantwortung für die Straße von Hormus liege ausschließlich bei Teheran, und warnte, Versuche, die von Iran bevorzugte Route zu umgehen, würden „Spannungen und Eskalation“ auslösen. Separat halten die Spannungen im Nahen Osten den Inflationsdruck im Blick, während ein falkenhafter Einstand von Kevin Warsh als Fed-Chef Anfang des Monats die Erwartungen an US-Zinssenkungen in diesem Jahr verschoben hat – und damit den US-Dollar gegenüber dem Euro stützte. EZB-Präsidentin Christine Lagarde soll das Forum am Montag eröffnen.
Divergenz der Zentralbanken und geopolitische Risiken
Wir sehen das Währungspaar EUR/USD nahe 1,0750 gehandelt, während der Markt die auseinanderlaufenden geldpolitischen Pfade der Zentralbanken abwägt. Das anhaltende Risiko geopolitischer Spannungen im Nahen Osten beeinflusst weiterhin die Ölpreise und erhöht die Unsicherheit. Wichtige US-Arbeitsmarktdaten sowie Kommentare von Vertretern der Europäischen Zentralbank in den kommenden Wochen werden entscheidend sein.
Marktvolatilität und Zinserwartungen
Diese Grundspannung deutet darauf hin, dass mit erhöhter Volatilität zu rechnen ist, was bestimmte Optionsstrategien attraktiv macht. Wir halten eine Positionierung für einen möglichen Anstieg der Kursschwankungen – etwa über Long-Straddles auf EUR/USD – im Vorfeld wichtiger Datenveröffentlichungen für sinnvoll. Die implizite Volatilität des Währungspaars ist bereits von ihren Jahrestiefs angezogen, was zeigt, dass der Markt beginnt, mehr Risiko einzupreisen.
Das Bekenntnis der Federal Reserve, die Zinsen länger auf erhöhtem Niveau zu halten, bleibt das dominierende Marktthema und dürfte den US-Dollar weiter stützen. Da die neuesten US-CPI-Daten für Mai mit weiterhin hartnäckigen 2,8% hereinkamen, liegt die Inflation nach wie vor über dem 2%-Ziel der Fed. Das festigt die Erwartung, dass die Fed zu den letzten großen Zentralbanken gehören wird, die die Zinsen senken.
Nach der Zinssenkung der Europäischen Zentralbank zu Beginn dieses Monats achten wir genau auf Signale zum Tempo weiterer Lockerungsschritte. Ein falkenhafter Ton oder Zurückhaltung, sich zu weiteren Senkungen zu bekennen, könnte dem Euro kurzfristig etwas Rückenwind geben. Historisch wird nach einer ersten Zinssenkung – wie der im Juni 2024 – die Forward Guidance der Notenbank zum wichtigsten Treiber des Währungswerts.
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