USD/CHF zeigte sich die zweite Sitzung in Folge kaum verändert und notierte am Montag in den asiatischen Handelsstunden nahe 0,8100, da der US-Dollar stabil blieb, während die Märkte die jüngsten militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und Iran sowie eine vorübergehende Waffenruhe abwogen. Die Kursbewegungen blieben gedämpft, da sich die Risikoneigung mit neuen Schlagzeilen aus dem Nahen Osten verschob. Die Spannungen flammten am Donnerstag auf, nachdem ein nicht identifiziertes Projektil ein Frachtschiff getroffen hatte; beide Seiten warfen der jeweils anderen Seite vor, eine interimistische Waffenruhe gebrochen zu haben, die am 17. Juni vereinbart worden war.
Der Schweizer Franken gab nach, da die Waffenruhe die Nachfrage nach sicheren Häfen dämpfte und das Währungspaar in einer Seitwärtsspanne hielt. Unabhängig davon beließ die Schweizerische Nationalbank ihren Leitzins in der vierten Sitzung in Folge bei 0% und erklärte, der Kurs unterstütze Preisstabilität und Wachstum. Zudem hob die SNB ihre Inflationsprognose an und bekräftigte, bei Bedarf am Devisenmarkt intervenieren zu wollen.
Volatilitätsrisiken und Optionsstrategien
Wir sehen die aktuelle Stabilität um 0,8100 als vorübergehenden Zustand, der von der fragilen US-Iran-Waffenruhe vom 17. Juni getrieben ist. Angesichts weiter schwelender geopolitischer Spannungen nach dem Projektilvorfall am vergangenen Donnerstag sind wir der Meinung, dass der Markt das Risiko einer abrupten Bewegung unterschätzt. Daher prüfen wir Optionsstrategien, um uns für einen möglichen Volatilitätsschub zu positionieren, zumal die implizite 1-Monats-Volatilität des Paares auf nur 5,2% gefallen ist und damit nahe dem Jahrestief liegt.
Sollte die Waffenruhe scheitern, erwarten wir eine Flucht in sichere Anlagen, die den US-Dollar stärker begünstigen würde als den Franken, was USD/CHF deutlich nach oben treiben könnte. Historische Daten aus vergleichbaren Risikoereignissen, etwa der anfänglichen Eskalation des Ukraine-Konflikts im Februar 2022, zeigen, dass der Dollar-Index (DXY) in weniger als zwei Wochen um mehr als 3% zulegte. Wir erwägen daher den Kauf von aus dem Geld liegenden Call-Optionen, etwa der August-Calls mit Strike 0,8300, als kosteneffiziente Absicherung gegen eine erneute Eskalation.
Interventionsaussichten und Range-Trading
Die Bereitschaft der Schweizerischen Nationalbank, am Devisenmarkt zu intervenieren, dürfte eine nennenswerte Aufwertung des Frankens selbst in einem Risk-off-Szenario begrenzen. Die Devisenreserven der SNB, zuletzt mit über 950 Mrd. CHF ausgewiesen, bieten erhebliche Schlagkraft, um den CHF zu schwächen, falls er sich zu schnell aufwertet. Das stützt unsere Einschätzung, dass in einer Krise der Weg des geringsten Widerstands für das Paar nach oben führt und Short-Positionen unattraktiv sind.
Sollten die Friedensgespräche in Doha in den kommenden Wochen erfolgreich verlaufen, erwarten wir, dass das Paar in der Handelsspanne bleibt und stärker von relativen Inflationsdaten als von der Geopolitik beeinflusst wird. Die 14-Tage Average True Range (ATR) des Paares ist bereits auf ein Mehrmonatstief von nur 35 Pips gefallen, was die aktuelle Unentschlossenheit widerspiegelt. Dieses Umfeld könnte sich für Range-Trading-Strategien wie das Verkaufen von Strangles eignen – allerdings nur bei sehr striktem Risikomanagement.
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