Das Pfund Sterling legte am Freitag um 0,20 % gegenüber dem US-Dollar zu, nachdem der Greenback nach dem Erreichen neuer Jahreshochs nachgab. Zugleich schwenkten die Geldmärkte in Richtung einer weniger restriktiven Haltung der US-Notenbank um, obwohl die Währungshüter betonten, dass Inflation weiterhin im Fokus steht. GBP/USD notierte bei 1,3217, nachdem das Paar zuvor ein Tagestief bei 1,3180 markiert hatte. Damit wurden die Gewinne den zweiten Handelstag in Folge ausgebaut und die Marke von 1,3200 zurückerobert.
Die Gegenbewegung ließ das Paar auf Wochensicht wieder ins Plus drehen, auch wenn der übergeordnete Abwärtstrend weiterhin als intakt gilt; das Jahrestief bei 1,3140 liegt in Reichweite. Unterdessen hieß es, die Ölpreise seien auf Vorkriegsniveau zurückgekehrt. Bei den Cross-Kursen zeigte sich GBP/JPY im frühen Europa-Handel stabil um die mittleren 213,00 und pendelte zwischen kleinen Gewinnen und Verlusten, nahezu unverändert zum Vortag.
Politik-Divergenz befeuert die übergeordnete Pfund-Schwäche
Wir sehen, wie das britische Pfund eine leichte Erholung versucht – ähnlich wie in früheren Phasen, in denen eine starke US-Dollar-Rally kurzzeitig pausierte. Gegenwärtig handelt das Pfund gegenüber dem Dollar um 1,2550. Dieser kleine Anstieg wirkt eher wie eine technische Korrektur als wie eine Trendwende. Die seit Monaten dominierende bärische Marktstimmung bleibt klar bestehen.
Diese grundlegende Pfund-Schwäche wird durch die Divergenz der Geldpolitik zwischen der Bank of England (BoE) und der US-Notenbank (Fed) getrieben. Da die Inflation in Großbritannien zuletzt auf 2,3 % gefallen ist, erwägt die BoE offen Zinssenkungen, um das schwache Wachstum zu stützen. In den USA hingegen ist die Inflation hartnäckiger, weshalb die Fed ihre Zinsen voraussichtlich länger auf einem höheren Niveau halten wird.
Ausblick für Derivatehändler und Cross-Kurse
Für Derivatehändler ist diese kurzlebige Stärke des Pfunds eine interessante Gelegenheit, sich für weitere Abgaben zu positionieren. Wir halten den Kauf von GBP/USD-Put-Optionen mit Basispreisen um 1,2400 oder 1,2350 für die kommenden Wochen für eine Möglichkeit mit klar definiertem Risiko, von einer erwarteten Wiederaufnahme des Abwärtstrends zu profitieren. Die Strategie stützt sich auf die Einschätzung, dass die aktuelle Erholung voraussichtlich scheitern dürfte, wenn die geldpolitische Divergenz weiter zunimmt.
Historisch gehen derart kurze Erholungen in einem Bärenmarkt häufig neuen Tiefs voraus – wie Ende 2022, als das Pfund nach einem ähnlichen Fehlstart unter 1,2000 fiel. Der Cboe Sterling Volatility Index (BPVIX) bleibt erhöht, was darauf hindeutet, dass der Markt weiterhin deutliche Kursschwankungen einpreist. Damit sind Optionen ein geeignetes Instrument, um die erwartete Volatilität zu managen.
Gegenüber dem japanischen Yen stellt sich die Lage jedoch anders dar; von einer bärischen Positionierung auf das Pfund würden wir hier absehen. Der erhebliche Zinsabstand zwischen Großbritannien und Japan stützt das GBP/JPY-Cross weiterhin über den Carry-Trade. Entsprechend dürfte sich eine Pfund-Schwäche deutlich stärker gegenüber dem höher rentierenden US-Dollar zeigen.
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